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Die Botschaft ist eindeutig. Wer unter Wasser hobbymäßig fotografiert, sollte eine Olympus - Kamera benutzen. Gemäß diesem Leitspruch
setzt der japanische Hersteller alle Hebel in Bewegung, die Führung auf diesem Gebiet zu festigen. Mit neuen Ideen und viel Engagement. Herbert Frei über eine digitale
Kleinkamera, die sich unter Wasser als Riese entpuppte.
Noch vor einigen Jahren hätte man über ein fotografisches Spielzeug wie die Mju 500 unverhohlen
gelacht und sie als Fotoschachtel für bedürfnislose Gelegenheitsknipser bezeichnet. Mittlerweile ist auch berufsmäßigen Spöttern das Lachen vergangen. Zumindest im
Nah- und Makrobereich. Denn hier gelingen selbst unbegabten Tauchern und untalentierten UW - Fotografen mit dieser Kamera hin und wieder Aufnahmen, die auch mit einer
deutlich höherwertigeren Digicam kaum besser gemacht werden können. Wir haben den Versuch expizit durchgeführt. Selbst wer nie zuvor unter Wasser ein Bild gemacht
hat, kommt bereits nach zwei Tauchgängen mit der Mju 500 bestens klar und liefert mehr als akzeptables Bildmaterial ab.
Westentaschenkonzept
Für
Digicams, die für Furore sorgen sollen, gibt es zwei Kriterien. Sie müssen klein und preiswert sein. Die positiven und negativen Restsubstanzen ergeben sich aus den
Abmessungen und den Kameradaten. Was die Kamera letztendlich wirklich kann und für welche Zwecke sie im Besonderen geeignet sein wird, hinterfragt beim Kauf so gut wie
kein Kunde. Wie sollte er auch, wo doch im Prinzip die meisten Fotogeräte so komplex und unübersichtlich geworden ist, dass selbst versierte Leute mit den ausufernden
Bedienungsanleitungen nur noch wenig anfangen können. In dieser hochtechnisierten Kamerawelt stellt die Mju 500 so etwas wie eine kleine Revolution dar. Zwar hat man
auch hier mehr Druckknöpfe am UW - Gehäuse angebracht als wirklich benötigt werden, aber die Funktionen bleiben übersichtlich. Einschalten, Zoomen und abdrücken.
Vorher noch den Blitz einschalten. Die Ergebnisse sprechen dann meistens für sich. Trotzdem empfiehlt es sich, vorher die Bedienungsanleitung zu lesen. Doch das ist
gar nicht so einfach. Sie liegt nämlich nur als CD vor. Wer sie ausdrucken möchte, muss sich auf einiges gefasst machen. Es fallen einem dann 270 einseitig bedruckte
Seiten entgegen. Möglicherweise ist während es Druckvorgangs auch noch die Tintenpatrone zu wechseln, falls man keinen Laserdrucker besitzt. Weil man diesen Wälzer
kaum in den Urlaub mitnehmen kann, geben wir den Rat, die 20 wichtigsten Seiten zu zusammenzuheften. Nur welche sind das? Da wird wohl jeder andere Prioritäten setzen,
aber primär geht es um die Kamerabedienung und das optimale Einstellen von Auflösung und Bildqualität. Die Mju 500 gehört zu den flugreisetauglichsten
Digicams. Samt UW - Gehäuse passt sie noch locker in eine größere Manteltasche. Ohne UW - Gehäuse verliert sie sich fast in der hohlen Hand. Angenehmer Nebeneffekt:
Die Mju 500 ist spritzwassergeschützt nach IEC 529-Standard. Eine kleine Undichtheit des PT-026 oder die bekannt hohe Luftfeuchtigkeit in den Tropen bringen sie
deshalb nicht gleich aus der Fassung. Das wirkt einerseits beruhigend, sollte aber nicht übertrieben werden. Wassergeschützt heißt nicht wasserdicht. Das Kameragehäuse
verträgt kurzzeitig schon mal einige Spritzer oder einen kleinen Schwall Wasser. Wenn das UW - Gehäuse aber wegen eines Defektes oder eigenem Verschulden vollgelaufen
ist, dann macht auch die Mju 500 keinen Mucks mehr. Kompaktheit bringt im übrigen auch Einschränkungen mit sich. Weil ein Bildstabilisator fehlt, kann es ab und zu
auch mal, wegen unbemerkt längerer Belichtungszeiten, unscharfe Bilder durch Verwackeln geben - sowohl an Land als auch unter Wasser. Wir empfehlen bei
Unterwasseraufnahmen aus einer ruhigen Position heraus zu fotografieren und sich eventuell bei Nah- und Makroaufnahmen mit einem Finger oder einem kleinen Metallstab
naturverträglich abzustützen. Außerdem gibt es für die Gerätschaft keinen serienmäßigen Weitwinkelvorsatz und auch das Anbringen eines externen Blitzgerätes ist
firmenseitig nicht vorgesehen, aber dennoch machbar. Anbauten in Form einer Halteschiene und eines Digitalkonverters zum Auslösen eines amphibischen Blitzgerätes
übernimmt der Olympus - Spezialist www.mike-dive.de. Über ihn bekommen Sie eventuell auch vorschraubbare
Makrolinsen und Weitwinkelvorsätze, die man im Frontgewindes des PT-026 befestigen kann. Wie weit die Kameratechnik selbst bei Westentaschen - Digicams
fortgeschritten ist, belegt die maximale Pixelzahl von 5 Millionen. Mit dieser Auflösung hat Olympus noch vor weniger als drei Jahren eine Profikamera auf den Markt
gebracht. Deren Bildqualität erreicht die Mju 500 wegen ihres erheblich kleineren Bildsensors natürlich nicht. Aber die Ergebnisse überraschen doch und sind für
Urlaubsfotografen mehr als überzeugend und im Endergebnis absolut printtauglich bis (20 x 30) cm. Insbesondere im Bildzentrum glänzt die Mju 500 mit einer nicht
erwarteten Bildschärfe und Auflösung.
Frohe Kunde
Neben der erfreulich hohen Pixelzahl überrascht die Mju 500 mit zwei Modi für UW - Aufnahmen.
Einer für Makro (Fischsymbol auf dem Monitor), der andere für weiter entfernte Aufnahmen. Im Makromodus werden durch das integrierte Blitzlicht die Rottöne etwas
verstärkt, was zu extrem farbstarken Aufnahmen führt. Nachteilig ist, dass man in diesem Modus nicht mit Halogenlampen fotografieren sollte, weil die Farben versüßen
und zum Teil extrem in Richtung Rot verfälscht werden. Der automatische Weißabgleich befriedigt in diesem Fall nicht. Sicherlich ist das eine persönliche
Betrachtungsweise, aber Xenonleuchten machen sich hier besser. Oder man schaltet in den Modus „Unterwasser-Reichweite“ (Symbol von drei Fischen auf dem Monitor).
Dann werden die Farben kühler. Imposant ist der Super - Makrobereich. Man wählt ihn an mit dem Blumensymbol und klein s. Dann stellt sich die Kamera automatisch auf
nächste Nähe ein. Zoomen ist dann nicht mehr möglich und der Kamerablitz verweigert seinen Dienst. In diesem Fall müssen Sie mit einer Handlampe oder Videoleuchten
belichten. Sehr gute Erfahrungen haben wir mit dem MB Sub Digitalfotolicht (eine dimmbare Lampe) gemacht. Eine einzige Offenbarung ist das große 2,5 Zoll-Display
mit seinen 215 000 Pixel. Bei allen unseren Fotoworkshops hat dieser vergleichsweise riesige Monitor erfreuliches Aufsehen erregt, weil ihn auch Brillenträger unter
Wasser sehr gut ablesen können. Ein separater Sucher hat deshalb auch keinen Platz mehr gefunden. UW - Fotografen werden diesen aber vermutlich nicht vermissen. Ob die
Albumfunktion bei Tauchern ankommt, muss abgewartet werden. Praktisch ist sie, weil man seine Bilder bereits in der Kamera ordnen kann. Unter Wasser bleibt dafür aber
vermutlich kaum Zeit. Warten Sie damit bis nach dem Tauchgang.
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