|
Aber der Grund seiner Fotoscheu, die man allgemein durchaus öfter beobachten kann, ist eher mit dem Glauben verbunden als mit dem Fischen. Die Malediven sind ein Staat,
in dem der Islam als Staatsreligion gilt und 99,8 % der Bevölkerung gehören ihm an. Wächst man umgeben von den konservativen Ritualen einer Einheimischeninsel auf und
nicht nahe dem fast schon unangenehm westlichen Male, wirkt sicher noch ein Wort im Koran nach, was es möglicherweise verbietet ein Abbild eines anderen zu machen.
Nach gut einer halben Stunde gibt er auf, das Angelglück hat versagt und sicher gibt er insgeheim mir und meiner Kamera die Schuld... Erst eine Stunde nach dem
Abtauchen sind die ersten Gäste wieder an der Oberfläche. Sie werden rasch vom Dhoni aufgenommen. Bei der Rückkehr zur Tombilli warten die Gäste, die eine
unfreiwillige Tauchpause einlegen mussten, weil die Ohren Probleme bereiten, mit den üblichen Fragen auf, was vom Läuten der Schiffsglocke unterbrochen wird: Das
Mittagessen steht bereit. Im Heckbereich der MS Pretty Tombilli, vor dem Eingang zum Salon, ist ein großer runder Tisch mit Sitzbank darum montiert. Hier wird das
Essen serviert, sollte der Platz dort etwas knapp sein, dann kann zusätzlich im Salon eingedeckt werden. Auch der Außenessplatz ist beschattet – vom darüber
liegenden Sonnendeck. Suppe, gegrillter Fisch, Pasta, als Nachtisch Pfirsichkompott. Die Küche hat sich wieder große Mühe gegeben und die Gäste sind auch nach 14 Tagen
noch sehr zufrieden, was aus der kleinen Kombüse herausgezaubert wird. Man muss nur ein wenig aufpassen, wenn man Schärfe im Essen nicht so gern mag, der Koch lässt
gerne etwas Chilli in die Speisen wandern. Nach dem kulinarischen Selbstverständnis der Malediver jedoch in einer so geringen Menge, dass davon unmöglich irgendeine
Wirkung ausgehen könnte. Doch der Smutje ist fair und man erkennt die kleinen roten Schotenstückchen auch ohne Lesebrille und kann sie einfach aussortieren.
Das Abendessen ist genauso ausführlich wie das Mittagsmenü, es wird zusätzlich noch eine Suppe serviert und der Tisch besonders schön gedeckt. Das Frühstück kann man
sich mit Eiern jeglicher Art gestalten lassen, wer es lieber süß mag kann Honig oder Marmeladen auf den Toast geben. Empfehlenswert ist auf jeden Fall einen der
angebotenen dünnen, kalten Pfannkuchen mit einer Art Thunfischsalat zu belegen, einzurollen und zu genießen. Natürlich ist auch hier etwas Chilli mit im Spiel, was für
mich jedenfalls den besonderen Reiz dieser Gaumenfreude ausmacht. Kaffee, Tee und Saft werden natürlich auch angeboten. An Bord kann man Wasser, Cola, Bier (2
Sorten), Rot- und Weißwein kaufen.
Für den Nachmittag ist ein Ausflug nach Male auf dem Programm, ein Abstecher, der bei normalen Inselurlauben kaum einplanbar
ist. Nach einer gut halbstündigen Fahrt legt das Dhoni nahe der großen Moschee und dem Präsidentenpalast an. Ute gibt noch ein kurzes Briefing. Man kann sich entweder
auf einen sehr überschaubaren Kulturtrip begeben, der das Umrunden der Moschee (von außen), einen Blick in eine alte Parkanlage und einen Eindruck vom
Präsidentenpalast vermittelt, als Hardcore – Tour bietet sich die Souvenirmeile an, um ein wenig Einblick in Land und Leute zu bekommen sollte man den Hafen und
den Fischmarkt besuchen. Wem das zuviel ist, kann gleich zwei Blocks weiter in das allseits bekannte Cafe Seagull gehen, das beste Eis im Umkreis von 500 Meilen
genießen und einen Espresso ordern, der die 9000 km Entfernung zu seinem Ursprungsort nicht schamlos ausnutzt. Wir entscheiden uns für einmal um die Welt in zwei
Stunden und ziehen das volle Programm durch. Neben der Fotoausrüstung hätte ich noch eine Fliegenpatsche mitnehmen sollen, denn die Besitzer aller Shops kleben an uns
wie Kletten und sind lästig wie Mücken im Schlafzimmer. Von dieser Spezies könnten sogar noch Hurghadas Bakschischrittter etwas lernen. Erst als wir uns der
Moschee mit der berühmten goldenen Kuppel nähern, fällt das Rudel der Verfolger von uns ab. Nachdem der islamische Mittelpunkt von Male umrundet worden ist, steht
fest, dass man die Kuppel als Ungläubiger ausschließlich vom Wasser aus sehen und fotografieren kann, denn uns ist es nicht gestattet den religiösen Ort zu betreten
oder gar zu fotografieren. Selbst Aufnahmen von außen sind verboten, doch das Schild, das dies verkündet, hängt strategisch so ungünstig, dass wir es erst nach dem
Vollzug der verbotenen Handlung entdecken. Aber vielleicht war das ja auch der Anlass für die unerklärliche Leckage der UW-Gehäuse genau jener Kameras ein paar Tage
später?? Unter Vermeidung der Souvenirmeile erreichen wir den Hafen, der bunt und geschäftig durchaus Flair hat. Leuchtend bunt sind viele der dort zum Ent- und
Beladen vertäuten Boote. Der vordere Teil wird von den Fischern genutzt, die hier ihren Fang anlanden und in die entlang der Hafenstraße liegenden Geschäfte und die
Fischmarkthalle liefern. Hier werden große Thunfische mit Manneskraft entladen, dort liegen Segelfische im schmelzenden Eis auf dem Asphalt. Im geschäftigen Treiben
werden wir kaum wahrgenommen, einzig Frauen beobachtet man aus dem Augenwinkel in dieser exklusiven Männerwelt. Holzbohlen und Bretter, Baumaterialien, Speisölkanister
und Türme von Wasserflaschen – Kartonagen trennen den weiteren Weg von der Hafenstraße ab. Nach dem Gemüsemarkt beginnt der Hafenbereich, in dem Stückgut aller
Art umgeschlagen wird. Keine zwei Meter zwischen Kaimauer und Warenhalden bleiben den Arbeitern und versprengten Touristen um ihren Geschäften nachzugehen. Bevor wir
uns als fehlgeleitetes Stückgut zwischen Zementsäcken und Ölfässern im Laderaum eines Frachtdhonis wiederfinden, entscheiden wir uns den Weg zum Cafe Seagull
einzuschlagen. Die Ruhe dort, begleitet von Eis und Capuchino, tut gut. In der Dämmerung geht es zurück zur Tombilli, die mittlerweile im Yachthafen nahe der
Flughafeninsel Hulule liegt. Die festlich angestrahlte goldene Kuppel leuchtet in den Abendhimmel wie ein versöhnliches Zeichen, eine Entschuldigung für das
aufdringliche Gebaren der Souvenirverkäufer... Schön wieder auf der MS Pretty Tombilli zu sein, diesem überschaubaren Ruhepol auf dem Wasser. Allgemeines Packen ist
angesagt, bis auf zwei Gäste, die noch eine Woche Inselurlaub vor sich haben, reisen alle anderen am nächsten Tag zurück nach Deutschland. So wird dieser Abend
besonders gemütlich und am festlich eingedeckten Tisch im Salon ist das Dinner diesmal besonders stimmungsvoll. Und ob sie wiederkommen würden, auf die Tombilli,
auf diese Frage wusste jeder eine spontane Antwort, kurz und bündig, ja!
Fazit
Das Motto der Tombilli lautet klar: Tauchen. Für diese Zielgruppe
erfüllen die Eigner Ute und Thomas Gehrke alle Erwartungen an einen gelungenen Tauchurlaub. Nitrox 32 for free, Multitec-Scooter, Leihequipment, Ausbildung, das lässt
keine Wünsche offen. Mit dem Liveaboard werden die schönsten Ziele in der Reichweite ein- und zweiwöchiger Safaris angelaufen, die Ute und Thomas natürlich bestens
bekannt sind. Die Atmosphäre an Bord ist freundschaftlich und hilfsbereit, viele Gäste sind „Wiederholungstäter“.
Fakten
MS Pretty Tombilli Eigner: Ute & Thomas Gehrke Crew: 6 Länge: 28 Meter Breite: 7 Meter Kabinen / Gäste max: 6 / 12
TV / DVD, Sony Musikanlage im Salon Maschine: 260 PS Turbodiesel Meerwasserentsalzungsanlage Bordstrom: 220 Volt / 24 Stunden Tauchen: Vom Dhoni aus
Schlauchboot: mit 40 PS Außenborder Flaschen: 28x 11 l Din / Int Füllungen: Pressluft und Nitrox 32 Leihequipment: für 12 Taucher Extras: 2 Multitec
– Scooter , GPS, Telefon, eMail, Echolot, Funk, Hochseeangelausrüstung Außendusche Bar mit Alkoholverkauf
Ausbildung: OWD bis Divemaster, Nitrox
Kontakt / Buchungen Diese Reise wurde mit dem Veranstalter Lagona Travel durchgeführt.
Buchungsmöglichkeiten bei den führenden Tauchreiseveranstaltern.
Thomas & Ute Gehrke MS Pretty Tombilli Tel. Boot: 00960 772051
Tel. Deutschland: 02620 950688 eMail Boot: pretty@tombilli.de www.tombilli.de
>>> eine Seite zurück >>>
|