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Wer die Wahl hat, hat die Qual
und zu wissen welche Wahl dann letztendlich auch die
Richtige sein wird, ist nicht immer einfach. Und die Entscheidung den richtigen Neoprenanzug für den bevorstehenden Urlaub zu treffen stellt viele Taucher immer wieder
vor innere Konflikte.
Verunsichert durch die Vielzahl der auf dem Markt angebotenen Anzüge und der dazugehörigen Werbung taucht immer wieder die Frage nach
dem richtigen Neopreanzug auf. Reicht ein 3 mm Anzug oder ist der 5 mm Anzug doch besser? Und kann ich einen 7 mm Anzug gänzlich für meinen Urlaub im Süden
ausschließen? Sicherlich lockt das bequeme An- und Ausziehen eines 3 mm Anzuges und nicht selten ist das der Grund, warum sich ein Taucher für den dünnen Anzug
entscheidet. Auch farblich ist das Angebot bei Tropenanzügen natürlich einzigartig. Nur allzu oft erlebe ich, wie gerade diese beiden Kriterien die Taucher verleiten
sich für den „dünnen Anzug“ zu entscheiden. Ob sie damit aber während ihres Urlaubes auch glücklich werden hängt von ganz anderen Umständen ab. Von
Reiseprospekten oder Veranstaltern vorgeschwärmte Wassertemperaturen von 28° - 30° Celsius lösen in jedem Europäer ein „Wonnegefühl“ bis hin zu Brunftschreien
aus. Kaum vorstellbar in derart warmen Wasser zu frieren. Doch wie sieht denn die Realität neben dem Wunschdenken tatsächlich aus? Wir leben mit einer
Körpertemperatur von ca. 36,5 Grad. Diese Wärme braucht unser Körper mit seinem vegetativen Nervensystem um reibungslos funktionieren zu können. Darum ist das erklärte
Ziel auch beim Tauchen sicherzustellen, dass unsere Körpertemperatur möglichst bei diesem Wert gehalten werden kann. Bereits kleine Abweichungen davon lösen großes
Unbehagen aus. Dies gilt sowohl bei einer Veränderung der Temperatur nach unten als auch nach oben. Die Verschiebung nach oben kennt nahezu jeder aus der Zeit einer
Erkältung mit Fieber, einer ganz normalen Abwehrreaktion des Körpers. Die Veränderungen nach unten sind hingegen nur teilweise nachzuvollziehen. Neben all den
medizinischen Aspekten einer Unterkühlung bis hin zum Bewusstseinsverlust kennt jedoch jeder das Gefühl zu frieren. Wasser leitet die Wärme wesentlich schneller und
intensiver aus dem menschlichen Körper ab als Luft. Das haben wir alle bereits im ersten Tauchkurs gelernt. Darum schützt sich der Taucher durch einen Neoprenanzug vor
dem Wärmeverlust. Die Einstufung eines Neoprenanzugs nach seiner ausgewiesenen Stärke ist hierbei allerdings nur teilweise richtig. Denn es kommt ausschließlich auf
die Qualität des Neoprens an. Von außen nicht sicht- und spürbar entscheidet allein die Menge der pro cm² im Gummi eingeschlossenen Mikrobläschen aus Luft über die
Isolationsfähigkeit des Anzuges. Somit ist die Wärmeempfindung des einen 3 mm Anzug unter Wasser nicht gleich der eines anderen Anzuges gleicher Materialstärke. Was
darüber hinaus alles noch aus werbetechnischen Gründen an technologischen Wunderleistungen bei der Beschreibung eines Anzuges aufgelistet wird ist nicht immer
glaubhaft nachvollziehbar. Einen äußerst wichtigen Punkt darf man aber bei der Wahl des richtigen Anzuges niemals außer Acht lassen, und da sollte jeder
Taucher sehr ehrlich zu sich selbst sein: Wie viele Tauchgänge stehen denn während des Urlaubs tatsächlich an? Es ist immer wieder festzustellen, dass am Urlaubsbeginn
jeder Taucher glücklich ist mit seinem Anzug. Doch nach zwei bis drei Tagen mit mehreren Tauchgängen täglich ist klar erkennbar, dass der Taucher zu frösteln beginnt
und nach weiteren zwei Tagen sogar frierend aus dem doch so warmen Wasser steigt. Der Grund hierfür liegt darin, dass das Wasser dem Körper trotz des Schutzes durch
den Anzug Wärme entzieht. Dieser Wärmeverlust addiert sich über die Menge der unter Wasser zugebrachten Zeit auf und kann auch bei wirklich warmen Wetter an der
Oberfläche nicht mehr so schnell ausgeglichen werden. Und somit wird der beim ersten Tauchgang so „warme“ Anzug mit jedem weiteren Tauchgang das Frieren nicht
mehr verhindern können. Sicherlich gibt es Taucher die schneller oder weniger schnell frieren. Ausnahmen bestätigen im Leben grundsätzlich die Regel. Aber Fakt ist
nun mal, dass auch wir unsere Gesundheit respektieren und schützen sollten. Und hierzu gehört eben nun mal dass wir unseren Körper nicht durch ständiges Frieren
(Unterkühlung) schädigen. Aus diesem Grund hat sich über jahrzehntelange eigene Erfahrung und Beobachtung von hunderten von Tauchern ganz klar
herauskristallisiert, dass sich ein 5 mm Anzug während der Sommermonate (Mai bis Oktober) bestens bewährt hat. Für Taucher, die leicht zum Frieren neigen, sogar ein 5
mm Halbtrockenanzug. Und für den Spätherbst und Winter darf es ohne Scheu ein halbtrockener 7 mm Anzug sein. Und auch hier wiederum für die Kollegen, die es gerne
angenehm warm haben, sogar ein Trockentauchanzug. Und noch ein Tipp: Ein besonders hoher Wärmeverlust findet über die Kopfhaut statt. Und diesen
Bereich schützen wir in den „so warmen Gewässern“ meistens nicht!
Abschließend noch mein Rat. Mit einem wirklich passenden Anzug und etwas Übung beim An-
und Ausziehen kann man die ganze Konzentration der Überlegungen lediglich auf den Sinn und Zweck eines Neoprenanzuges richten – und das ist nun einmal nicht zu
frieren und die Tauchgänge genießen zu können.
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