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Nachdem der starke Trend zur digitalen Fotografie dem Videomarkt etwas die Luft aus den Segeln nahm, gibt es jetzt ein deutliches Zeichen
sich unter Wasser wieder verstärkt dem bewegten Bild zuzuwenden. SILVERFISH heißt das Argument, das ungewöhnlich gut ausgestattet einer Vielzahl von Camcordern den
Aufenthalt in der Tiefe so angenehm wie möglich macht und bei einem Kameramodellwechsel noch lange nicht aufs Altenteil muss.
Man hat beim Hersteller RWE
Mechatronics seine Hausaufgaben offensichtlich gut gemacht und nach dem Studium der am Markt erhältlichen UW-Videogehäuse, die nicht nur einen Kameratyp sondern eine
ganze Palette von Camcordern aufnehmen können, die Eckpunkte festgeschrieben, die ein Universalgehäuse moderner Bauart haben muss. Unerlässlich dabei ist ein guter
Gehäusemonitor, da man bei Universalgehäusen kaum einen akzeptablen Einblick auf den Kameramonitor hat. Auch die Steuerung der Kamerafunktionen mittels Drucktasten,
deren Befehle an die LANC – Buchse der Camcorder weitergeleitet wird, entspricht modernstem Standard. Eher unüblich bei Universalgehäusen des Wettbewerbs, doch
beim SILVERFISH realisiert, ist das UW-Mikrofon und ein Leckwarner. Das Design, das bereits preisgekrönt wurde, macht den SILVERFISH unverwechselbar und zeigt
deutlich, dass es sich um eine Konstruktion mit Zukunftsaussicht handelt. Während andere Hersteller für die zu verpackenden Camcorder nach passenden Mastprofilen
suchen oder mittels CNC – Fräsen aus Aluminiumblöcken die Konturen herausarbeiten, hat man sich bei RWE Mechatronics auf ein völlig neues Verfahren und ein für
UW-Gehäuse neues Material zur Fertigung spezialisiert. Spezialstahl (Edelstahl 1,4571) schützt die Kameras vor dem Wasserdruck, kein sonst übliches Aluminium. Ein
erhöhter Chrom- und Nickelanteil macht den Body absolut seewasserbeständig. Die hochgelobte Form wird mit Hydroforming realisiert, ein Verfahren das den Konstrukteuren
völlig neue Möglichkeiten eröffnet. Wasser unter hohem Druck bläht ein Stahlrohr auf und presst dessen Oberfläche an die Innenseiten eines Formwerkzeugs. Dabei wird
dessen Geometrie präzise abgebildet. Druck von innen und Gegendruck von außen verformen das Metall – ohne Beeinträchtigung seiner Struktur. So entstehen Objekte
aus Metall, wie sie bisher nur aus Kunststoff zu formen waren. Ein optisch neutrales und gehärtetes Planglas schließt das Gehäuserohr ab, durch einen dicken
Kunststoffring (Material TPE) stoßgeschützt. Kunststoffstreifen entlang des Gehäuserohres bieten weiteren Schutz gegen Stöße und mechanische Beanspruchung. Weit
ausladend ist der Seitenlichtschutz um den groß dimensionierten TFT – Monitor mit 2,5 Zoll Bilddiagonale. Drei farbige Leuchtdioden oberhalb des Monitorbildes
informieren über die Betriebszustände: Grün – Aufnahmebereitschaft; Rot – Aufnahme; Gelb – Leckwarnung. Im Unterschied zu manch anderen Systemen, die
die Stromversorgung der Leckwarnung vom Camcorderakku abnehmen – was nur Warnungen bei aktivierter Kamera zulässt – bezieht das Warnsystem des SILVERFISH
den benötigten Strom aus den Batterien des Monitors, was wesentlich sicherer ist. Der Monitor selbst ist mit 4 Mignonzellen oder Akkus etwa 6 Stunden betriebsbereit.
Je 4 wartungsfreie Magnettaster links und rechts steuern die Kamerafunktionen: Zoom, manueller Focus, Aufnahme, AF, Display und Power. Die zur Kamerabefestigung
montierte Lochplatte lässt keine Wünsche zur Positionierung eines Camcorders, gegebenenfalls einen zusätzlichen Tariergewichts, offen. Gleiches kann man auch zur
ähnlich gestalteten Bodenplatte mit ihren Handgriffen sagen, die die Montage unterschiedlichster Lichtanlagen des Marktes gestattet, wenn nötig mit kleinen Eingriffen
an der Anlage, die auch technisch weniger begabte Filmer durchzuführen in der Lage sein sollten. Etwas filigran wirken die Schnellspannverschlüsse, doch daran
gewöhnt man sich rasch. Der einzige O-Ring ist großzügig bemessen, Querschnitt 5 mm, und wird beim Verschluss des Gehäuses nicht gequetscht. Pflegemaßnahmen fallen
hier leicht. Gewicht und Größe des SILVERFISH lassen es als reisefreundlich einstufen, wobei man angesichts des fest eingebauten Monitor überlegen sollte, ob
das gute Stück nicht im Handgepäck transportiert werden sollte.
Praxis
Der Einbau des Camcorders ist wirklich einfach zu bewerkstelligen. An der
Lochplatte die Stativschraube in der passenden Position durchführen und festziehen, damit ist der mechanische Part auch schon erledigt. Das Kameraobjektiv sollte dabei
so nah wie möglich am Frontglas sitzen um im Weitwinkelbereich Abschattungen zu vermeiden. Für die Mehrzahl der Motive ist die Verwendung eines Weitwinkelvorsatz
wirklich wichtig, da das Planglas die Brennweite bekanntlich um 1/3 verlängert und deshalb die kürzeste Brennweite schon zum leichten Tele mutiert. Mit dem Vorsatz
wird wenigstens die Brennweitenverlängerung egalisiert. Die Verbindung der drei Kabel – Monitor, LANC und Mikrofon – mit der Kamera stellt auch keine
Hürde dar. Um die Kamera steuern zu können, muss nur noch deren Hauptschalter auf „Bereitschaft“ geschaltet werden. Über die Powertaste am SILVERFISH kann dann
die Aktivierung oder Abschaltung des Camcorders gesteuert werden. Ein Trockenmittelbeutel im Gehäuse eingelegt kann nicht stören und bei großen Temperaturunterschieden
oder in den Tropen (feuchte Luft) wird der Beschlag der Innenwandung und des Ports verhindert. Jetzt noch ein abschließender Blick auf den groß dimensionierten
O-Ring, ist dort alles sauber schiebt man das Gehäuserohr über die Steuereinheit. Aufgepasst, die kleinen Nuten, in denen die Spannverschlüsse greifen sollen, müssen
exakt ausgerichtet sein. Nach einer Funktionsprüfung steht dem Tauchgang nichts mehr im Wege. Was wir vermissen, ist eine Kapazitätsanzeige der Monitorbatterien.
Machen die Zellen beim Tauchgang schlapp, können wir die Kamera nicht mehr kontrollieren, denn ihr Bild bleibt uns verborgen. Deshalb immer die Betriebsstunden
registrieren und lieber früher die Mignonzellen wechseln als an der falschen Stelle sparen. Das großformatige Monitorbild macht Laune und lässt sogar unter guten
Bedingungen die Schärfe kontrollieren. Die Farbwiedergabe und somit die Beurteilung der Belichtung wie auch des Weißabgleichs sind einwandfrei, solange kein direkter
Lichteinfall auf das Display erfolgt, ist das Motiv immer im Blick. Angenehm ist der Betrachtungswinkel, der erlaubt auch bodennahe und in normaler Schwimmlage zu
filmen. Mit und ohne Handschuhe lässt sich der SILVERFISH sehr gut bedienen, die Finger finden die Drucktasten mühelos. Die Anordnung der Tastenfunktionen ist
logisch und geht rasch in Fleisch und Blut über. Je nach Camcorderbestückung und ob der Einsatz im See oder im Meer erfolgt, ist die Hydrostatik des SILVERFISH
unterschiedlich. Von leichtem Auftrieb bis hin zum Abtrieb, beides ist möglich. Auftrieb registriert man aber nur beim Verzicht auf eine Videolichtanlage, was wohl
nicht zum Standard zu rechnen ist. Ohne Licht bleiben bald schon die leuchtenden Farben der Fauna und Flora unter Wasser verborgen und Versuche bei der Nachbearbeitung
zu Colorieren werden mangels Rechnerkapazität und den Grenzen dieser Technik bald reuevoll aufgegeben. Um bei Totalen bis zu gewissen Tauchtiefen der Kamera
Farbeindrücke liefern zu können, wünschen wir uns einen aufsteckbaren Orangefilter passend zum Gehäuse. Auf die Eigenheiten der Schallaufnahme unter Wasser
abgestimmt liefert das eingebaute Mikrofon saubere Tonsignale, die realistisch wirken.
Fazit
Das SILVERFISH – Videogehäuse ist bestens
verarbeitet, ergonomisch ausgelegt, attraktiv gestaltet, sehr funktionell und lässt auch professionelle Aufnahmen realisieren. Durch die weite Kompatibilität
unterschiedlichster Camcorder mit LANC – Steuerung muss sich sein Besitzer nicht vor einem Kameramodelwechsel fürchten. Ideal ist das Gehäuse auch für
Tauchbasen, die den Service des Gehäuseverleihs bieten können, ohne zwingend selbst einen Camcorder dafür anbieten zu müssen. Das macht die Sache für den nur
gelegentlich unter Wasser filmenden Gast natürlich kostengünstiger. Doch auch Tauchclubs können von der breiten Palette verwendbarer Camcorder profitieren. Der etwas
höhere Preis im Vergleich zu Universalgehäusen des Wettbewerbs wird durch die gute Komplettausstattung wett gemacht.
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