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aqua med & iQ on Tour im Interview
Ein reißerischer Negativ - Artikel, dessen Recherchearbeit mittlerweile als „kaum an der Oberfläche gekratzt“ bezeichnet werden muss, wühlte in
den letzten Wochen die Szene auf. Fast noch stärker brachte die Erwiderung von Robby Schropp auf diesen Onlineartikel des Nachrichtenmagazins Spiegel Emotionen an den Tag, da man
fälschlicherweise witterte, dass „aqua med“ in der Kritik stehen würde. Jedoch, Dr. Marco Röschmann und Robby Schropp haben identische Ziele.
Während sich
Vertreter der Tauchsportindustrie, aufgeschreckt vom Artikel in Spiegel online, in einer internen Übereinkunft lediglich darauf zu einigen scheinen, dass lancierte Artikel mit
ausschließlich positiver Darstellung des Tauchsports als Gegengewicht in der Presse zu veröffentlichen seien, ansonsten sich dem Thema aber nicht weiter zu nähern beabsichtigen,
haben “aqua med” und “iQ on Tour” bereits deutlich und engagiert reagiert, lange bevor alles ins Rollen kam. Dass Handeln mehr bringt, als warme Worte,
begleitet von bunten Bildern unbeschwert und fröhlich wirkender Taucher, dürfte unbestreitbar sein. Für UnterWasserWelt ist „Schönreden“ kein Weg, notwendige Veränderungen
herbeizuführen oder zu unterstützen. Sinnverfälschende Zitate im Spiegel online – Artikel haben etwa Dr. Marco Röschmann von “aqua med” sehr getroffen, die
nachvollziehbare Reaktion darauf durch Robby Schropp toppte letztlich eine Diskussion, deren Kernthema wichtig, in der Beschreibung aber über einen Kamm scherend allen in der
Szene der Safarianbieter Kompetenz und lauteres Geschäftsgebaren absprach.
Um die Standpunkte von Dr. Röschmann / “aqua med” und Robby Schropp / “iQ on
Tour” transparent zu machen sowie die Situation in Ägypten zu beleuchten, führte UnterWasserWelt ein exklusives Interview zwischen Bremen und Hurghada.
Fragen an aqua med, Dr. Marco Röschmann
UWW:
Herr Dr. Röschmann, ist aqua med und dessen „dive card „ eine deutsche (oder europäische) Antwort auf DAN oder wo sehen Sie charakteristische Unterschiede oder Vorteile für den sich Ihnen anvertrauenden Taucher?
Dr. Röschmann:
DAN ist eine ehrenamtliche Mitgliederorganisation, aqua med hingegen ist der tauchmedizinische Fachbereich der Medical Helpline Worldwide, einer international tätigen Notrufeinrichtung. Der Unterschied ist der, dass wir hauptberuflich jeden Tag mit Notfällen im In- und Ausland betraut sind und von daher auf entsprechend professionelle Erfahrungen und Kontakte auch außerhalb der Tauchmedizin zurückgreifen können.
UWW:
Der Anteil verantwortungsbewusster Taucher scheint nicht größer zu werden, das Gros heute als zertifiziert geltender Tauchsportler wird zumeist nur gelegentlich abtauchen. Kann man vor diesem Hintergrund eine notwendige Flächendeckung der unbestritten wichtigen Eigenvorsorge überhaupt einmal ins Auge fassen?
Dr. Röschmann: Wichtig ist für alle Taucher zu wissen, dass gesetzliche Krankenkassen ambulante Druckkammerbehandlungen nach einem Tauchunfall überhaupt nicht mehr
zahlen und privat Versicherte, bzw. Reisende mit einer „normalen“ Auslandsreisekrankenversicherung auch einer empfindlichen Deckungslücke unterliegen. Dort werden nämlich
nur Behandlungen von Ärzten oder Kliniken übernommen, jedoch gehören annähernd 50% aller Druckkammern im Ausland zu Hotels, Tauchbasen und ähnlichem und man bekommt von diesen die
Behandlungsrechnungen über mehrere Tausend Euro und hier stellen sich regelmäßig die Privat- oder Auslandsreisekrankenversicherungen quer. Hier ist Aufklärung für jeden
Taucher extrem wichtig. Allerdings beobachten wir seit Jahren, dass sich zunehmend Taucher für ihre Sicherheit interessieren und sich hier absichern. So ist unsere Kundenzahl auf
inzwischen über 35.000 Taucher allein im deutschsprachigen Raum angewachsen.
UWW: Die dive card auf der einen Seite vermittelt ein gutes Gefühl, aber bereits südlich
der Alpen beginnt ein schwieriges Terrain, im Tauchernotfall eine geradlinige Versorgung zu gewährleisten. Was sind hier für aqua med die größten Probleme und sind Lösungen dafür
in Sicht? Dr. Röschmann:
Die Probleme sind grundsätzlich die schlechteren medizinischen Grundstrukturen. Dem steuern wir durch ein professionelles Notfallmanagement entgegen, unsere Kunden haben unmittelbar einen spezialisierten Arzt am Telefon, der helfen und für die besten Therapiemöglichkeiten, egal ob Tauchunfall, akute Erkrankung oder Verletzung sorgen kann.
Fragen an Dr. Röschmann / “aqua med” und Robby Schropp / “iQ on Tour”
UWW:
Thema Sicherheit und medizinische Versorgung – welche Widerstände müssen Sie etwa in Ägypten überwinden, um hier sinnvoll tätig zu werden?
Dr. Röschmann:
Schwierigkeiten liegen vor allem in schlechten und dennoch mit Abzockermentalität agierenden Arztpraxen, die sich schon ab einem Raum aufwärts als Klinik bezeichnen. Hier verfügen wir inzwischen über ein Netzwerk von guten und kompetenten Kollegen, wo wir wissen, das die Kunden gut behandelt werden. Allerdings darf nicht unerwähnt bleiben, dass es auch in Ägypten viele gut und zum Teil im Ausland ausgebildete Ärzte gibt, die ganz hervorragende Arbeit leisten.
Robby Schropp: Das Thema Sicherheit wird immer gerne als Aufgabe anderer verstanden und dargestellt.. Taucher sind eigenverantwortliche Menschen und
sollten genau wissen was sie tun und im Bereich des Möglichen ist. Tauchen auf Safaris unterliegt den gleichen Regeln der Medizin und Physik wie auf der restlichen Welt. Fakt
jedoch ist, dass es für sehr viele Taucher keine Limits gibt und ihre Selbsteinschätzung oder besser Selbstüberschätzung ein wirklich großes Sicherheitsrisiko darstellt.
Grundregeln des Tauchens sind entweder gar nicht mehr geläufig oder werden ganz einfach ignoriert. Anweisungen oder Reglementierungen aus Sicherheitsgründen seitens der Guides
oder verantwortlichen Personen führen nicht selten zu heftigen Auseinandersetzungen an Bord und finden sich dann in verzerrter Darstellung und negativer Form in einschlägigen
Internetforen. Die genialste Sicherheitseinrichtung auf Safaris wäre die gewissenhafte Einhaltung der allgemeinen Sicherheitsstandards durch die Gäste selbst, vorgegeben bei
jeder fundamentalen Tauchausbildung. Nicht umsonst ist das Wort Unfall als „plötzliches, nicht vermeidbares und vorhersehbares, schädigendes Ereignis“ definiert.
Die
Sicherheitseinrichtungen und Vorkehrungen und deren ständige Überwachung obliegt den einzelnen Eignern und Veranstaltern. Hierüber generell zu sprechen ist grundsätzlich nicht
möglich.
Die prinzipiellen Lücken in der allgemeinen medizinischen Notfallversorgung dürfen nicht unberücksichtigt bleiben. Nicht wirklich jede „Privatklinik“ oder
jeder Arzt ist in der Lage eine solide und effektive Erst-und Notversorgung zu gewährleisten. Somit liegt es in der Pflicht eines Veranstalters, sich darum zu kümmern und auf den
Notfall vorbereitet zu sein. Wir von iQ-onTour nehmen das Thema Sicherheit aber auch medizinische Notversorgung sehr ernst. Wir haben schon lange erkannt, dass das
mit Eigeninitiative angegangen werden muss. Aus diesem Grund sind wir schon seit mehreren Jahren eine Kooperation mit einem der renomiertesten Ärzte Ägyptens, Professor Dr.
Hazem Mustafa eingegangen. Professor Dr. Hazem Mustafa, Neurochirurg mit internationaler Anerkennung und Tätigkeit, steht iQ-onTour und seinen Kunden mit seinem Ärzteteam und
Kliniken in Hurghada und Kairo für alle Notfallbehandlungen zur Verfügung. Prof. Dr. Hazem Mustafa und sein Team schulen die Mitarbeiter von iQ-onTour als Ersthelfer bei
Notfällen und leiten die ständigen Weiterbildungen unseres Teams. Entsprechend seinen Vorgaben sind die Notfallkoffer auf den Booten ausgestattet und gewartet.
Was diese
Kooperation wert ist, habe ich selbst nach einem Verkehrsunfall bereits am eigenen Leib erfahren dürfen. Vom Krankentransport bis zur Operation, alles wurde vom Team von Professor
Dr. Hazem organisiert und durchgeführt. Auch die Kooperation zwischen dem Ärzteteam in Ägypten und Dr. Röschmann von aqua med funktionierte fantastisch. Keine Zeitversäumnisse bei
der Erstversorgung, perfekte medizinische Notversorgung und kein zusätzlicher Stress und Belastung für mich als Verunfallten durch die direkte Abwicklung der
Kostenübernahmeerklärungen von Prof. Dr. Hazem Mustafa und Dr. Röschman von aqua med.
UWW: Fließen in die Kalkulation von Tauchsafaris auch Posten für die
medizinische Versorgung oder Notfallhilfe ein, wenn ja, mit welchem Betrag pro Gast müsste man als Anbieter kalkulieren?
Robby Schropp:
Dass diese 0rganisation und Kooperation nicht ohne finanziellen Aufwand seitens des Veranstalters zu bewerkstelligen ist, versteht sich von selbst. Kalkulatorisch muss der Posten „Sicherheit und Notfallhilfe“ in einer Mischkalkulation betrachtet werden. Legt man für diese medizinische Erstversorgung oder Notfallhilfe einen Betrag von ca. 30 Euro pro Reiseteilnehmer zu Grunde, kann das in diesem Umfang bewerkstelligt werden.
Die sich an diese Erstversorgung oder Notfallhilfe anschließende medizinische Versorgung muss vom Unfallopfer selbst getragen werden. Dies erklärt auch, warum eine
relevante Versicherung für jeden Taucher ein absolutes Muss ist.
UWW:
Entscheiden sich Gäste bereits bewusst bei der Buchung einer Safari hinsichtlich der Sicherheitsorganisation an Bord eines Schiffs? Gibt es da Nachfragen?
Robby Schropp
: Diese Frage ist mit einem ganz klaren NEIN zu beantworten, wenn man mal die Frage nach vorhandenem medizinischen Sauerstoff unberücksichtigt lässt.
UWW:
Ein Arzt auf jedem Safariboot scheint aktuell nicht realisierbar, ist vielleicht auch eine zu krasse Forderung. Welche durch entsprechend trainierte Notfallhelfer durchführbare Maßnahmen könnten den Zeitraum überbrücken, bis ein Arzt die Verantwortung übernehmen kann?
Dr. Röschmann:
Jeder Taucher sollte über eine gute Erste Hilfe Ausbildung verfügen. Mit entsprechenden Erste-Hilfe Maßnahmen lassen sich auch schwierige Situation meist solange medizinisch beherrschen, bis professionelle Hilfe an oder von Land aus erreichbar ist. Maßnahmen. die über lange Zeit helfen, sind sorgfältige Lagerung und Erstversorgung des Betroffenen, z.B. mit Verbänden, sowie die Versorgung mit 100% Sauerstoff.
Robby Schropp:
Wir können und dürfen uns ausschließlich als Ersthelfer sehen. Wir sind in der Lage, durch betriebsinterne Ausbildungen durch unsere medizinischen Kooperationspartner hier das Bestmögliche zu erreichen. Niemand kann jedoch verlangen, dass dies so weit gehen kann einen Arzt zu ersetzen. Darum appelliere ich nochmals an alle Taucher Eigenverantwortung zu zeigen und alle vermeidbaren Risiken grundsätzlich auszuschließen.
UWW:
Unserer Erfahrung nach können nur allgemein bekannte Standards jeden und überall in die Lage versetzen, den Notfallkoffer auf einem Schiff zielsicher zu finden und mit den Inhalten umzugehen. Tatsächlich ist der Aufbewahrungsort des Notfallkoffers und der Sauerstoffversorgung, der Inhalt des Koffers und die Beatmungstechnik alles andere als standardisiert. Es gibt auch nur selten eine Revision der Notfallkoffer – Inhalte, Verfallsdaten von wichtigen Medikamenten sind oft heftig überzogen, für das Laryngoskop fehlen Batterien, usw. usw. Welche Möglichkeiten haben und nutzen Sie, Schritt für Schritt zu optimieren?
Dr. Röschmann:
Hier muss auf politischer Ebene Einfluss genommen werden. Auf Handels- oder Fahrgastschiffen im internationalen Seeverkehr gibt es bereits solche Standards, in Ägypten oder anderen Urlaubsgebieten allerdings noch nicht. Hier wird auch von staatlicher Seite aufgrund der notwendigen Investitionen sehr oft gezögert. Die jüngsten Unglücksfälle auf den Malediven oder in Sharm haben dies noch einmal deutlich gezeigt.
Robby Schropp:
Das wäre zu schön wenn dies so einfach umzusetzen wäre. Auf einem Safariboot ist dies jedoch alles überschaubar. Jeder, der bei dem generellen Briefing am ersten Tag Interesse daran zeigt und aufpasst, bekommt alle Informationen im Detail, seine Fragen werden beantwortet und das Beatmungsgerät erklärt. Es bleibt aber die Frage, wie viele der Gäste sind überhaupt auf Grund ihrer Ausbildung in der Lage, dies alles zu entscheiden und richtig anzuwenden? Ein Notfallkoffer im entscheidenden Augenblick mit der richtigen Ausrüstung am richtigen Platz ist absolut lebensrettend, aber der Koffer allein macht es nicht.
Wir fördern auf Grund interner Aus- und Weiterbildungen unserer Mitarbeiter die vorhandenen Notfallmittel effektiv und schnell anwenden zu können. In diese Ausbildung werden
auch die Pflege und Revision der Notfallkoffer einbezogen.
UWW:
Welche Erfahrungen haben Sie bezüglich überteuert abgerechneter Leistungen im Ausland, weil ein effektives Versicherungssystem damit belastet werden konnte?
Dr. Röschmann: Dieses Problem ist in Ägypten und in Fernost leider nicht selten. So werden einfache Injektionen (Kostenpunkt in Deutschland unter 6 Euro) in Ägypten nicht
selten mit 50 oder sogar 100 Euro berechnet. Nicht selten werden diese Rechnungen unter der Androhung die Reisedokumente oder Kreditkarten einzubehalten, erzwungen. Um nicht an
derartige, schon fast kriminelle Machenschaften zu geraten, empfehlen wir unseren Kunden daher immer vorher unsere Hotlineärzte anzurufen, die einerseits objektiv medizinische
Tipps geben können, andererseits aber auch an seriöse medizinische Einrichtungen weiterleiten können. Um den politischen Druck zu erhöhen, gibt es zusammen mit anderen Assistancen
auch Überlegungen, die Arztpraxen oder Hotels öffentlich zu benennen, die durch Abrechnungswucher den Touristen in der Not schaden und damit dem Landesimage und der
Touristikbranche einen immensen Schaden zufügen.
Robby Schropp:
Jedes Hotel hat seinen hauseigenen Arzt, auch wenn dieser nur für einzelne Stunden pro Woche oder auf Anforderung anwesend ist. Dieser Arzt zahlt dem Hotel horrende Summen und erhält damit das Recht, alle kranken Gäste zu übernehmen. Somit hat ein Gast, der im Hotel nach einem Arzt verlangt, keine Möglichkeit, sich für einen Arzt zu entscheiden. Der behandelnde Hotelarzt hat außerhalb des Hotels in einer Wohnung einige Betten stehen und verbringt die Gäste dann zur weiteren Behandlung dort hin. Nicht selten halten sich dann Urlauber wegen „Durchfall“ mehrere Tage in dieser „Klinik“ auf und staunen nicht schlecht, wenn diese Behandlung mit 3500 Euro und mehr abgerechnet wird. Niemand hat die Kontrolle darüber, was ein Arzt macht oder besser nicht macht.
Einzige Möglichkeit, dies in den Griff zu bekommen, ist die direkte Kooperation der Notrufzentralen oder Versicherungen mit einem „Vertrauensarzt“ vor Ort. Somit kann
der Urlauber bereits vor seiner Abreise mit dieser Kontaktadresse ausgestattet werden und kann sich am Urlaubsort direkt mit dem Arzt in Verbindung setzen. Sollte dies auf Grund
eines Unfalles nicht möglich sein, so kann die kontaktierte Notrufzentrale sofort den „Vertrauensarzt“ vor Ort informieren und der übernimmt die weitere Koordination vor
Ort. Die Abrechnung läuft dann über den Vertrauensarzt und der Versicherung und der Tourist hat eine garantierte Rundum-Versorgung bishin zum Schutz vor abzockenden Ärzten. Im
Prinzip nichts anderes als iQ-onTour dies durch die Kooperation mit Prof. Dr. Hazem Mustafa in kleinem Rahmen praktiziert. Und das hat sich bestens bewährt. UWW:
Ein Prädikat, etwa „Von aqua med empfohlen“, könnte das Niveau von Safarianbietern hinsichtlich der aktuellen Situation deutlich anheben. Gibt es bereits dem entsprechende Überlegungen?
Dr. Röschmann:
Dies ist leider sehr schwierig, weil man in jedem Land andere Standards zu Grunde legen muss. Es versteht sich fast von selbst, dass z.B. eine einfache Klinik in der Schweiz in der Regel bessere Möglichkeiten bieten kann, als eine gehobene Einrichtung in Indonesien. Hier weltweite Standards zu definieren, ist dennoch eine unserer künftigen Aufgaben.
Robby Schropp:
Ich sehe eine Möglichkeit darin nicht gleich von weltweiten Standards zu sprechen. Bleiben wir in Ägypten. Es würde hier sehr vielen Urlaubern helfen, nationale Standards zu schaffen. Mit einer Kooperation zwischen aqua med und einem ägyptischen Arzt mit internationaler Anerkennung kann doch ganz klar aufgezeigt werden, welche Standards hier möglich und durchsetzbar sind. Dies in enger Zusammenarbeit geschaffen wäre doch ein Gütesiegel „aqua med“ wert. Und ein auf diese Art festgelegter Standard kann dem Taucher ganz klar aufzeigen wo er mehr Sicherheit und Hilfe im Notfall erwarten kann.
UWW: Was liegt Ihnen als erstes am Herzen, die Situation der Notfallbetreuung aufzuwerten?
Dr. Röschmann: Mir liegt am Herzen, dass Menschen, die nach
Fernost oder in andere einfachere Regionen reisen, sich darüber bewusst sind, dass die Versorgungsmöglichkeiten nicht dieselben sind wie in Deutschland. Nicht selten erleben wir,
dass Touristen aus Industrienationen erwarten, ihnen könne im Notfall genauso geholfen werden wie zu Hause. Dem ist aber nicht so, auch wenn es Notrufeinrichtungen wie unsere
gibt. Unsere Notärzte können im Notfall die Versorgung so nah wie möglich an das europäische Niveau heranführen, ggf. schicken wir einen unserer Ärzte dorthin, aber wo z.B. kein
Hubschrauber oder keine Intensivstation existiert, können auch wir keine hinzaubern. Viele Risiken lassen sich allerdings durch gute Reisevorbereitungen, wie z.B. Impfungen,
Malariaprophylaxe und eine gut ausgestattete Reiseapotheke deutlich minimieren. Im Zweifel ist es dann zusätzlich gut, wenn man seinen deutschen Arzt, wie bei der dive
card, quasi „in der Tasche dabei hat“. Bereits über 35.000 Taucher nutzen schon diese Sicherheit für sich und ich wünsche mir, dass es noch erheblich mehr werden!
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