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Die neueste Generation von OCEANIC – Tauchcomputern hat es in sich – oder auch außer sich. Drahtlose Übertragung des Flaschendrucks ist technisch keine
neue Lösung, der Einsatz von bis zu drei Sendern ist jedoch einzigartig. Tec – Taucher können so „schlauchreduziert“ die Tanks mit bis zu drei Gemischen
kontrollieren, beim Einsatz der Sender mit Tauchbuddys erleichtert die schnelle Kontrolle der Atemgasvorräte gerade Tauchlehrern und Guides die Gestaltung von
Tauchgängen. UnterWasserWelt hatte den VT 3 im Test.
Man muss nicht, man kann aber den VT 3 mit einem Sender oder mit bis zu drei Sendern betreiben. Wer auf
die klassische Luftdruckkontrolle mit einem Finimeter besteht, setzt den VT 3 als normalen Armbandrechner ein, nutzt dabei aber nur einen kleinen Teil seiner
umfangreichen Möglichkeiten stets aktuell ermittelte Tauchgangdaten angezeigt zu bekommen. Geht man davon aus, dass mechanische Finimeter nach unserem Verständnis
keine ausgesprochenen Präzisionsinstrumente sind und Füllstandsanzeigen mit 10% Abweichung immer noch in der zu tolerierenden Norm liegen, wird schnell klar, dass die
Genauigkeit luft- oder sagen wir besser atemgasintegrierter Tauchcomputer wesentlich höher ist und somit auch Tec - Taucher in den Interessentenkreis einbezogen werden
können. Setzt man zwar in Tec – Kreisen weitgehend auf den Verzicht von elektronischen Bauteilen in der Ausrüstung, so ist die sinnvolle Erweiterung der
Möglichkeiten eines ohnehin unverzichtbaren Tauchcomputers, der bis zu drei unterschiedliche Atemgasgemische berechnet, durchaus zu überdenken. In der
Tauchausbildung ist die schnelle Kontrolle der Luftvorräte ein Plus an Sicherheit und Komfort, Stresssituationen können schneller erkannt werden und der Ablauf von
Übungstauchgängen birgt von dieser Seite auch keine Überraschungen mehr. Ohne Frage ist der Einsatz des VT 3 als luftintegrierter
Computer für einen Anwender allein nicht „unterfordert“, die Option für weitere Sender kann jedoch für Taucher, die sich anspruchsvollere Ziele setzen wollen,
sehr interessant sein.
Wenn auch immer wieder von intuitiver Bedienung gesprochen wird, es gibt kaum einen Tauchcomputer, der dies auch wirklich bietet. Es ist
das gleiche Spiel wie bei Mobiltelefonen, deren Menüs von Anbieter zu Anbieter und von Modell zu Modell abweichen. Dass man mittlerweile die Funktionen über bis zu
drei Tasten steuert, die den Betriebsmodus, die Menüebene und die Auswahl einer Funktion kontrollieren, ist so ziemlich der einzige übergreifende Standard. Über 150
Seiten im kleinbedruckten DIN A 6 Format, dazu das Verständnis für eine Reihe englischsprachiger Abkürzungen in den Displayanzeigen, fordern vom User einige
Aufmerksamkeit ab. Würde man sich bei OCEANIC dazu durchringen ein Menü mit Sprachauswahl anzubieten, das auch Nichteingeweihten beim Blick auf das Display
unmissverständlich klar macht, welchen Funktionen welche Daten zugeordnet sind, gäben wir einen dicken Extrapunkt. So muss man sich durch Kürzel wie „DFLT, DPTH, DTR,
TLBG“ und diverse weitere hangeln, die im deutschen Sprachgebrauch und im Verlauf einer deutschsprachigen Tauchausbildung nicht üblich sind. Auch didaktisch
könnte an der Anleitung gehobelt werden, doch auch das ist kein Einzelfall. Auf Anhieb verstehen meist nur die Entwickler von Gerätschaften das, was sie schriftlich
zusammengetragen haben, weil sie mit den Geräten ständig umgehen und dem folgend einfach betriebsblind geworden sind. Läse sich die Anleitung zum VT 3 wie ein Rezept
für Nudeln mit Tomatensoße, jeder würde es verstehen und UnterWasserWelt würde dafür sogar einen Pokal stiften. Hat man diese Hürde überwunden, kann man schon
ab Seite 85 der Anleitung im Standardmodus abtauchen. Sie sehen also schon an der Seitenzahl, wie viele Möglichkeiten der VT 3 bietet individuell auf die Gewohnheiten
des Users eingestellt oder den Erfordernissen eines Tauchgangs angepasst zu werden. Was der VT 3 nicht berechnen oder nicht an ihm eingestellt werden könnte, dürfte
also weit aus dem Radius selbst anspruchsvollster Tauchgänge herausfallen.
Doch lassen Sie sich nicht verunsichern, denn in der Regel werden doch
Standardtauchgänge durchgeführt, absolviert mit normaler Atemluft oder Nitrox, die auch eher selten in den Dekompressionsbereich führen. Spezielle Modi wie das Tauchen
mit unterschiedlichen Gasgemischen, die Verwendung des VT 3 allein als elektronischer Tiefenmesser oder als Apnoecomputer, der dann sogar die individuelle
Stickstoffsättigung berücksichtigt, sind Spezialanwendungen, über deren Hintergründe Sie sich später informieren, wenn der VT 3 entsprechend eingesetzt werden soll.
Auch der Modus der Tauchgangplanung, ein allgemein eher selten verwendetes Feature, muss nicht von Anfang an verinnerlicht sein. Absolvieren Sie also ihren ersten
Standardtauchgang mit dem VT 3 mit eingeschalteter Wasseraktivierung und berücksichtigen Sie gegebenenfalls das automatisch angezeigte Höhenlevel, falls Sie sich in
den Bergseeregionen aufhalten.
Im Praxistest
fallen zunächst die deutlichen und gut ablesbaren Daten auf, die auf dem mit Kratzschutz versehenen LC-Display angezeigt werden. Dies ist ein wichtiges Kriterium zur sicheren Tauchganggestaltung. Die Vielzahl der möglichen Anzeigen ist in mehrere Ebenen unterteilt, wobei die wichtigsten Daten immer auf der ersten Ebene angeordnet sind und weniger wichtige, wie die größte erreichte Tiefe oder die Wassertemperatur in Unterebenen per Tastendruck ausgewählt werden können.
Das Kautschukarmband mit Dehnfalten ist lang genug um den Computer auch an einem Trockentauchanzug bequem zu befestigen. Ein weiteres Praxisplus ist der
Batteriewechsel, der vom Besitzer des VT 3 selbst durchgeführt werden kann und das sogar während der Entsättigungsberechnung zwischen zwei Tauchgängen, ohne dass dabei
Daten verloren gehen. Es gibt keine Situation im Verlauf eines Tauchgangs, die nicht mit einem akustischen und / optischen Warnsignal belegt werden könnte, doch die
Praxis rät, soweit man auf diese Funktionen zurückgreifen möchte, nur die wirklich wichtigsten Parameter mit Warnanzeigen zu verbinden wie etwa zu schneller Aufstieg,
Deko- und Reservewarnung. Abhängig von der Datenrate, mit der ins Logbuch geschrieben werden soll, reicht der Speicherplatz von etwa 110 Stunden (bei 60 Sekunden
Aufzeichungsintervall) bis zu etwa 5 Stunden bei einem 2-sekündigen Datenintervall um Tauchgangverläufe festzuhalten. Im Apnoemodus (Free Dive) wird sekündlich
aufgezeichnet, was den internen 512 KB – Speicher nach maximal zwei Stunden belegt. Das optional erhältliche Interface inklusive Software zum Übertragen der
Logbuchdaten auf eine PC empfiehlt sich allen, die ein komfortables elektronisches Logbuch führen wollen. Die Montage des Senders, für sich und / oder die
Buddys, ist mechanisch zumeist einfach, man schraubt ihn in einen freien Hochdruckabgang, an Stelle eines Finimeterschlauchs. Allerdings können je nach
Oberflächenlayout und Belegung der übrigen Abgänge an der ersten Stufe Platzprobleme entstehen, da die Sender nahe am Gewindeanschluss wesentlich mehr Raum
beanspruchen als Mitteldruckschläuche mit Knickschutz. An sehr klein konzipierten ersten Stufen sollte man beim Händler erst die Probe aufs Exempel machen, ob im
Zusammenspiel mit dem vorhandenen Regler und den belegten Abgängen die unmittelbare Montage des Senders möglich ist oder ob man einen im Tec – Bereich
angebotenen kurzen Hochdruckschlauch mit entsprechenden Gewindeanschlüssen benötigt, der den Sender dann auch an sehr kleinen ersten Stufen zu verwenden ermöglicht.
Die Anmeldung der Sender (schwarzer Sender für den User, gelber und grüner Sender für Buddys oder weitere eigene Flaschen und Gesmische) am Computer ist in der
Anleitung ab Seite 50 beschrieben. Eigentlich ist der Vorgang relativ einfach zu bewerkstelligen, die Anleitung macht daraus aber ein didaktisches Abenteuer, das man
sich in Ruhe, mit einer Tasse Kaffee oder Tee, zu Gemüte führen sollte. So eben am Tauchplatz, 5 Minuten vor dem geplanten Sprung ins Wasser, bekommt man das nicht
geregelt. Aber, wie gesagt, wenn man die Denksportaufgabe a la OCEANIC – Anleitung gelöst hat, geht es ganz einfach... Abgetaucht und automatisch aktiviert
stellt sich für den Praxistest natürlich die Frage, wie weit kann ein Buddy entfernt sein, dessen Atemgasvorrat am VT 3 angezeigt werden soll. Nach Druck auf die
Modustaste sucht der VT 3 nach dem Funksignal des Senders an der Flasche des Tauchbegleiters. Unser Test brachte dabei einwandfreie Signale selbst bei 4 Meter Abstand
zur Anzeige, OCEANIC selbst garantiert bis 2 Meter Distanz. So ist man hier technisch auf der sicheren Seite. Natürlich wechselt nach der Buddyabfrage der Rechner
automatisch in den Normalmodus und zeigt den eigenen Flaschendruck an. Die Displaybeleuchtung ist besonders dann von Vorteil, taucht man ohne eigene Lampe in den
Dämmerungszonen von Seen oder Überhängen. Die Anzeige und Ablesbarkeit ist tadellos. Und mit dicken Trockentauchhandschuhen lassen sich die Tasten für Buddy- oder
eigene Flaschendruckabfragen und der Wechsel zwischen den einzelnen Displayebenen auch gut bedienen. Vorbildlich - wie immer bei OCEANIC sind die
unterschiedlichen Balkendiagramme, die Stickstoffsättigung, Sauerstoffsättigung oder Nullzeit und Aufstiegsgeschwindigkeit.
Fazit
Der VT 3 ist ein
einzigartiger Rechner für alle Tauchgangarten - mit Pressluft, Nitrox (bis 100% Sauerstoff) oder als Apnoecomputer. Drahtlose Übermittlung der Atemgasvorräte für
bis zu drei Gemische am Taucher selbst (Tec – Tauchen) oder für bis zu 2 Buddys, lassen alle denkbaren Einsatzmöglichkeiten zu. Das gefällt sehr. Deutsche
Anwendermenüs und eine verständlicher gestaltete Anleitung würden den VT 3 rundum als herausragend krönen.
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