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Wenn einer eine Reise tut.....
Herbst! Zeit für die DEMA Show in den USA. Nachdem dank der Bedrohung durch den
internationale Terrorismus und der Paranoia unserer amerikanischen Freunde Verzögerungen im Flugverkehr nach den Vereinigten Staaten nicht auszuschließen sind, entscheiden wir uns
möglichst jedes Risiko zu vermeiden. Wir werden einfach einige Tage früher reisen und – um die Sicherheit noch weiter zu erhöhen – eine Fluglinie wählen, die als
besonders zuverlässig gilt. Und so buchen wir unsere Reise bei der heimischen Lufthansa. Eigentlich alles ganz einfach: München – Frankfurt, Frankfurt – Boston.
Zurück via Charlotte nach München. Dass der Rückflug durch die LH zweimal umgebucht wurde, nehmen wir als unabänderlich zur Kenntnis. Auch, dass uns die Buchungsstelle
auffordert, für den geänderten Rückflug am Ticketschalter der LH in München neue Tickets ausstellen zu lassen.
Reisetag! Ausgerechnet in dieser Nacht muss der erste Schnee
des Winters fallen! Der lange bestellte Transferbus verspätet sich. Dennoch sind wir guten Mutes. Erste leichte Zweifel stellen sich ein, als wir, während sich ein Teil der Gruppe
bereits zum „Check In“ begibt, am Ticketschalter stehen und dies zu hören bekommen: „Vier Tickets von Hand umschreiben?“ „Das ist ne
Zumutung!“ „Außerdem, es ist ja eh schon fast zu spät für Ihren Flug und das ist ja ein US – Air Flug. Sollen doch die die Tickets ausstellen!“ Mein
vorsichtiger Hinweis, dass es ja die Lufthansa war, die die Umbuchung vorgenommen hat und dass es die LH war, die uns zum Besuch an diesem Schalter auforderte, wird geflissentlich
ignoriert. „Gehen Sie in den USA zum US Airways Schalter, die schreiben dann die Tickets aus......“ Nun gut. Leider verzögert sich unser Abflug nach Frankfurt, weil das
Flugzeug enteist werden muss und die Warteschlange vor der Enteisungsstation schon ziemlich lang ist. Aber, wir vertrauen der Lufthansa! Weitere Risse bekommt unser Vertrauen dann
bei der Ankunft in Frankfurt. Obwohl wir nur ca. 10 Minuten verspätet am Flugsteig für den Weiterflug nach Boston ankommen, ist der Flug schon weg. Traurige Erkenntnis: Die
Lufthansa wartet NICHT auf die eigenen Zubringerflüge! Wohl wissend, dass die Verspätung marginal ist und sich an Bord des Zubringers Passagiere für den Interkontinentalflug
befinden! Nach einer mittleren Odyssee durch den Airport finden wir endlich den richtigen Schalter für unsere Weiterreise nach USA. Statt der bequemen Lösung mit dem Direktflug
nach Boston, sind wir nun auf einen Flug nach Washington mit Anschluss nach Boston gebucht. Das Gepäck, so wird uns versichert, ist bereits entsprechend weitergeleitet. Im
Vertrauen auf die Effizienz die den Deutschen nachgesagt wird, finden wir uns ins unvermeidliche und informieren unseren Abholer in Boston über die Verspätung. Nach
langweiligem Flug begeben wir uns, wie aufgefordert, zum Gepäckband um unsere 7 Gepäckstücke in Empfang zu nehmen und durch den Zoll zu bringen. Hinter dem Zoll dann sollen Sie
einfach auf das dortige Band gestellt werden. Das Gepäck kommt dann automatisch auf den richtigen Flug zu unserem Ziel. Soweit die Theorie! Nur findet sich leider überhaupt kein
Gepäckstück ein! Nachdem das Band entgültig steht und ganz sicher keine weiteren Gepäckteile zu erwarten sind, begeben wir uns zum zuständigen Schalter, fragen nach unseren
Habseligleiten. Die Dame ist sehr hilfsbereit und teilt uns, nach einigen Eingaben in ihren Computer, freudig mit: „Ihr Gepäck ist bereits auf dem Weg nach Boston!“ Prima!
Denken wir, sparen wir uns das Rumschleppen hier und nehmen unseren Weg durch den Zoll dann erst am Ziel der Reise! In Boston warten wir eine Stunde am Gepäckband bis wir
schließlich einsehen müssen: Es kommt nichts mehr. Keines unserer Gepäckstücke ist angekommen! Wir laufen von Pontius zu Pilatus und wieder zurück. Niemand scheint zuständig zu
sein. Inzwischen ist es ca. 22:00 Uhr Ortszeit, an eine Weiterreise ist nicht mehr zu denken und wir mieten uns – teuer! – in einem nahe gelegenen Hotel ein. Keiner
der fraglichen Schalter, Lufthansa oder United Airlines, ist noch besetzt. Mit viel Mühe machen wir letztlich ein Direkt- (Sorgen-)Telefon ausfindig. Am anderen Ende der Leitung,
die vermutlich in Bombay oder sonst wo endet, ein junger Mann der jeden seiner Sätze mit einer Entschuldigung für die Umstände beginnt. Geschlagene 45 Minuten dauert es, bis
unsere Reklamation „aktenkundig „ ist! Der, durchaus bemühte, Mitarbeiter war beispielsweise nicht in der Lage, sieben aufeinander folgende Nummern mit der Angabe „Nr LH XYZ301
bis 308“ zu erfassen. Nein, jede Nummer musste in voller Länge einzeln genannt werden. Wir hinterließen ausdrücklich, dass wir bis gegen Mittag des folgenden Tages unser
Gepäck, sollte es denn auftauchen, ins Hotel geliefert haben möchten, danach dann zur Adresse unseres Gastgebers in New Hampshire. Mit Grausen versuchten wir uns vorzustellen,
wie denn jemand, der der Landessprache nicht mächtig ist, seine Suchmeldung abgeben solle? Am nächsten Morgen, gegen 9:00 Uhr und einigermaßen ausgeruht, rufen wir zuerst die
uns gegebene Telefonnummer der Gepäck - Ermittlungsstelle an. Wir landen auf der Festplatte eines Computer! Trotz mehrfacher Ansage, dass wir einen Agenten sprechen wollen,
gelingt es nicht, ein menschliches Wesen zu ereichen. Mit viel Mühe aber schaffen wir es schließlich doch dem Computer unseren Namen zu buchstabieren. Welche Freude, als uns die
Maschine mitteilt, dass die vermissten Gepäckstücke zwischen 8:00 Uhr und 12:00 Uhr eintreffen sollen! Allerdings erhalten wir keine Aussage, wohin denn das Gepäck geliefert wird.
Sei’s drum. Wir beschließen, uns ein wenig in Boston umzusehen und dann, gegen Mittag wieder anzurufen. Nur noch schnell ein Anruf bei unserem Gastgeber um ihm den Stand der
Dinge mitzuteilen. Welche Überraschung dann, als er uns sagt, dass unser Gepäck – laut eines entsprechenden Anrufs der Fluggesellschaft – bereits auf dem Wege zu ihm
sei!? Obwohl es doch im Hotel hätte angeliefert werden sollen und obwohl der Computer es erst erwartete? Verwunderung aber Zufriedenheit! Welche Beruhigung als wir dann, am
späten Nachmittag, im Haus unseres Freundes ankommen und einen Stapel Gepäckstücke entdecken! Nur, sieben Stück hatten wir abgegeben und vermisst, aber nur sechs Stück zählen wir?
Ein Koffer fehlt noch immer! Natürlich – Murphy’s Law – jener mit der frischen Wäsche. Nach nunmehr fast 3 Tagen in der gleichen Unterwäsche ein leichter
Schock. Ein sofortiger Anruf bei der Gesellschaft ergibt, dass der fehlende Koffer noch am selben Tag zwischen 20:00 Uhr und 22:00 Uhr angeliefert werden soll. Um 23:30
Uhr gebe ich entgültig auf und lege mich schlafen. Der Koffer wird wohl nie mehr kommen. Morgens sagt mir Arnold, dass er wohl gegen 6:00 Uhr ein Rollgeräusch, typisch für
einen Koffer mit Rädern, gehört zu haben glaube. Wir öffnen die Haustür – und da steht er, unser fehlender Koffer. Unbewacht und ohne die Hausbewohner zu informieren einfach
vor die Tür gestellt! Bedarf es angesichts dieser Erfahrung noch des Hinweises, dass der Koffer selbstverständlich beschädigt war? So beschädigt, dass er im Haus unseres
Gastgeber zurückbleiben musste.
Nach all diesen Erfahrung hat unser Zutrauen in die Zuverlässigkeit der Deutschen Lufthansa und ihrer Partner verständlicherweise einige
Risse bekommen. Die Rückreise verlief dann einigermaßen reibungslos, ungeachtet der Tatsache, dass die Dame am „Check In“ in Philadelphia ganz offenbar nicht in der Lage
war einen Namen fehlerfrei vom Pass abzutippen. Wie sonst wäre zu erklären, dass ein Pass, der wenige Stunden vorher beim „Ceck In“ in Florida, noch völlig in Ordnung war,
nun plötzlich nicht mehr gültig sein solle? Wie sonst ist zu erklären, dass mit einer Miles and More Karte genau das selbe Problem auftrat? Erst nachdem einige etwas weniger
freundliche Worte, mit etwas prägnanterer Lautstärke gesprochen waren, funktionierten die Daten – nun eingegeben von einem Kollegen besagter Dame – einwandfrei.
Ungeachtet auch der Tatsache, dass die Bordverpflegung geradezu menschenunwürdig war und die schlimmsten Vorurteile über Verpflegung in Flugzeugen bestätigte.
Immerhin: in München kam das ganze Gepäck an........
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