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Auf dem Tauchatlas ist die Steiermark für die meisten Taucher eine große Unbekannte. Es mag an der Lage liegen, denn an diesem Land
fahren viele vorbei. Das ist bei näherem Hinsehen unerklärlich, denn aufgrund der geologischen Beschaffenheit großer Teile des zweitgrößten Bundeslandes von Österreich
sind die Tauchgründe meist sehr klar und zum Tauchen hervorragend geeignet. Herbert Frei verfasste diesen Klassiker unter den Süßwasser – Tauchreiseführern 1995.
Die exponierte Lage der Tauchbasen im Norden des Landes am Erlaufsee bringt es mit sich, dass auch einige Gewässer beschrieben wurden, die in Nieder- und
Oberösterreich liegen. Dem Gesamtbild des Tauchführers sollte dies keinen Abbruch tun.
Verschiedene Seen im Landesteil „Steirisches Salzkammergut“ wurden
bereits im Tauchführer „Salzkammergut“ beschrieben. Sie tauchen hier deshalb nicht mehr auf. Wer die im Westen und Südwesten gelegenen Gewässer besuchen will,
ist unter Umständen besser beraten, wenn er diese Touren von den Tauchschulen in und um Hallstatt aus startet, weil der Weg vom Tauchzentrum Erlaufsee zu weit ist.
Weitgehend unbekannt sind die Seen der südlichen Steiermark. Luft bekommt man dort nur bei der Feuerwehr. Es ist ratsam, mehrere Pressluftgeräte mitzuführen oder
gelegentlich zu schnorcheln.
Taucher, die sich nicht scheuen, die Ausrüstung ein Stück zu tragen, kommen in der Steiermark in den Genuss, da zu tauchen, wo die
Welt unter Wasser noch so ist, wie sie sein soll.
Die Schönheit lieben, das Unbekannte suchen, den Rummel meiden — das ist die Steiermark, Österreichs
grünes Herz. Auch an Flusstaucher und Wildwasserschwimmer wendet sich dieser Führer. Wildromantische Schluchten und reißende Stromschnellen locken den Abenteurer im
Neopren.
Mit der Auflistung von 35 betauchbaren Seen, deren Tiefen zwischen einem und 30 Metern liegen, hat Herbert Frei die ideale Grundlage geschaffen
ausgedehnte Tauch- und Schnorchelerlebnisse zu planen, die mit einem Kurzurlaub oder auch einem längeren Aufenthalt vor Ort verbunden werden können. Nur für einen Tag
in die Steiermark zu fahren, dürfte für das Gros der aus Deutschland anreisenden Taucher doch etwas knapp kalkuliert sein.
Von den Admonter Fischteichen bis zum
Zenzersee werden die möglichen Tauch- und Schnorchelgründe ausführlich beschrieben, vom Anfahrtsweg, der Höhenlage, maximalen Tiefe und den Bedingungen unter Wasser
und rund um den See. Vielfach ist es notwendig mit den eigentlichen Besitzern der Seen kurz Rücksprache zu halten, sich anzumelden und vorzustellen. Gehört ein
Gasthaus zum See, sollte die Einkehr dort zu einer kräftigen Brotzeit nicht vergessen werden.
Der Tauchreiseführer wäre nicht aus der Feder von Herbert Frei,
nähme er nicht zu den einzelnen Seen auch aus Sicht des UW - Fotografen Stellung. So sind Tipps für die besten Fotoreviere und die dazu nötige kameratechnische
Ausstattung natürlich inbegriffen.
Auf 31 hervorragenden Abbildungen nimmt der Reiseführer auch Bezug auf die anzutreffende Fauna (Fische und Insekten),
womit er zusätzlich als Bestimmungsbuch wertvolle Dienste leistet. Das alte Manko ist ja hinlänglich bekannt, die tropischen Fische kann man vielfach beim Namen
nennen, im Süßwasser beschränkt sich das individuelle Taucherwissen auf Hecht, Forelle und Karpfen.
Rundum erwarten auf 100 Seiten im Format DIN A 5 die
Leser informative Seiten, die das Fernweh zu Tauchgängen in kristallklaren Seen wecken, abseits vom Rummel des herkömmlichen Tauchtourismus. Die 63 Farbfotos im Buch
runden visuell in bester Qualität den Reiseführer ab.
Fazit
Angeregt durch diese Publikation kann man genussvolle Süßwassertauchgänge für sich
wieder neu entdecken, für eingefleischte Binnentaucher, die die reizvolle alpine Landschaft und glasklare Seen lieben ist das Buch ein Muss.
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