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Seit Juli 2009 liefert Scubapro / UWATEC eine „abgespeckte“ Version des Tauchgangrechners Galileo Sol unter dem Namen „Luna“ aus. Man verzichtet hier auf die
Einbindung des Pulsmessers und die Software zur Berechnung von Mischgastauchgängen. Doch beide Optionen sind zum nachträglichen Erwerb und kostenpflichtigen Update offen.
Möglicherweise wird der Luna dadurch zum auflagenstärksten Rechner der Galileo – Familie.
Es waren sicher marktstrategische Überlegungen, die zur Einführung des
Galileo Luna beitrugen, denn bei weitem nicht jeder, der mit einem Galileo liebäugelte, hatte für sich die Notwendigkeit erkannt, einen Pulsmesser einzusetzen oder
Mischgastauchgänge zu berechnen. Genau auf diese Features verzichtet man beim Luna, wodurch das Gerät um zirka 200 Euro günstiger verkauft wird, aber mit etwa 900 Euro
inklusive Flaschendrucksender immer noch zu den hochpreisigsten Tauchgangrechnern zählt.. Zu einer Art Baukasten wird der Luna schließlich, verzichtet man auch noch auf den
Sender zur Übertragung der Flaschendruckdaten, um ihn später zuzukaufen. Dann ist der Rechner wie ein normaler Armbandcomputer einzusetzen. Nachdem die ausgereifte Hardware des
Galileo erwarten lässt, dass über längere Jahre keine signifikanten Veränderungen notwendig werden, um auf dem neusten Stand der Technik zu bleiben, kann es durchaus Sinn machen,
dem Geldbeutel angepasst, schrittweise die Features zuzukaufen, die man persönlich über das weite Funktionsspektrum hinaus noch braucht.
In drei Schwerpunkte kann man die
herausragenden Funktionsmerkmale des Galileo Luna einteilen:
1.)Bestmögliche Dekompressionsverfahren durch Einbeziehung der Luftverbrauchs und der Atemfrequenz in die
Sättigungssimulation sowie Tiefenstopps, die individuell nach dem Tauchgangprofil berechnet werden (PDIS-Algorithmus). 2.)Klare und deutliche Ablesbarkeit aller Daten auf einem
übergroßen Bildschirm mit Punktmatrix. 3.)Navigation mit einem digitalen Kompass und Peilungsspeicher.
Zuverlässige und den individuellen Abläufen eines Tauchgangs
angepasste Sättigungsberechnungen sind ganz klar das A und O eines Computers. Dieses Ziel verfolgen alle Entwickler von Tauchcomputern. Kein Modell, von dem man behaupten könnte,
es produziere risikobehaftete Daten. Um auf der sicheren Seite zu sein, kann man zwei Wege beschreiten: Die billigere Variante mit deutlich konservativ rechnenden Modellen, die
teurere mit Sättigungsberechnung, die neben der Tiefe auch die Atemgas – Verbrauchswerte und das Tauchprofil berücksichtigt. Somit können realitätsnähere
Null- bzw.- Dekompressionszeiten ermittelt werden, verbunden mit den zurzeit geringsten Mikroblasen – Risiken. Will heißen, je mehr Daten zur Verfügung stehen, umso
besser lässt sich die Tauchzeit nutzen: Tauchgangerlebnis statt längerer Dekostopps, realistischere Rechenvorgänge bei Wiederholungstauchgängen. Natürlich darf man bei so viel
Softwarepotential nicht plötzlich das eigene Denken vernachlässigen und muss in der Lage sein, die am Display angezeigten Informationen zu interpretieren. Non-Limit Tauchgänge bis
zum Abwinken, Jojo oder Wiederholungstauchgänge mit größerer Tiefe, als dem vorangegangenen sollte man zur eigenen Sicherheit vermeiden. Auch wenn sich keine unmittelbaren
Beschwerden entwickeln, langfristig können sich kleine Schädigungen durch Mikroblasen in langsamen Geweben addieren, was dann erst nach Jahren bemerkt wird. Zweifelsohne ist
die Anzeigegröße und deren Qualität bemerkenswert. Die Ölfüllung des Computers macht das möglich. Aktuell hat das Geschehen am Markt ein Alleinstellungsmerkmal der Galileo
– Computer aufgeweicht, nun gibt es ein weiteres großes Label , das sogar farbige Bilder und Grafiken im Tauchrechner abzuspeichern und darzustellen erlaubt, was beim UWATEC
lediglich als Bitmap ohne nennenswerten Graustufenumfang über die Punktmatrix realisiert wird. Der Vorteil der einfachen grafischen Darstellung beim Galileo liegt klar beim
Stromverbrauch. Während der UWATEC – Rechner lange Zeit mit seiner integrierten Batterie die Tauchgänge begleitet, muss der MARES ICON HD nach 4 – 6 Tauchgängen am
USB-Port des Laptop bzw. stationären Rechners oder dem Ladegerät regeneriert werden. Ob nun die Herzfrequenzmessung als Komponente der Sättigungsberechnung, wie im Galileo
Sol, zum Tragen kommt, oder „nur“ die aus der Atemfrequenz und dem Luftverbrauch abgeleiteten Daten herangezogen werden, mit beiden Methoden ist man technisch auf der sehr
sicheren Seite, wenngleich die Pulsdaten noch feinere Berechnungsgrundlagen bieten würden. Neigt man unserer Ansicht nach eher zu den exzessiven Non – Limit –
Tauchern, sollte man sich der Highend –Version des Galileo nicht verschließen. Mit dem Verzicht auf das Mischgas – Software – Modul wird die absolute Nitrox
– Integration des Galileo Luna nicht angetastet. Somit ist man im Sporttaucheinsatz rundum durch den Luna bedient.
Hinweis
Weitere ausführliche Infos
finden Sie in unserem Beitrag zum Galileo Sol. >>> klick
Praxis
Man bedient den Galileo
lt. Hersteller so einfach wie ein Handy. Nun, das stimmt zu 95 Prozent. Die drei Drucktasten sind je nach Menueebene in ihren Funktionen im Display beschriftet. Doch aus mancher
Nummer kommt man nur heraus, wenn man besonders lang auf eine Taste drückt. Das muss man wissen. Da hat also die intuitive Bedienung ihre Grenzen. Die Anleitung gibt es nur als
PDF – Datei, wer sich den Galileo kurz vor dem Urlaub kauft und auf dem Flug zum Tropentauchplatz die Anleitung durcharbeiten will, muss sie Ausdrucken oder auf einem Laptop
auslesen. Bezogen auf den Produktpreis würde man durchaus ein hochwertig gestaltetes Booklet erwarten. Die Familienzusammenführung, sprich Paarung des Druckluftsenders und des
Armbandcomputers, ist wirklich problemlos. Mit dem Abtauchen aktiviert sich der Luna automatisch und je nach Display – Vorwahl erscheinen große und übersichtlich
platzierte Anzeigen. Mit weiterem Tastendruck aktiviert man die kurzzeitige Zuschaltung der Displaybeleuchtung, die Tiefengrafik des aktuellen Tauchgangs oder das Kompassdisplay.
Der digitale Kompass ist ein außergewöhnliches Feature, der die Funktionalität des Rechners unbedingt erhöht. Allerdings ist eine längere Navigation mit einem Kompass in einer
Konsole und nicht am Arm, entspannter und von der Tauchdatenkontrolle übersichtlicher. Ist ein Tauchgang in erster Linie mit Hilfe der Kompass – Navigation zu absolvieren,
sollte der Rechner auf einem Tableau montiert werden, das man in Tauchrichtung vor sich halten kann. Alle Anzeigen sind klar und übersichtlich abzulesen, durchdacht und
„aufgeräumt“ darf man den Bildschirm bezeichnen. Wirklich umfassend sind die im Logbuch eingetragenen Tauchgangdaten, da können auch langjährige Logbuchmuffel wieder
Spaß an der Statistik gewinnen, zumal die Datenübertragung auf einen PC reibungslos läuft.
Fazit
Wohl viele hätten den Galileo gern am Arm, doch der
Anschaffungspreis baut Hürden auf. Mit dem Galileo Sol knüpft UWATEC an den einst revolutionären AIR X an. Ja, der Galileo Luna ist ein Highend – Tauchcomputer für
anspruchsvolle Sporttaucher, während der Galileo Sol auch die kleine Zielgruppe der technischen Taucher rundum bedient. Wem das Highend der Sporttaucher nicht genügt, kann den
Luna upgraden. Das ist der Unterschied zum Porsche, da muss man sich vor dem Kauf entscheiden, welche Maschine unter der Haube dröhnen soll...
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