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SUBAL ND 20 Ein entscheidendes Kunststück, das führende Gehäusebauer beherrschen müssen, ist den Body so eng wie möglich
um die Kamera zu legen, so dass die Funktionstasten ähnlich komfortabel bedient werden können, wie an einer unverpackten D200, mit und ohne dicke Tauchhandschuhe.
Arnold Stepanek gelingt dies sogar unter Berücksichtigung des gesamten Erscheinungsbilds eines UW-Gehäuses, denn er legt Wert auf Funktion und Design. Typisch auf
den ersten Blick ist die Farbgebung, des aus hart eloxiertem Aluminium gefertigten Gehäuses und die justierbare gelbe Handschlaufe am rechten Griff. Beides
sind aus der Praxis geborene wichtige Details, denn die unauffällige Farbgebung des Gehäuses übt keine abschreckende Signalwirkung auf Spezies aus, denen man im
Nahbereich auf die Pelle zu rücken versucht. Die Handschlaufe lässt unter Wasser das nahezu gewichtsneutrale Gehäuse auch mit der rechten Hand alleine führen und
auslösen, in den Fotopausen hält man das System dann entspannt am Griff. Solche „Kleinigkeiten“ schätzt man rasch und möchte sie auch nicht mehr missen.
Jahrzehnte lange Erfahrung spiegeln sich im ND20 Gehäuse und lassen auch das Herz von Profis höher schlagen, die nicht mehr so schnell zu begeistern sind. Nähern wir
uns weiter von außen dem ND20, so ist die konsequente Umsetzung eines ergonomischen Handling, die das Bedienen von Funktionstasten und Rändelrädern ohne die Hände vom
Handgriff lösen zu müssen zum Ziel hat, gut gelungen. Man bedient die verpackte D200 wie im Schlaf, denn die Position der Tasten entspricht der Realität, wie sie der
Kamerabody vorgibt. Es wird vielfach zurecht diskutiert, dass eine Menge der nach außen geführten Funktionstasten einer Digitalkamera selbst für den kreativsten
Fotografen unter Wasser überflüssig sind, doch weil es der Wettbewerb so macht, kann sich kein Hersteller – damit auch kosteneinsparend – auf eine
intelligente Reduzierung der Durchführungen einlassen, man würde dies in gewissen Käuferkreisen als Negativum auffassen. So bleibt dem Betrachter zumindest die Freude
zu erkennen, mit welcher Präzision und Funktionssicherheit selbst schwierige Übertragungen realisiert wurden, die kaum je einmal genutzt werden, wie die Umschaltung
der Serienbildfunktion bis hin zum Selbstauslöser. Wenn in einem Maybach sich alle aus Edelholz gefertigten Aschenbecherdeckel in genau der selben Zeitspanne
öffnen müssen, ist es für SUBAL selbstverständlich, dass die Wege aller Drucktasten identisch abgestimmt sind und im Bedienungsablauf einen harmonischen Eindruck
erzeugen. Als souveräner Ruhepol wirkt die großflächige Auslösetaste mit Fingermulde. Hier hat man wirklich alles in der Hand und fühlt sich als Herr über die zu
erfolgende Belichtung. Die Ansteuerung des ersten Druckpunkts am Auslöser, der Schärfe und Belichtungszeit zu speichern erlaubt, ist selbst mit dicken
Trockentauchhandschuhen oder 3-Finger Fäustlingen ein Kinderspiel. An alles wurde gedacht, sogar eine durchgeführte Entriegelungstaste zum Objektivwechsel bei
eingebautem Body ist vorbereitet, die besonders dann Sinn macht, wenn eine Optik verwendet werden soll, deren Frontdurchmesser größer wäre, als die Gehäuseöffnung zum
Port hin. Ein so komplexes UW-Gehäuse vermittelt zunächst ein Vorurteil, jenes, dass der Einbau einer Kamera wie der D200 wohl kompliziert sei. Indes, es gibt im
Verhältnis kaum mehr zu beachten, als bei höherwertigen Kompaktsystemen. Am Stativgewinde der D200 wird ein Schlitten angeschraubt – eine Münze genügt als
Werkzeug. Der Schlitten fixiert die Kamera im rechten Winkel. Bei Verwendung eines Zoom, etwa dem Weitwinkel 12 – 24 mm, schiebt man einen Kunststoff –
Zahnring über das Objektiv auf den Zoomring. Der Betriebsschalter an Kamera und Gehäuse steht auf OFF und die Zoomübertragung wird entkoppelt. So gleitet die Kamera
geradlinig in ihr neues Zuhause und sitzt bombenfest, da eine Arretierung am Schlitten ihre Bewegungsfreiheit auf Null reduziert. Dieses einfache Procedere lässt
verschmerzen, dass zum Entnehmen der Speicherkarte oder zum Akkuwechsel die Kamera etwas aus ihrer Aufnahmeposition herausgezogen werden muss. Das erledigt sich
schnell und ohne hakelige Tücken. Ein wenig länger wünschen wir uns das Kabel für den Blitzkontakt, dann läge er während des Kameraeinbaus locker über dem
Gehäuserand. Sonst muss man einen Finger übrig haben um zu verhindern, dass sich Kabel und Kontaktschuh beim Kameraeinbau ins unerreichbare Innere zurückziehen. Für
die Blitztechnik sind am ND20 bereits zwei Buchsen angeschlossen, die Auslösung von zwei Blitzen erfolgt parallel. Durch Umsetzen von Steckern im Blitzverteiler können
TTL – und manuelle Blitzfunktionen gewählt werden. (Buchsen wahlweise für Nikon, Ikelite, Subtronic) Ein O-Ring der Stärke 4 mm liegt in einer Nut und dichtet
zum Gehäusedeckel ab. Ein Special von SUBAL ist der Verschlussmechanismus, der als QuickLock Verschlusssystem bezeichnet wird. Im Rückdeckel sind links und rechts je
ein Hebel versenkt. Mit gleichzeitigem Druck auf die gefederte Achse der Verschlusshebel gibt man den Öffnungsweg frei und kann die Hebel ausschwenken. Neben absoluter
Verschlusssicherheit und gefälligem Design erreicht man mit dieser Technik auch, dass der Dichtungsring nicht versehentlich eingeklemmt wird. Normaler Bestandteil
des Gehäuses ist ein Leckwarner, der intern von einer flachen Rundzelle gespeist wird, und im Notfall eine Leuchtdiode vor dem Anzeigefenster der Kamerafunktionen
aktiviert.
Ports
Die Ports sind bei SUBAL traditionell mit einem Bajonett am Gehäusebody befestigt. Der Verzicht auf Rasten oder Federstifte hat
sich bereits jahrzehntelang bewährt und gibt dieser Lösung recht. Neben den Planports für die Realisation von Makroaufnahmen spielen die Domeports eine besonders
wichtige Rolle in der Unterwasserfotografie. Die Abbildungsqualität der SUBAL Domeports genießt auch im Profilager hohes Ansehen. Es gefällt, dass man den Fisheyeport
durch einen Verlängerungstubus auch für das geniale Weitwinkelzoom 12 – 24 mm verwendbar macht, im Hinblick auf Investitionen in diesem Bereich werden doch
einige Euro eingespart und das Kameragepäck um einen zweiten Dome reduziert. Ein Streulichtschutz am Dome schützt zusätzlich das Mineralglas vor unliebsamen Kontakten
mit der fotografischen Außenwelt, optional kann man mit einer Neoprenhaube das Fenster zur Unterwasserwelt schützen, eine Anschaffung, die Sinn macht.
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