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Keine andere Erfindung hat in den letzten Jahren so viel Aufmerksamkeit bei Filmern über und unter Wasser erregt, wie die HD-Videokamera
GoPro Hero. Natürlich können mit dem silbergrauen Kästchen auch Fotos aufgenommen werden, doch dieses Feature hat nur marginale Bedeutung. Sogar die Fernsehanstalten
beteiligen sich am Run auf die GoPro, die nun dort eingesetzt wird, wo die teuren Reportagekameras zu groß und zu schwer sind oder der Einsatz hinsichtlich möglicher
Beschädigungen zu riskant wäre. Uwe Kiehl hat nun das Alugehäuse UK-PRO präsentiert, für das sich nicht nur Hobbyfilmer interessieren könnten.
Die GoPro mit
ihrer samtigen Oberfläche schmeichelt sich in die Hand, obwohl sie eigentlich immer im transparenten, wasserdichten Gehäuse verpackt sein sollte, das im Set gleich
mitgeliefert wird. Allerdings funktionieren Video und Fotofunktionen, die den enormen Bildwinkel von 170° ausnutzen, nur bei Verwendung der Kamera ohne
Originalgehäuse. Der Port schattet die Bildecken deutlich ab und das gefällt eigentlich niemand. Während erste GoPro Generationen puristisch angelegt waren und
gänzlich auf eine Bildkontrolle verzichteten, weil das Superweitwinkel mit hoher Wahrscheinlichkeit das einfängt, was der User Daumen mal Pi anvisiert, gibt es seit
April 2011 einen Monitor, der allseits bündig auf der Rückseite der Kamera aufgesteckt wird. Vor diesem Termin ausgelieferte Modelle können auch mit dem Monitor
betrieben werden, es muss nur die aktuelle Firmware installiert sein. Der Bildschirm ist nun kein Wunder an Brillanz, Helligkeit und Schärfe, aber man sieht das,
was auch das Kameraauge wahrnimmt und schaut man genau hin, erkennt man auch einen winzigen roten Punkt neben einem ebenso kleinen Kamerasymbol, was eine laufende
Aufnahme signalisiert. Die Betriebszeit des Kameraakkus liegt ohne Monitor bei etwa zwei Stunden, mit Bildschirmbetrieb bei gut einer Stunde. Die Latte, was die
Kamera kann, ist eigentlich erfreulich kurz und das Studium der Anleitung dauert etwa ebenso lang, wie ein McDonalds Mittagsmenü in sich hineinzustopfen. Zwei
Tasten steuern die Funktionen. Im Wesentlichen werden die Video- und Fotosettings ausgewählt, zwischen integraler oder mittenbetonter Belichtungsmessung entschieden
oder die Bildumkehr aktiviert, muss die Kamera um 180° gedreht montiert werden. Weißabgleich und Belichtung erfolgen automatisch, ebenso die Tonaufzeichnung. Eine
weitere Taste am Monitor steuert unter anderem die Szenenrückschau oder das Blättern durch die auf dem Speicher befindlichen Fotodateien.
Das Objektiv hat eine feste Brennweiten- und Schärfeneinstellung. Man kann also nicht viel verkehrt machen und sich voll auf die Dreharbeiten konzentrieren,
deren Szenen auf einem bis zu 32 GB fassenden SDHC – Chip gespeichert werden (optional, nicht im Lieferumfang), die Kamera selbst hat keinen integrierten
Speicher.
Uwe Kiehl hat sich nun entschieden, die Kultkamera im Alugehäuse UK-PRO auf Tauchfahrt zu schicken, dessen Grenzen weit jenseits der vom GoPro –
Kunststoffgehäuse propagierten 60 Metern liegt. Aus der Praxis wurden mittlerweile 100 Meter Einsatztiefe bestätigt, wer noch tiefer gehen möchte, kann beim Hersteller
eine modifizierte Lösung ordern. UK-GERMANY wertet die GoPro Hero mit dem soliden OK-Pro Body deutlich auf, für dessen Entwicklung kein konstruktives Neuland
betreten werden musste. Aber Uwe Kiehl machte sich dennoch einige Gedanken, ein Kernproblem des Originalgehäuses zu lösen, die Vignettierung der Videosaufnahmen
abseits des Full HD Modus sowie des Fotomodus. Er fand eine einfache und entsprechend geniale Lösung, in die Front des aus Alu gefrästen Gehäuses ist eine
Acrylglasscheibe eingesetzt, die dem Objektiv der GoPro optisch alle Freiräume lässt und zugleich die LCD - Statusanzeige der Kamera mit einbezieht. Hier werden zwei
bis drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, die Videos und Fotos sind in allen Modi frei von Abschattungen, die Statusanzeige benötigt kein eigenes Fenster und diese
gemeinsame Lösung vereinfacht die Produktion des Gehäuses, was natürlich direkt auf den Preis Einfluss nimmt. Denn man muss die Kosten im Auge behalten. Ein Gehäuse,
das so gesehen wesentlich einfacher gestaltet ist, als eine GoPro, hat es schwer, akzeptiert zu werden, liegt der Verkaufspreis deutlich über dem der Kamera.. Mit
knapp 500 Euro hat UK-GERMANY eine vertretbare Kalkulation gefunden, die auch der Amateurmarkt annehmen kann. Im Gegensatz zum Originalgehäuse aus Kunststoff sind
die Drucktasten auch mit dicken Handschuhen bestens zu bedienen. Die Modustaste an der Gehäusefront ragt zwar deutlich hervor, was aber nur dann auffällt, soll das
Gehäuse auf dem Tisch liegend mit dem Rückdeckel verschlossen werden. Unser Tipp, legen sie zu diesem Zweck die Einheit auf ein dickes Handtuch oder den Schaumgummi -
Einsatz des optionalen Systemkoffers und schon ist gleichzeitig das große Frontglas vor mechanischen Beschädigungen geschützt. Der Rückdeckel ist mit zwei
seitlichen Schnellspannverschlüssen mit dem Vorderteil verbunden, ein O-Ring dichtet ab. Die Innenansicht des UK-PRO ist edel, die Oberflächen wurden schwarz beflockt.
So ruht die GoPro Hero ohne weitere Befestigungselemente in einem kuscheligen Gehäusebett. Uwe Kiehl legt dem Gehäuse noch einen O-Ring bei, im Durchmesser des
Kameraobjektivs. Dieser Ring verhindert Reflexionen, die sich auf der Innenseite des Gehäusefensters abbilden können. Zudem empfiehlt UK-GERMANY den äußeren Rand des
Objektivtubus mit einem wasserfesten Filzstift zu schwärzen, um wirklich alle Reflexmöglichkeiten auszuschalten. Zur Befestigung des UK-PRO an Schienen oder
sonstigem Zubehör wurde der von der GoPro stammende Fuß mit Kunststoffklammer übernommen. So ist der bekannten Montagevielfalt keine Grenze gesetzt. Zum besseren
Handling bietet UK-GERMANY eine Schiene mit Handgriff an. Das im Test verwendete Demomuster war noch nicht fertig bearbeitet, weshalb unsere Produktfotos von der
endgültigen Version etwas abweichen. Die Gehäuseoberfläche ist geeignet, dem UK-PRO mit Folien einen ganz persönlichen Look zu geben.
Videolicht
Auf dem Handgriff kann eine Videoleuchte angebracht werden. UK-GERMANY favorisiert aktuell die SOLA 1200 von Light & Motion. Diese 1200 Lumen starke
LED-Lampe mit Flood- und Spotleuchtwinkel bietet variable Helligkeit in drei Stufen. Geschaltet wird mit einem Magnetschieber, Funktionsdioden zeigen den gewählten
Leuchtmodus und Ladezustand an. Im kaum faustgroßen Lichtwunder im eloxierten Metallgehäuse powert ein Lithium-Ionen Akku, der bei voller Leistung 70 Minuten, bei
minimaler Last 280 Minuten Leuchtzeit verspricht. Den Spot produzieren drei Dioden mittig im Lampenkopf, die Floodcharakteristik ein Ring aus 6 Dioden. Den
Spot kann man als Einstelllicht nutzen. Um den vollen Bildwinkel der GoPro Hero auszuleuchten sind zwei SOLA 1200 erforderlich. Das Ladegerät regeneriert den Akku
in 150 Minuten. Der Anschluss erfolgt mit einem Steckkontakt von außen, die Lampe wird vom User nicht geöffnet.
Praxis
Das UK-Pro Gehäuse bietet
das selbe einfache Handling, wie das GoPro Kunststoffgehäuse. Satt fixieren die beiden Schnellspannverschlüsse den Rückdeckel am Body und lassen sich mit
„damenfreundlichem“ Kraftaufwand öffnen. Das Einsetzen der Kamera ist ein Kinderspiel, ebenso die Bedienung der drei Funktionstasten. Im Gehäuse verbleibt
genügend Raum, bei Bedarf einen Trockenmittelbeutel einzulegen. Mit dem Griff liegt das Gehäuse gut in der Hand, die aufgesetzte Leuchte SOLA 1200 verleiht dem
Minisystem etwas Masse, was der ruhigen Bildführung entgegen kommt. Die Lichtmenge der kleinen Leuchte ist erstaunlich, arbeitet man mit nur einer Leuchte, muss man
sie genau zentrieren, damit das Hauptmotiv gut ausgeleuchtet wird. Besser wäre der Einsatz von zwei Lampen. Signifikante Geräusche unter Wasser zeichnet die GoPro
in ihrer Metallhülle problemlos auf, so hat man die Atmo des eigenen Atemgeräusches für den später zu bearbeitenden Film immer parat. Beim Umgang mit dem UK-PRO
über wie unter Wasser sollte man immer daran denken, die Acrylglasscheiben vor Kratzern zu bewahren.
Fazit
Mit dem UK-PRO erweitert sich der
Einsatzradius der GoPro erheblich, was nicht zuletzt auch für Profifilmer oder Technische Taucher interessant sein dürfte. Vom Volumen und Gewicht her ist das UK-PRO
System das zweitkleinste nach dem Original aus China.
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