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Dipl. Ing. (Elektrotechnik) Thomas Heckmann aus Gelsenkirchen, Jahrgang 64, taucht seit 1994 und hat mittlerweile weit über 600 Tauchgänge im Logbuch notiert. Nach vielen Reisen auf die
Malediven, ans Rote Meer und nach Australien hat er wegen seines Artenreichtums die Ostküste Borneos zu seinem Lieblingstauchplatz erklärt. Seit Ende 1996 begleiten ihn zwei Nikonos 5, für
Makro und Weitwinkel vorbereitet auf seinen Tauchgängen, neben seiner Frau Claudia, da als Buddy und Assistentin sein Fotoschaffen intensiv unterstützt. Seit kurzer Zeit hat er die Makro -
Nikonos gegen eine Nikon F 100 im Hugy-Gehäuse ausgetauscht. Als sich die Redaktion die Page von Thomas Heckmann ansah, waren wir sofort von der Qualität - besonders von den
Süsswasser - Aufnahmen - angetan. Da wussten wir noch nicht, dass Thomas Heckmann die Fotopirsch im heimischen See in erster Linie zum Training benutzt. Die Bildergebnisse überzeugen jedoch.
Neben einer Auswahl von im Meer produzierten Nahaufnahmen, die wir erhalten hatten, gefiel uns hier besonders die Technik der Weitwinkelaufnahmen. Die Bildkompositionen kommen an, fallen aus
dem Rahmen - auch wenn wir uns erlaubt haben, den Bildern von unserer Seite aus einen Rahmen zu geben. Denn ein Foto ist immer auch noch ein Bild, das für sich alleine wirken soll und in
diesen Fällen auch kann.
Lassen wir den Fotografen doch am besten selbst zu Wort kommen:
Das Tauchen im Süsswasser betreibe ich zu Trainingszwecken. Erstens kann ich so meine
Tachfertigkeiten trainieren, zweitens probiere ich viele Sachen im Bereich Uw-Fotografie aus. Manuelle Fotografie, Reduktion von Schwebeteilchen durch Lichtführung, neues Equipment etc. Wer
in der Lage ist bei 3 m Sichtweite brauchbare Fotos zu produzieren, der hat auch mit wechselnden Sichtweiten in den Tropen kein Problem. Aus diesem Grunde macht die UW-Fotografie auch im
Süsswasser mit reduzierten Sichtweiten für mich Sinn. UW-Fotograf bin ich seit Ende 1996 aktiv.. Als Leser-Tipp, um seine Bildergebnisse zu verbessern: Lesen-Auspobieren-Aufschreiben-
Verbessen, Lesen-Ausprobieren..............
Kameraausrüstung
Kamera alt: Stets mit zwei Nikonos V unterwasser.
a für Makro / b für Weitwinkel.
a: Nikonos
V bestückt mit UW-Nikkor 80 mm, 35 mm oder 28 mm und Nikon Nahlinse mit selbstbebautem Rahmen zur Vermeidung von Schlagschatten. UW-Nikkor 35 mm mit 1:1 Sea&Sea Zwischenring oder
UW-Nikkor 28 mm mit 1:2 Sea&Sea Zwischenring.
Blitz: 1 X SB 105 über Synchronkabel meist TTL mit Belichtungskorrektur, 1 SB 105 im Slave-Modus zur Schlagschattenaufhellung
handgehalten.
b:Nikonos V mit UW-Nikkor 15 mm auf Hugyfot Doppelblitzschiene
Zwei SB 105 (1 X SW 103) an ca 70cm langen Hugyfot Kugelarmen über Doppelsynchronkabel.
Ausschliesslich manuelle Blitz Fotografie im Weitwinkelbereich. Dritter SB 105 im Slave-Modus handgehalten für besondere Effekte. (Vordergrundmotiv etc.)- Auf allen SB 105 befindet sich eine
Schnellhalterung für die Aufnahme einer Scubapro Pocketlight als Pilotlampe. (Zielvorrichtung / Nachttauchgänge)
Kamera neu:
Austausch der Makro-Nikonos (a) gegen eine
Nikon F100 mit Mikro-Nikkor 60mm im Hugyfot-Gehäuse. Weitwinkel-Nikonos (b) bleibt: Das 15 er ist super in den Abbildungsleistungen.
Autofokus benötige ich nicht.Bei f = 5.6 liegt der
Tiefenschärfebereich von 0,5m bis 3m. Bei f = 8 von 0,4 m bis unendlich.Der Sucher ist brauchbar. Die Blitze reichen mir, da ich Weitwinkelfotografie ausschliesslich als
Mischlichtfotografie sehe. Die kleinen Blitze an den langen Armen sind auch bei schlechter Sicht und Strömung einsetzbar. Die ganze Kamera ist sehr flugfreundlich zu verpacken.
Filme: Kodak Elite Chrome 100 für Weitwinkel,Nah und Makro. Fuji Velvia 50 für Makro.
Motive:
Mir persönlich gefällt das klassische Tierportrait am besten. Auch wenn es
zur Zeit aus der Mode gekommen ist, mag ich Bilder mit schwarzem Hintergrund und kontrastreich freigestelltem Hauptmotiv wie z.B. das Bild vom Kalmar ( Nachttauchgang). Bilder die den
Taucher zum Hauptmotiv werden lassen gefallen mir nicht so sehr. Insbesondere mag ich nicht die oft bei Wettbewerben gekürte Klischeeaufnahme der Taucherin mit Rieseneinglasmaske (Kein Mensch
taucht wirklich damit), die mit Ihrer eingeschalteten Monsterlampe am hellichten Tag die Blauwassermoleküle erleuchtet. Eine Tachersilhouette als zusätzliches Hintergrundmotiv oder ein
Taucher in Interaktion mit der Unterwasserwelt finde ich jedoch sehr gut.
Wettbewerbe:
3. Platz beim Leserfotowettbewerb von UnterWasserWelt 2003.
Gedanken
Ich habe mir im Urlaub mal die CMAS-Weltmeisterschaft der UW-Fotografen angeschaut. Was ich dort gesehen habe entsprach exakt dem Klischee des umweltzerstörenden UW-Fotografen.Völlig
überbleite Fotografen die durchs Riff robbten. Selbst mitgebrachte Motive (Schnecke) wurden auf eine Koralle gesetzt und abgelichtet. Solche Aktionen verschlechtern weiterhin das eh schon
schlechte Image der UW-Fotografie.
Wir meinen, dass besonders die Süsswasser-Fotos von Thomas Heckmann in der nur sehr karg besetzten Auswahl von Fotografen, die hier produzieren,
hervorstechen. Hier gibt es nicht sehr viel wirklich gutes Material und das wenige, das existiert, wird in vielen Magazinen immer wieder veröffentlicht. Vielleicht könnte aus dem
“Trainingslager” die Kür des Unterwasser-Fotografen Thomas Heckmann werden. Die Konkurrenz bei den Weitwinkel-Spezialisten im Meer ist wesentlich grösser, doch auch hier finden
sich sehr gut gestaltete Bilder mit zurückhaltendem Modeleinsatz im Archiv von Thomas Heckmann, die sich nicht verstecken müsssen.
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