|
Menschenverstand ist gefragt
Positiv auf der einen Seite, ärgerlich auf der anderen, ist die Notwendigkeit für das Tauchen im
Starnberger See eine überarbeitete Version der Allgemeinverfügung zu veröffentlichen, was nicht erforderlich gewesen wäre, hätten sich Sporttaucher und Ausbilder kraft eigenen
Menschenverstands und in Erinnerung an die Grundlagen der Ausbildungsrichtlinien an das gehalten, was seit Jahrzehnten ausgebildet wird.
Leider sind viele Taucher wie
Autofahrer, kaum den Schein in der Tasche, wird auf die Tube gedrückt und was dem Ausbilder gegenüber mit großen Augen als Headline für das zukünftig eigene Verhalten versichert
wurde, verliert von Minute zu Minute an Bedeutung, hat man das Brevet – vielfach auch als Ausbilder - in der Tasche. Allein an der Steilwand in Allmannshausen
verloren in 14 Jahren 11 Taucher bei Unfällen ihr Leben, weitere 34 wurden zum Teil schwer verletzt. Tiefengier und Selbstüberschätzung von Sporttauchern, teils mit
mangelhafter Kaltwasserausrüstung auf der einen Seite, mangelnde Sensibilität von Instructoren für die Bedürfnisse unerfahrener Tauchschüler auf der anderen Seite, führte in die
Katastrophe, was zum Teil sogar gerichtlich bewiesen wurde.
In der Regel machen es sich Verwaltungen leicht, sich ein mehr oder weniger lästiges Übel vom Hals zu schaffen,
sitzt man am längeren Hebel, ist schnell ein Verbot ausgesprochen, gegen das man in Jahrzehnte langen Verwaltungsgerichtsverfahren anzugehen versuchen kann, mit offenen
Erfolgsaussichten.
Erfreulich also, dass am Starnberger See in Abstimmung mit den Verwaltungsbehörden, der staatlichen Schlösser- und Seenverwaltung, der Polizei, der
Interessengemeinschaft Tauchen in Bayern und dem Bayerischen Landestauchsportverband ein Konsens gefunden werden konnte, der die bereits geltende Allgemeinverfügung, die die
Ausübung des Tauchsports regelt, narrensicher formuliert. Verstöße können mit bis zu € 50.000,- geahndet werden.
Nötig gewesen wäre se nicht, denn an sich sind die
nun zur Allgemeinverfügung hinzugefügten Formulierungen jedem angemessen verantwortlichen Sporttaucher geläufig, jede Handlungsweise abseits der Grundlagen stufen wir als
fahrlässig oder grob fahrlässig ein.
Etwas schwammig mag die eine oder andere Formulierung wirken, direkt möchten wir hier sagen, dass es wohl keine Frage sein kann, ob man
einen Tauchcomputer mit sich trägt. Im Dunst einer Stickstoffsättigung mit einem Analoginstrument nach Art einer chinesischen Rechenmaschine verschiedene Daten zu interpolieren
sehen wir nicht mehr als „state of the art“.
Seien wir also dankbar, dass hier eine gemeinsame Verhandlungsebene gefunden worden ist, die vernünftige Grundlagen für
das Tauchen im Starnberger See nochmals deutlich fordert
Lesen Sie hier die Pressemeldung der
Interessengemeinschaft Tauchen in Bayern
Lesen Sie hier die Änderungen zur Allgemeinverfügung
|