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Die Welt der Atemregler wurde um ein neues Kürzel bereichert, das man bei Scubapro als “OFD” auf der Zunge zergehen lässt.
Dahinter steht ausgeschrieben der Begriff „Optimal Flow Design“ und steht für eine innovativ optimierte Gestaltung des Luftflusses in der zweiten Stufe während
der Einatemphase. Die neue zweite Stufe C 300 wurde zusammen mit der bekannten ersten Stufe MK 11 von Technikredakteurin Aire Eder im Kaltwasser eingesetzt.
Optisch ist die Kombination aus erster Stufe MK 11 und zweiter Stufe C 300, mit der Scubapro im preislichen Mittelfeld mit Bestleistungen brillieren will, im Konzert
der Wettbewerbsangebote nicht sofort und deutlich auszumachen - außer es wurde einer der wahlweise erhältlichen farbigen Frontdeckel montiert. Man muss sich schon für
dieses Produkt konkret interessieren, die inneren Werte analysieren, ein paar Testtauchgänge unternehmen, um sich ein Bild zu machen, wie innovativ das Produkt
tatsächlich ausgefallen ist.
Doch der Reihe nach. Die erste Stufe MK 11 ist ein membrangesteuerter und balancierter Klassiker mit nasser Ventilkammer.
Das macht sie nicht ganz zur ersten Wahl für Tauchgänge in überwiegend kaltem oder verschmutztem Wasser. Gleichwohl ist sie kaltwassertauglich (EN 250) und
entsprechend zertifiziert. Bei Scubapro sieht man eine Zielgruppe, die in warmen oder gemäßigten Gewässern taucht, die kompakte Bauform und das entsprechend geringere
Gewicht (456 g) gegenüber der MK 17 Stufe (610 g) mit trockener Ventilkammer und Wärmetauschrippen schätzt. Das zählt auch bei Flugreisen. In Kombination mit der MK 17
wird die C 300 Stufe ebenfalls angeboten. Der angenehme Effekt einer balancierten Stufe ist die stets gleichbleibende Luftlieferleistung, unabhängig vom
Flaschendruck und der Tauchtiefe. Die Kombination C 300 / MK 11 wurde diesbezüglich bis 125 Meter Tiefe ausgetestet und bestätigt die in sie gesetzten Erwartungen.
Im verchromten Messinggehäuse sind 4 ND (Niederdruck) und 2 gegenüberliegende HD (Hochdruck)-Abgänge eingearbeitet. Der Mitteldruck (9 -9,8 bar) lässt sich von außen
einstellen (nur vom Fachmann!). Kunststoff – Umantelungen schützen das Gehäuse zusätzlich gegen mechanische Einwirkungen. Bei 200 bar liegt die
Luftlieferleistung bei maximal 5500 l/min.
Erste und zweite Stufe verbindet ein robuster Superflow - Mitteldruckschlauch mit Kevlarfutter. Hier wird auf lange
Lebensdauer gesetzt.
Und jetzt zur innovativen zweiten Stufe C 300, die im Original bis auf das silbern hinterlegte „S“ von Scubapro komplett schwarz
gehalten ist. Das Gehäuse ist aus Kohlefaser und Technopolymer (Kunststoff) gefertigt. Farbe kann man ins Spiel bringen, tauscht man den flexiblen und kratzfesten
Frontdeckel gegen einen optional erhältlichen in rot, gelb, weiß, blau oder grau. Mit 175 g belegt diese zweite Stufe eine mittleren Platz innerhalb der
eigenen Scubapro – Familie und mit 1550 Liter Luftlieferleistung ebenfalls. Was die C 300 ausmacht sind technische Veränderungen, die den Atemkomfort
betreffen. Zum einen wurde mit dem eingangs erwähnten Kürzel „OFD“, zum anderen mit einem veränderten Mundstückstutzen ein atemtechnisches Update erreicht.
Das OFD - Design erhöht den Atemkomfort in der Ansprechphase entscheidend. Das wurde durch eine in der Höhenachse versetzte Membran erreicht und Verlagerung der
gewollte Verwirbelungen erzeugenden Ventiltechnik außerhalb des Luftstroms. Dies ist wirksamer, als die herkömmliche Downstream – Technik. Verbesserte Werte
in der Ausatemphase sind das Ergebnis einer Designänderung im Mundstückstutzen. Zur Feinabstimmung während es Tauchgangs ist der Einatemwiderstand in einem weiten
Bereich regulierbar und um das Abblasen auszuschließen gibt es noch einen Hebel für Dive / Predive – Einstellung. Der Mitteldruckschlauch ist drehbar an der
zweiten Stufe befestigt. Wie von Scubapro gewohnt ist das Mundstück orthodont geformt. Mit einem Winkel von 45° sitzt die Ausatemmembran im Gehäuse, nachgeordnet der
für Servicezwecke abklappbare Blasenabweiser.
Praxis
Das DIN – Handrad ist griffig und das Anschlussgewinde greift zügig im Flaschenventil.
Das Layout der Schlauchanschlüsse lässt keine Engpässe entstehen. Der Sitz des Reglers im Mund ist angenehm und auch nach einem längeren Tauchgang zeigen sich keine
Ermüdungserscheinungen im Kiefer. Das Mundstück ist auch für Damen gut geformt. Subjektiv stellt sich das Gefühl des gehobenen Atemkomforts sofort ein. Die
individuelle Anpassung des Atemwiderstands lässt der große Drehregler auch mit dicken Handschuhen einwandfrei zu. Die Wassertemperaturen unter 10° C in den Testseen
brachten keinerlei Einschränkungen.
Fazit
Der C 300 in Kombination mit der 1. Stufe MK 11 zeigt in der Preisklasse um 300 Euro einen besonderen
Atemkomfort. Diese Paarung ist zwar für Tauchgänge oberhalb der Kaltwassergrenze konzipiert, zeigt sich aber auch von niedrigen Temperaturen unbeeindruckt. Die
getestete Kombination ist von der Gewichtsbilanz her reisefreundlich einzustufen. Erfreulicherweise kann man mit unterschiedlich farbigen Frontdeckeln den Regler
„aufpeppen“. Wer die Vorzüge der OFD – Technik beim häufigen Einsatz im Kaltwasser bzw. verschmutztem Ambiente nutzen will, wird sich wohl für die erste
Stufe MK 17 entscheiden.
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