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Praxis
Das PT-026 wird üblicherweise einhändig bedient, was zu verwackelten Bildern führen kann, wenn man das UW - Gehäuse
nicht sehr ruhig hält. Wegen ihrer geringen Abmessungen neigt die Gerätschaft verstärkt zur Eigendynamik. Wir raten dringend, beim Auslösen die Luft anzuhalten und
sich im Bedarfsfall mit der linken Hand auch mal abzustützen - aber nicht an intakten Korallen und weichen Schwämmen! Verursacher unscharfer Bilder ist auch der Video
- AF, dessen Pumpbewegungen bei monochromen Motiven auf dem Monitor sichtbar werden. Man kann also auch unscharfe Bilder produzieren, obwohl der Autofokus scheinbar
scharf gestellt hat. Das passiert insbesondere im Nah- und Makrobereich. Wir empfehlen, die Kamera bei normalen Aufnahmen immer mit dem Nahsymbol der Blume zu
verwenden. Dann sind Fahrten in den Nahbereich ein Kinderspiel. Achten Sie, wenn möglich darauf, dass der grüne AF - Punkt auf dem Monitor zu blinken aufhört. Dann ist
das Bild kameraseitig als scharf erkannt worden und bleibt es dann meistens auch als fertige Aufnahme. Wenn der grüne AF - Punkt blinkt, kann kein scharfes Bild
entstehen. Dieser Fehler unterläuft einem häufiger als man denkt. In den extremen Nah- oder Makrobereich gelangt man mit dem Blumensymbol und Index klein s. Das
Bildfeld ist dann (31 x 23) mm groß und die kürzeste Distanz beträgt unter Berücksichtigung der Lichtbrechung 6 cm ab Frontglas. Leider funktioniert in diesem Modus
der kamerainterne Blitz nicht. Man kann aber im Flachwasserbereich trotzdem zu perfekten Makroaufnahmen kommen. Wenn das Umgebungslicht ausreicht, auch ohne
Kunstlicht, besser aber mit einer Videolichtanlage. Wir empfehlen eine solche Gerätschaft aber nicht nur wegen des sonst nur eingeschränkt nutzbaren Makrobereichs,
sondern auch als Sucherlicht und insbesondere bei Nachttauchgängen. Weil das PT-026 dann auf einer Schiene sitzt und man mit einem oder zwei Lampenköpfen agiert,
gewinnt man eine ganz andere Stabilität beim Fotografieren. Mit Lichtunterstützung arbeitet der Autofokus deutlich schneller und zielsicher. Außerdem bekommt man eine
Vorkontrolle über die Motivfarben und bei Nachttauchgängen ist eine Videoanlage schlicht und ergreifend unbezahlbar. Die von uns exemplarisch verwendete Lichtanlage
kann mit unterschiedlichen Akkupacks beaufschlagt werden, die einer 50 Watt Lampe bis zu 1,5 h Energie liefert. Die Akkus hängt man sich ans Jacket und benötigt so
weniger Blei. Im Unterwasser-Nahbereich ist mit Kamerablitz immer das Motivprogramm „18 Unterwasser-Makro“ einzustellen. Rötliche Farben werden hier mehr oder
weniger etwas überzogen dargestellt, sind aber für Urlaubsfotografen und Gelegenheitsknipser ein sichtbarer Fortschritt, was Brillanz und Knackschärfe anbelangt. Keine
Frage, hier ist Olympus ein Software-Schachzug gelungen, der diese und vermutlich auch die folgenden Kameragenerationen bei UW - Fotoeinsteigern zu beliebten
Kaufobjekten machen wird. Nachbearbeitungen am PC erübrigen sich zwar bei ehrgeizigen Leuten trotzdem nicht ganz, werden aber spürbar reduziert. An den Farben muss man
nicht mehr groß herumdoktern...diese Hausaufgaben hat Olympus im Vorfeld zur Zufriedenheit der meisten Anwender bereits erledigt. Ein zweiter Unterwassermodus „17
Unterwasser-Reichweite“ genannt steht für Panoramaaufnahmen oder weiter entfernte Objekte. Hier kommt es weniger auf rötliche Farben als auf blaues Wasser an. Da
man mit der Mju 500 aber keine echten UW - Weitwinkelaufnahmen machen kann, ist dieses Programm eher für schwimmende Fische gedacht und wenn man im Supermakromodus mit
Lampenlicht agiert. Klares Wasser vorausgesetzt, kann man in der Weitwinkelstellung aber durchaus die Tauchpartnerin ablichten. Unglaublich präzise ist
Abbildungsqualität hinsichtlich der Ecken- und Kantenverzeichnung ausgefallen. Im Schwimmbad konnten wir die Kachelfugen absolut verzeichnungsfrei fotografieren. Dies
ist umso erstaunlicher, weil man mit dem 3-fach Zoom durch Planglas fotografiert und die relativen Kleinbildbrennweiten 35-105 mm betragen. Erstaunlich
präzise ist die Belichtungsgenauigkeit des Kamerablitzes. Und das, obwohl er nicht TTL-gesteuert ist. Nur selten muss man mit der Plus/Minus-Korrektur arbeiten. Man
kann aber pro forma minus 0,3 einstellen. Das passt fast immer. Dämpfend wirkt sich auch die abnehmbare (aufpassen sitzt sehr stramm!!) Milchglasscheibe (Diffusor) vor
dem Kamerablitz aus. Die Farben kommen satt und angenehm. Trübstoffe werden etwas unterdrückt.
Fazit
Mit der Mju 500 hat Olympus einen
genialen Schachzug gelandet. Wie man hört, verkauft sich die Kamera auch sehr ordentlich. Klein, leicht und unkompliziert muss das Gerät sein — das wollen
Fotoeinsteiger. Wer mit der UW - Fotografie beginnen möchte, aber nicht so recht weiß, was er sich zulegen soll, macht mit dem Kauf der Mju 500 plus PT-026 nichts
falsch. Ein UNI-Professor, den wir im Rahmen eines Digital - Fotoworkshops mit der Kamera unter Wasser fotografieren ließen, war so begeistert, dass er sich die
Gerätschaft für seine tauchenden Doktoranden zulegen wird. „Damit kommen die auf Anhieb klar!“ Schüler, Studenten, tauchende Mütter, technisch Abstinente und
auch engagierte UW - Fotografen mit Schnappschussambitionen im Makrobereich werden an dieser Digicam ihre helle Freude haben. Und wer mit einer Fisheye - SLR und
Monstergehäuse im Riff umhergeistert, kann sich die Mju 500 auch noch ans Handgelenk hängen. Das geht problemlos und ist kaum störend bei der Gestaltung von
Großraumfotos. Im PT-026 hat die Mju 500 ganz leichten Abtrieb. Vorteil: Man hat immer eine qualitativ hochwertige Makro-Alternative dabei.
Preise:
Olympus Mju 500 = ca. 399,-Euro (Händlerpreis) UW-Gehäuse PT-026 = ca. 199,- (Händlerpreis)
Info: www.olympus.de
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