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Seit 20 Jahren erobern Jackets als Tariermittel den Tauchsportmarkt. Vieles wurde seither technisch verbessert. Passform und Tragekomfort
über wie unter Wasser sind wichtige Qualitätsmerkmale geworden, Auftrieb, Ausstattung und Aussehen spielen bei der Kaufentscheidung eine wichtige Rolle. Wenn dann auch
noch der Preis stimmt, kommt das Blac Jac V6 von Seemann Sub ins Spiel.
Diesmal können wir uns nicht darüber auslassen, dass ein neues Jacket wieder nur in
freundlichem Schwarz ausgeliefert wird, nein, das Blac Jac V6 zeigt Farbe mit Applikationen in einem warmen Gelbton. Weiter so! Mode und Sicherheit bekommen
wieder einen neuen Stellenwert. Silberne Streifen, die das moderne Aussehen unterstreichen sind aus reflektierendem Material gefertigt, wichtig für Tauchgänge in der
Dämmerung und bei Nacht. Hier hat man also nicht gespart, wie auch bei der Außenhaut aus Cordura® 1000, das bei hochwertigen Jackets als
Materialstandard gilt. Eine Reihe von Ausstattungsmerkmalen lassen über die Kalkulation nur staunen. Sechs Edelstahl D-Ringe bieten genügend Möglichkeiten Lampen,
Kameras und sonstiges Zubehör am Blac Jac V6 sicher anzubringen. Die zwei Seitentaschen schlucken fast den Wochenendeinkauf eines Singlehaushalts, deren
Reißverschlüsse sind so dimensioniert, dass sie auch mit Fingern in dicken Handschuhen gut gegriffen werden können. Für kleine Utensilien, die den Tauchgang unbedingt
begleiten sollen, ist noch eine weitere Tasche im breiten Bauchgurt integriert. An der linken Tasche sind drei Ösen eingelassen, die die Montage das optional zu
ordernden kleinen Blac Jac Messers in waagrechter oder senkrechter Position vorbereiten. Im linken rückwärtigen Bereich ist eine eigene Tasche mit Karabiner
und Klettverschluss für ein Notfallsignalmittel angebracht, endlich weiß man wohin mit der Boje währen des Tauchgangs, auch ein Notblitzer findet hier seinen Platz.
Zwei Ausgleichbleitaschen an der Rückseite des Jackets sind mit einer Corduraklappe und verstellbarer Schnalle sicher zu verschließen, hier kann kein Blei unbemerkt
verloren gehen. Die der Flasche zugewandte Seite der Rückentrage ist mit ein einer Gummiauflage überzogen, die das Rutschen der Flasche verhindert. Der Flaschengurt
ist mit einer üblichen Spannschnalle versehen, allerdings hat man auf ein Label verzichtet, das die Gurtführung in der Schnalle skizziert. Wer das noch nicht in
Fleisch und Blut hat, könnte an diesem Punkt ins Schwitzen kommen. Ein zusätzlicher verstellbarer Gurt sichert das Jacket am Ventil. Optional kann das Blac Jac V6 auch
mit Doppelflaschen verwendet werden, einen entsprechenden Aufrüstsatz kann man ordern. Im Preis enthalten sind auch die Taschen für das integrierte Blei. Je maximal
4 Kilo nehmen die Taschen auf, die durch ein patentiertes Haltesystem vor unbeabsichtigtem Abwerfen gesichert sind. Großformatige Kunststoffschnallen rasten streng
ein. Erst bei deutlichem Zug am Griff der Sicherungsschnalle wird der Mechanismus geöffnet und die Bleicontainer rutschen aus dem Jacket. Verzichtet man auf die
Benutzung integriertem Bleis verdeckt man die Öffnungen durch eingearbeitete Klappen mit Klettverschluss. Wie üblich leitet man die Luft für den Tariervorgang über
den Inflatorschlauch ins Jacket, im Notfall auch über das Mundstück. Vier Möglichkeiten die Luft entweichen zu lassen stehen zur Wahl: Über das Inflatormundstück,
durch Zug am Inflator, wodurch ein Schnellablassventil geöffnet wird und mittels eines weiteren Schnellablass an der rechten Schulter und einem an der rechten
rückwärtigen Seite in Höhe der Taille. Um das rückwärtige Ventil zu belüften muss man beim Blac Jac V6 nicht nach hinten greifen, der Zug hierfür ist an die rechte
Vorderseite gelegt worden und bequem erreichbar. Ein innen eingearbeiteter Handgriff erleichtert das Tragen des komplett monierten Tauchgeräts, die gepolsterte
Trage verwöhnt besonders Taucher mit dünnen Tropenanzügen oder die mit T-Shirt und Badehose warme Gewässer genießen. Großes Lob muss man an die Anpassungsfähigkeit
des Blac Jac V6 aussprechen. Hier werden nicht nur Bilderbuchkörper komfortabel bedient, die ADV – Schultergurte bieten genügend Spielraum wie auch der
vielfältig verstellbare Bauchgurt, der außerdem dehnbar ist und so automatisch das Jacket gut am Körper hält, wenn in größeren Tauchtiefen das Anzugmaterial an
Volumen abgenommen hat. Auftriebswerte bis 24 Liter (XL-Version) lassen sich sehen und eignen das Blac Jac V6 auch für professionelle Ausrüstungen.
Im Einsatz
Gleich vorweg, die Schnitte des Blac Jac V6 sind großzügig, so dass man getrost eine Nummer kleiner ordern kann, als man eigentlich normalerweise
bräuchte. Ein L – Jacket bedient einen klassischen XL – Kunden einwandfrei. Um die feine Abstimmung der Gurte auf die individuelle Größe vorzunehmen,
sollte man sich einmal ein paar Minuten Zeit nehmen, erst dann spürt man im und unter Wasser den tadellosen Sitz. Um gerade an der Oberfläche eine angenehme Position
einnehmen zu können, ist nach den vielen Testtauchgängen, die unternommen wurden, festzustellen, dass die Ausgleichbleitaschen auf jeden Fall mit wenigstens 2 Kilo
befüllt werden sollten. Damit trägt man der neuen Führung des Auftriebskörpers Rechnung, der sich teilweise an die Flasche legt und so den Gesamtkomfort des Blac Jac
V6 mit erklärt, indem keine großvolumigen Befüllungen im Seiten- oder Frontbereich des Jackets stattfinden. Inflator und Ventile arbeiten rasch und einwandfrei, die
Tarierung ist in allen Lagen problemlos zu bewerkstelligen. Um den Zug des rechten Schnellablass zielsicherer greifen zu können, wäre zu überlegen, ob man das Zugseil
nicht ein paar Zentimeter verlängert, damit sich dieses aus der Konkurrenz der rechten ADV-Schnalle und des darüber befindlichen D-Rings etwas besser absetzen kann.
Trotz patentierter und streng sitzender Sicherung für den Notabwurf des integrierten Bleis sollte man vor jedem Tauchgang kontrollieren, ob die Schnallen auch
eingerastet sind. Die Funktion des Abwurfs probiert man am besten an geeigneter Stelle beim ersten Tauchgang aus, damit man im Notfall nicht erst lange probieren muss.
Außerdem kann man bei der Gelegenheit gleich üben, die Bleitaschen wieder einzusetzen. Der Test des Abwurfs verlief ohne Probleme, auch im befüllten Zustand rutschen
die Container ohne Kraftaufwand aus dem Jacket. Das Einfügen dauert dagegen etwas, wenn der Partner dabei helfen kann, geht’s schneller. Die Schwimmlage unter
Wasser ist tadellos, das Jacket sitzt gut am Körper, lässt sich fein tarieren. Wie erwartet ist das Öffnen der Seitentaschen problemlos. Die Führung der hinteren
Luftkammer an die Flasche heran bedingt, dass das Jacket im Bereich um die äußere Rückentrage Nischen bildet, in denen sich Wasser sammeln kann. Darauf sollte man
achten, hängt man das Blac Jac V6 nach dem Tauchgang zum Trocknen auf. Vielleicht findet man in Zukunft eine Lösung, diesen Bereich mit Entwässerungsöffnungen zu
versehen.
Fazit
Seemann Sub hat mit dem Blac Jac V6 ein Jacket im Programm, das angesichts der Ausstattung, Konzeption und des
Designs bereits besticht. Schaut man noch auf den Preis von € 399,- könnte man ins Schwärmen kommen. Im Feld der klassischen ADV-Jackets gehört es zweifelsfrei
zu den führenden Modellen. Man muss kein Sparfuchs sein, um sich für das Blac Jac zu interessieren, Sporttaucher aller Anforderungsstufen sind als Zielgruppe
auszumachen.
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