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Zyklopenauge: 12 mm Fisheye f/3.5 von Sea & Sea
Die Produktion der Nikonos V ist
eingestellt, nicht aber ihre Vorteile. Wer weiterhin mit diesem System fotografieren will und es noch ausbauen möchte, sollte sich beeilen. Denn bald wird es keine
Accessoires mehr geben. Fremdobjektive wie das Sea & Sea Fisheye werden möglicherweise bald vom Markt verschwinden. Die Nachteile der Nikonos V sind hinreichend
bekannt. Man muß die Entfernung schätzen und kann das Bild nicht durch das Objektiv kontrollieren. Unter solchen Bedingungen haben Superweitwinkel und Fisheyes in
diesem System Hochkonjunktur. UnterWasserWelt stellt hierzu ein einzigartiges Objektiv vor.
Weshalb Nikon den Markt der wasserdichten Fisheye Objektive für
die Nikonos Sucherkamera dem Zubehörhersteller Sea & Sea überließ, kann nicht rational erklärt werden. Sind Nikonos Fotografen doch als weitwinkelsüchtig
einzustufen und ausnahmslos qualitätsbewusst. Dafür wird ab und an auch tüchtig zugelangt. Geld spielt in dieser Liga eher den Part zweitrangiger Überlegungen. Denn
auch Sea & Sea hat sein Fisheye nicht unbedingt für Leute mit AL Stütze vorgesehen. Noch immer ist das 12 mmFisheye das einzige Echte für diese Art der
UW Fotografie. Und es wird auch das Letzte bleiben. Es ist ausschließlich für den Einsatz unter Wasser vorgesehen, Landaufnahmen kann man damit nicht machen. Zum
Nikonos Fisheye greifen bevorzugt Fotografen, die sich dem Suchersystem der Nikonos V verschrieben haben. Klein, handlich, flugfreundlich und optisch perfekt soll
die Kameraausrüstung sein, dabei vielseitig und pflegeleicht. So merken Nikonos Freaks alsbald, dass man mit dem 15 – mm – UW Nikkor bildwinkelseitig in
vielen Situationen an Grenzen stößt, die man gerne mal überschreiten möchte. Gegen den 167° Bildwinkel des 12 mm Sea & Sea Fisheyes machen sich die 94° des
15ers fast etwas mickrig. Den Fremdling und das Original trennen gewaltige 73°, im Grunde eine andere Weit in der UW Fotografie. Den optischen Erfolg des 12er Fisheyes
kann man sich auch damit erklären, dass es bis heute die einzige Möglichkeit ist, ohne Objektivgehäuse in Bildwinkelregionen vorzudringen, die einem Weitwinkelfan wie
Offenbarungen vorkommen müssen. Wer einmal damit gearbeitet hat, möchte es nicht mehr missen. Umso seltsamer erscheint dann aber die Tatsache, dass viele Nikon
Fotografen dieses Objektiv so gut wie nicht kennen, weil kaum dafür geworben wurde.
High - Quality
Das 12er ist ein Glasriese, 9 cm lang, fast 11
cm dick und über ein halbes Kilogramm schwer. Da schleppt man, was man hat. Wasserdicht ist es wie alle Sea & Sea Produkte bis 50 m Wassertiefe. Die
Naheinstellgrenze liegt bei 30 cm, phänomenal sind die Schärfentiefen, berauschend der 167° Bildwinkel, aufwendig die Konstruktionsweise mit 9 Linsen in 6 Gruppen,
qualitativ hochwertig das optische Glas mit seiner Vergütung und der soliden Metallfassung. Gespart hat Sea & Sea an der Lichtstärke (1:3,5) und einer
Schärfentiefeanzeige. Ein kleiner Sticker zeigt die wichtigsten Kombinationen von Blende und Entfernung mit den dazugehörigen Schärfenräumen vor der Bildebene an. Und
die sind in der Tat beeindruckend. Schon bei Blende 5,6 und Entfernungseinstellung 1 m dehnt sich die Schärfentiefe von 0,5 m bis unendlich. In Schnappschussposition
(Blende 8 und 0,6 m) reicht die Schärfe gar von 0,3 m bis unendlich. Maximalen Schärfekomfort erhält man bei Blende 22 und kürzester Entfernungseinstellung (30 cm) mit
einer Schärfendehnung von 13 cm bis unendlich. Unter solchen Voraussetzungen sind Aufnahmen möglich, an die man vorher nie gedacht hätte. Kleine Zackenbarsche mutieren
zu Monstern, Korallenstöckchen wachsen zu Bergen an, Muscheln zu Türmen, Schwämme zu Wolkenkratzern. Kann man das Fisheye ohne Sucher verwenden? Man kann, aber man
sollte nicht. Der optische Sucher ist eine Klasse für sich. Er ermöglicht bei einem Austrittswinkel von 150° diagonal eine absolut brillante und objektive Beurteilung
des Bildfeldes. Insbesondere bei grafischen Bildgestaltungen ist der Sucher unverzichtbar. Seine Qualität kommt nicht von ungefähr. Vier Linsen in einer soliden
Metallfassung wiegen stolze 420 g an Land, im Wasser immerhin noch 225 g.
Gewöhnungsbedürftig
Wer noch nie mit einem Fisheye fotografiert hat,
kommt anfangs ins Schwimmen, weil der riesige Bildwinkel mental nicht richtig erfasst werden kann. Man sollte keineswegs alles damit fotografieren. Insbesondere
Aufnahmen von Menschen sind eine heikle Sache, weil die Extremitäten ins Uferlose wachsen, wenn sie der Fisheyelinse nahe sind. An diese, von der Optik vorgegebenen
Verzeichnungen, muss man sich gewöhnen, sollte es aber nicht übertreiben. Wenn auf allen Bildern gebogenen Linien, verzerrte Korallen und absonderliche Fischköpfe zu
sehen sind, wird es Zeit, in sich zu gehen. Beurteilen Sie dann das Bild streng nach dem, was Sie im Sucher sehen. Man kann UW Landschaften auch so fotografieren, dass
man den Einsatz des Fisheyes nur bei genauer Betrachtungsweise erkennt. Dazu ist es erforderlich, dass man die Nikonos exakt waagerecht zum Horizont hält. Kippen nach
unten bewirkt eine Wölbung des Meeresbodens. Man gestaltet quasi eine Erdkrümmung. Schwenkt man die Kamera nach oben, krümmt sich der Untergrund zu einem riesigen Tal.
Mit keinem anderen Objektiv kann man so kreativ mit den Perspektiven spielen wie mit einem Fisheye, aber auch mit keiner anderen Optik kann man so schnell
fotografisch untergehen. Ein Jedermann - Objektiv ist es beileibe nicht, dafür sorgt schon der Preis, doch kann man das 12er auch nicht als Exotenoptik bezeichnen. Die
Wahrheit liegt wie immer irgendwo in der Mitte, viel Übung vorausgesetzt. Die braucht man nämlich beim Blitzen: 167° müssen ersteinmal bewältigt werden, mit einem
einzigen Blitz geht das sowieso nicht mehr. Diese Tatsache verteuert das Engagement in diese Brennweite, wenn Rifflandschaften eingefangen werden. Kreative UW
Fotografen versuchen es mit nur einem Blitz und Mischlicht, was durchaus empfohlen werden kann. Arbeiten Sie mit Licht und Schatten, der Blitz sollte nur als Aufheller
dienen, im flachen Süßwasser und bei Sonne lassen Sie ihn am besten ganz weg. Vorsicht bei Nahaufnahmen von Steinkorallen. Das Domeglas des 12er Fishyes ist nicht
kratzfest. Die Halbkugel besteht aus Acryl, ist aber oben und unten gegen Kollisionen mit harten Objekten und gegen das unliebsame Einwirken von Streulicht recht gut
geschützt. Trotzdem muss man bei Gegenlichtaufnahmen hin und wieder farbige Blendenflecken einkalkulieren, wenn das Licht ungünstig einfällt. Man kann das wegen der
Parallaxe leider nicht immer im externen Sucher überprüfen.
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