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Nah-und Makroaufnahmen aus der Unterwasserwelt üben auf viele Betrachter eine geradezu magische Wirkung aus. Entsprechend hoch sind die Verkaufzahlen der
betreffenden Objektive in diesem Bereich. Keine Kamerafirma, die nicht solche Objektive im Programm hätte. Nun hat Sigma, der Welt größter Fremdhersteller von
Wechselobjektiven, eine neue Produktlinie kreiert - digitaloptimierte Makroobjektive. Herbert Frei über eine Entscheidung, die lange überfällig war und über
die Makrofreaks mehr als erfreut sein werden.
Makroobjektive beherrschen die UW - Fotografie seit über 30 Jahren. Schon Anfang der 70er Jahre wurden
sie von qualitätsbewussten Fotografen eingebaut. Die damit abgelichteten Motive konnten allesamt brillanter und schärfer dargestellt werden als mit den damals noch
üblichen Nahlinsen. Makroobjektive bestehen aus Linsensystemen mit einem verlängertem Auszug und einer erhöhten Schärfeleistung im Nahbereich. Das optische Maximum
erreichen sie deshalb nicht auf Stellung unendlich, sondern bei Abbildungsmaßstäben zwischen 1:1 und 1:3. Gleichwohl lassen sich mit ihnen hervorragende
Überwasseraufnahmen auch bei Landschaftsmotiven erstellen. Noch vor kurzem wurden Makroobjektive ausschließlich für die Adaption an analog arbeitenden Kameras -
also solche mit Filmbestückung - konzipiert. Mit Dia- oder Farbfilmen im Kleinbildformat harmonieren die klassischen Makroobjektive zwischen 50 mm und 105 mm bestens.
Randschärfe, Bildschärfe und Kontrastverhalten sind optimal, der Autofokus - auch preiswerter Analogkameras - kommt mit den lichtschluckenden Fokussierlängen der
Objektive problemlos klar. Etwas anders sieht es aus, wenn konventionelle Makroobjektive an digitalen Spiegelreflexkameras verwendet werden. Bildsensoren nehmen
Lichtstrahlen anders auf als ein Film. Schräg einfallendes Licht stört einen Film überhaupt nicht, einem Bildsensor setzen laterale Strahlen aber mächtig zu. Er
quittiert solches mit Randunschärfen und Farbveränderungen. Im Weitwinkelbereich bewirken schräg einfallende Strahlen deshalb in der Regel extremen Schärfeabfall zum
Rand hin, was sehr störend wirkt. Bei Makro- und Teleobjektiven ist dies in vielen Fällen eher unbedeutend, aber eben spür- und messbar, wenn man strenge Maßstäbe
anlegt. Weil digitale Spiegelreflexkameras mittlerweile ihre Marktpräsens ausgeweitet haben und für Fotografen mit gehobenen Ansprüchen unverzichtbar geworden
sind, benötigt man für optimale Abbildungsqualität entweder spezielle Digitalobjektive oder digital optimierte Objektive. Erstere können wegen ihrer speziellen
Konstruktion nicht mehr an Analogkameras verwendet werden. Hingegen kann man digital optimierte Objektive sowohl als auch verwenden, wobei sie an digitalen Kameras die
besseren optischen Ergebnisse bringen.
Digital optimiert — was heißt das?
Weil Bildsensoren auf einfallende Lichtstrahlen anders reagieren
als ein Film, müssen die Objektive diesen Gegebenheiten angepasst werden - der Strahlengang muss ergo telezentrisch ausgelegt sein. Dies ist bei einem Makroobjektiv
leichter zu gestalten als bei einem Weitwinkel oder Fisheye. Sigma hat deshalb die beiden populären Makrobrennweiten 50 mm und 105 mm auf das Strahlenverhalten der
Bildsensoren in Spiegelreflexkameras optimiert. Heraus kommen überwältigende Ergebnisse, denn die Sigma – Makro - Objektive verwöhnen im Verbund mit digitalen
Spiegelreflexkameras (die Größe des Bildsensors spielt dabei keine entscheidende Rolle) das Auge mit knackigen Schärfen, wie man es nur aus der Dia - Szene kennt.
In digitalen Spiegelreflexkameras werden Bildsensoren mit unterschiedlichen Flächenmaßen verwendet. Auch beim Full – Frame - Bildsensor mit den Maßen 24 x 36 mm
in den Canon – Digital - SLR`s 1Ds (11,3 Megapixel) bzw. 1 Ds II (16,7 Megapixel) sowie in der Kodak Profi - Digital - SLR DC 14 n und 14 c können die
Sigma - Makroobjektive aufgrund ihrer telezentrischen Konstruktion mit erheblichen Qualitätssteigerungen aufwarten. Für Besitzer oder Kaufinteressenten dieser Kameras
ist das von besonderer Wertigkeit, weil deren Bildsensoren im Verbund mit gewöhnlichen Kleinbildobjektiven an den Bildrändern die größten Probleme aufzeigen. Grund ist
der für solche Bildsensoren zu kleine Bajonettdurchmesser, der verhindert, dass sogar telezentrische Objektive nicht immer optimal eingesetzt werden können. Mit den
digital optimierten Sigma - Makroobjektiven ist hier ein deutlicher Qualitätssprung zu spüren. Vorteil der Vollformat - Bildsensoren ist der fehlende Bildwinkelfaktor
und die Möglichkeit selektive Schärfen zu gestalten. Das heißt, es kann die Schärfentiefe so gelegt werden, dass Vorder- und Hintergrund in Unschärfe
verschwimmen, während das Motiv - beispielsweise die Augen eines Fisches - knackig scharf wiedergegeben werden. CMOS - Bildsensoren mit den Flächenmaßen
(19,1 x 28,7) mm werden nur von Canon gebaut, beispielsweise für die EOS Mark II. Sie sind etwas kleiner als das Kleinbildformat und deshalb für telezentrische
Objektivkonstruktionen mit dem herkömmlichen Bajonettdurchmesser besser geeignet. Die Kameras sind leider ähnlich teuer wie die Modelle mit implantiertem
Vollformatsensor, weshalb sie sich nur selten unter Wasser Verwendung finden. Dessen ungeachtet erreichen die Sigma - Objektive hier bereits ein optisches
Leistungsvermögen, das keine Wünsch mehr offen lässt. Der Bildwinkelfaktor beträgt an diesen Kameras 1,3, was soviel bedeutet, dass der Bildwinkel dem eines Objektives
mit der 1,3-fachen Brennweite entspricht. Das ist zu verschmerzen. Die zweite Gruppe der Bildsensoren besitzt Flächenmaße, die dem digitalen APS - Format
(zwischen 15,5 x 23,5 und 15,7 x 23,5 mm) zugeschrieben werden. Es unterscheidet sich von Film APS (16,7 x 30,2) mm durch eine etwas kleinere Fläche. In den Bereich
des digitalen APS - Formates fallen ein Großteil aller digitalen Spiegelreflexkameras. Beispielsweise alle digitalen Nikon - SLR`s, die Modelle von Fuji FinePix (S2
Pro und S3 Pro) und Kameras von Canon wie die EOS 300 D, 30 D, 60 D, 10 D oder die neue EOS 20 D. Vor einem digitalen APS - Sensor spielen die Sigma - Makroobjektive
ihr ganzes optisches Können aus, weil nur ein kleiner Teil des Bildkreises genutzt wird. Und weil bei allen Objektiven das Filetstück der Abbildung im Zentrum der
Linsen sitzt, fotografiert man hier nahe dem Optimum, was sich in einer ungeheueren Bildschärfe und Brillanz niederschlägt. Nah- und Makroaufnahmen gewinnen an
Potential, eignen sich deshalb selbst mit einer 6 Megapixel - Kamera nun auch für größere Ausdrucke und sogar Poster. Der Bildwinkelfaktor liegt beim digitalen
APS-Format bei 1,5 bis 1,6 - ein Wert, der die Einsatzmöglichkeiten beider Makroobjektive nachhaltig beeinflusst. Im Prinzip lässt sich die Abbildungsleistung
sogar noch etwas steigern, wenn man die Makroobjektive an der Sigma – Digital - SLR 9 D verwendet. Hier ist der Foveon - Bildsensor noch etwas kleiner und kann
pro Pixel die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau wiedergeben, was zu einer phänomenalen Bildschärfe, Brillanz und Farbtreue führt. Es wird allmählich Zeit, dass ein
engagierter Hersteller dafür ein UW - Gehäuse baut. Der Bildwinkelfaktor fällt mit 1,7 zwar etwas hoch aus, ist aber noch erträglich. Das 50mm Makro bekäme auf diese
Weise den Bildwinkel eines 80 mm Objektives. Neue Objektive erfordern manchmal auch neue Überlegungen und Konzeptionen. Wer sich mit dem Gedanken trägt, an die
digital optimierten Sigma - Makros einen Konverter zu montieren, sollte von dieser Idee Abstand nehmen. Sigma selbst empfiehlt diese Kombination aus optischen Gründen
nicht, weil die konventionellen Konverter nicht telezentrisch gefertigt sind. Sie sollten deshalb abwarten, bis es spezielle Konverter für solche Objektive gibt. Bis
dahin sollten Sie mit voller Auflösung fotografieren und am Bildschirm Ausschnitte machen. 50 mm F2.8 EX DG Macro
Für alle
Digitalkameras mit Bildsensoren, deren Flächenmaße dem digitalen APS entsprechen, ist das 50er Makro erste Wahl. Der maximale Abbildungsmaßstab liegt bei 1:1, egal wie
groß der Bildsensor ist. Das gilt ebenso für Kameras mit Kleinbildfilm bzw. Full – Frame - Bildsensoren. Der maximale Abbildungsmaßstab hat in diesem Fall nichts
mit dem Kameratyp zu tun und er ist auch nicht von der Formatdiagonale abhängig, weil der Bildwinkelfaktor nur in Abhängigkeit der Sensorgröße wirksam zur Geltung
kommt und so den Abbildungsgrößenausgleich schafft.. Daraus resultiert, dass beim Full – Frame - Bildsensor (24 x 36 mm) das Objekt bei Abbildungsmaßstab 1:1
real größer abgebildet wird als auf einem APS-Bildsensor mit (15,7 x 23,5) mm. Trotzdem liegt für beide Bildsensoren ein wirklicher Abbildungsmaßstab von 1:1 vor,
sofern das Motiv jeweils formatfüllend aufgenommen wird. Eine etwas widersprüchliche und nicht sofort einleuchtende Theorie, die aber logisch nachvollziehbar ist, wenn
man das Prinzip und das optische Gesetz des Abbildungsmaßstabes verstanden hat und es formell auch in der Praxis umsetzt.
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