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Eine Faust voll Licht mit einer Tankleuchte zu vergleichen, scheint auf den ersten Blick Äpfel mit Birnen zu vertauschen. Stimmt nicht
bei den LED – Geschwistern aus dem Hause mb sub in Köln. Nicht der Bauch steht hier im Rennen, der Kopf ist das Highlight im wahrsten Sinne des Wortes, so klein
und stark, dass man beim Blickkontakt besser eine Sonnenbrille aufsetzt.
Nach anfänglicher Zurückhaltung zu Zeiten, als die Szene auf die noch in den
Kinderschuhen steckende LED – Lichttechnik aufsprang, hat sich Michael Bienhaus nun eine Produktfamilie geschaffen, deren erste Kinder schon kurz nach dem
Erscheinen der sagenumwobenen OSRAM OSTAR LED mit 1000 Lumen Lichtstrom verfügbar waren. Dass eine so ungeheure Lichtausbeute von einer Fläche ausgehend, die kaum 6
Stecknadelköpfe klein ist, möglich wurde, verdankt man der Forschungsarbeit bei OSRAM und den genialen Denkern des Fraunhofer – Instituts in Jena. Das wurde 2007
mit dem Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten gewürdigt. Viele weltverändernde Entwicklungen brachte das Fraunhofer – Institut generell auf den Weg,
wohl am bekanntesten ist das MP3 Audioformat, nun kann eine kleine Lichtsensation anschließen, denn die OSTAR hat das Zeug für mehr als die Anwendung in
Unterwasserleuchten, das ist klar. Bei einer Leistungsaufnahme etwas unter 21 Watt strahlt sie so hell wie ein Halogenbrenner von 50 Watt, was Raumbeleuchtung und
Fahrzeugscheinwerfer gleichermaßen damit gestalten lässt, ganz abgesehen von akkubetriebenen Digitalprojektoren und Rückprojektionen. Möglich wurde dies durch die
bei OSRAM entwickelten technischen Grundlagen winziger Chips für Dünnfilm – LED`s, die ihr Licht nur in einer Richtung abgeben und nicht rundum, wie LED`s der
ersten Stunde. Auch das Temperaturmanagement spielt eine gewichtige Rolle und musste neu definiert werden. Bei der Formung des Lichtstrahls kamen die
Wissenschaftler des Fraunhofer – Instituts ins Spiel. Auch wenn es nicht so aussieht, diese LED ist ebenfalls mit einer Optik ausgestattet, die in zwei dünnen
Schichten über den 6 Dioden sitzt. Die Primäroptik – oder erste Schicht – sammelt und bündelt das abgestrahlte Licht nahe am Chip, die Sekundäroptik lässt
es gleichförmig abstrahlen. Auch farbliche Abstimmungen sind möglich, so hat die in der mb sub – Leuchte verwendete LED ein dem Tageslicht ähnliches
Farbverhalten. Das alles hat nichts mehr mit der Erfindung von Edison zu tun bzw. dem HMI- oder Xenonlicht, das modern in Film- und Autoscheinwerfern seinen Dienst
tut, tageslichtähnlich und bei vergleichsweise deutlich geringerer Stromaufnahme im Verhältnis zu leistungsgleichen Glühlichtvarianten. Ausgehend von dieser
Entwicklung können wir uns darauf einstellen, dass die Zukunft der brauchbaren LED – Lichtquellen für alle denkbaren Einsatzbereiche begonnen hat und bald schon
die neue Technologie in unseren normalen Alltag einziehen wird. Natürlich stellt sich die Kostenfrage momentan noch etwas ungünstiger dar, doch das ist normal bei
innovativen Produkten, die erst kurz auf dem Markt sind und die Großserienfertigung noch im Aufbau ist. Hinsichtlich der Lebensdauer, die als nahe unendlich beziffert
werden kann, verändern sich die Kosten – Nutzenrechnungen denn doch schnell hin zu eindeutig positiven Zahlen.
Eine Leuchte für mehr als ein Taucherleben,
so kann man die generelle Haltbarkeit der mb sub PHOTON und LED Cave überschreiben. Im Zusammenspiel mit den Lithium – Mangan – Akkus, die geringes Volumen
bei hoher Leistung und generöses Verhalten bei schlampiger Pflege übers Jahr aufzeigen, muss man sich schon die Frage stellen, ob Michael Bienhaus plötzlich alle
betriebswirtschaftlichen Grundlagen vergessen hat, denn im Schnitt verkauft man so eine Leuchte nur ein einziges Mal an seinen Kunden, außer man ebnet einem neunen
Trend zur Zweitlampe den Weg... Schaut man auf den Preis, der mit € 472,- bei der „Faust voll Licht“, der kleinen PHOTON, auf dem Kassenzettel
erscheint, so tut sie sich angesichts ihres Understatements ein wenig schwer, das als angemessen zu vermitteln. Es ist noch nicht lange her, dass eine
Unterwasserleuchte mit diesen Licht- und Brenndauerwerten bald das Dreifache an Volumen, Gewicht und Bügelgriff ins Auge stechen ließ. Damit schmückte sich der
ambitionierte Profihobbytaucher, schleppte es im Handgepäck deutlich auf sich aufmerksam machend um den Taucherglobus und verzichtete auf ein Kilo Blei am Gurt, weil
die Tiefensonne nach unten zog. Nun, die PHOTON schwebt auch nicht neben dem Taucher, doch 250 Gramm Abtrieb bei 500 Gramm Gewicht über Wasser, was ist das schon?
Die Botschaft muss ankommen, denn die Dimension der PHOTON entspricht der jener Funzeln, die aus Kunststoff gefertigt und mit Batterien bestückt ein trauriges
Dasein in Jackettaschen fristen, in die sie als Verlegenheitsgeschenk oder als Ergebnis einer einseitig pfiffigen Verkaufsstrategie im Shop gelangten. Was da aus
der Hand strahlt, ich muss Sie warnen werte Leserinnen und Leser, das hat wirklich Power und kann ein unvorbereitetes Auge kräftig blenden. Nicht mehr, als eine
Leuchte mit 50 Watt Halogenbrenner, doch da wäre man vorbereitet und man sparte sich den prüfenden Blick auf kurze Distanz in die mit voller Leistung angefahrene
Glühwendel. Diesem winzigen, gelben Rechteck traut man doch nicht zu, spontan so viel Licht auszusenden, dass damit nachwirkende Einbrenner auf der Netzhaut erzeugt
werden können. Nicht umsonst also ist der Deutsche Zukunftspreis mit 250.000 Euro dotiert, diese LED ist also ihr Geld wert.
Prinzip der PHOTON
Mit der PHOTON hat Michael Bienhaus sich – nachgefragt unbewusst – einer Schalttechnik geöffnet, die ähnlich schon einmal bei den Filmleuchten des
mittlerweile vom Markt zurückgezogenen Unternehmens MarinSolar Verwendung fand. Eine Nylonklammer mit Magnet klemmt in einer Führung des Reflektorkopfes. Mit dem
Daumen – echte Einhandbedienung – schaltet man die Lampe ein und aus und kann dabei auch noch die werkseitig vorgegebene, feste Dimmstufe von etwa 70%
anwählen. Als Einschaltsperre eigenen sich zwei Variationen, entweder zieht man die Klammer ganz ab und lagert sie abseits der Leuchte oder man steckt sie um 180°
gewendet in die Führung. In beiden Fällen lässt sich die Leuchte nicht aktivieren, auch nicht, wenn man mit dem Schaltring lose über die Kontaktfläche streicht.
Dank der neuen LED – Technologie können nunmehr optimierte Reflektoren verwendet werden. Für die PHOTON entschied man sich bei mb sub für eine
Reflektorcharakteristik, die man als „Medium“ bezeichnen kann. Also kein Flood, aber auch kein Spotreflektor. Damit deckt man die häufigsten Einsatzanforderungen
ab, ob im Süßwasser, im Meer, bei Tag, in der Dämmerung und bei Nacht. Man kann es nicht oft genug sagen, trotz der unglaublich kleinen Baumaße und LED
–Technik, die PHOTON macht den dicken Brummern mit Halogenbrennern den Platz streitig und ist ein absolut voll- und hochwertiges Produkt, das in die Jackettasche
passt. Zum Laden schraubt man die Reflektoreinheit ab, in der auch die Betriebselektronik der Leuchte untergebracht ist. Der Cinch – Stecker, der den
Lampenkopf mit dem Akku verbindet, ist vergoldet, Korrosion hat hier keine Chance. Zur Elektronik gehört natürlich ein Tiefentladeschutz, der nach dessen Aktivierung
noch für 30 Minuten ein Notlicht zu nutzen erlaubt. Die Reflektoreinheit ist zudem das Bindeglied zwischen der Hand- und der Tanklampe, sie ist bei beiden Varianten an
sich identisch und zwischen beiden Versionen austauschbar. So kann die PHOTON bei Bedarf an längeren Leuchtzeiten durch den CAVE Akkutank erweitert werden oder der
Besitzer der Tankversion nimmt auf Flugreisen zum Lampenkopf den Akkubody der PHOTON mit. So spart man sich einen Lampenkopf und macht die Umrüstung finanziell
günstiger. Zurück zur PHOTON, im Akkurohr ist ein Lithium – Mangan – Akku verbaut, der bei 12,6 V 1,6 Ah leistet. Diese ausgesprochen sichere
Akkutechnik, auf die mb sub zwei Jahre Garantie übernimmt, hat entscheidenden Anteil an der Miniaturisierung der aktuellen Leuchten. In maximal zwei Stunden wird das
Kraftpäckchen mit dem weltweit verwendbaren Schnelllader fit gemacht. Dafür leuchtet sie bei 100% eine Stunde, bei dauerhafter Dimmung sogar 1,5 Stunden. Zur
Sicherung der PHOTON ist im Lampenboden eine verstellbare Handschlaufe vorbereitet, mit einem optionalen Sicherungstool kann man sie an der Ausrüstung sichern.
Prinzip LED Cave
So weit ausholen, wie bei der PHOTON muss ich nun nicht mehr. Die Lichttechnik ist identisch, außer beim Reflektor. Hier entschied man
sich den Wünschen der Höhlentaucher folgend für eine stärker gebündelte Lichtführung und setzt einen Spotreflektor ein. Man kann den Lampenkopf während des Einsatz
in der Hand halten und mit dem Daumen den Schaltring bedienen oder ein Goodman – Handel anstelle des Schaltrings anklemmen, dann schaltet man die Lampe mittels
Drehung des Kopfes. Das ist so einfach, dass man es fast als genial bezeichnen kann. In der Anschlussbasis des Lampenkopfes der Cave wünschen wir uns jedoch eine
Öse oder Bohrung, damit der Lampenkopf bei Nichtgebrauch mit einem Sicherungstool griffbereit an der Ausrüstung gesichert werden kann, denn nicht jeder Tauchgang mit
der LED Cave führt in lichtlose Tiefen und nicht jeder wird das Goodman – Handel einsetzen. Das Verbindungskabel zum Akkutank ist lang genug bemessen, so dass
man situationsabhängig auch mit ausgestrecktem Arm agieren kann. Mit 6 Stunden voller Lichtabgabe oder 9 Stunden bei Dimmung auf 75% hat man selbst für extreme
Tauchunternehmungen große Aktionsspielräume und Reserven. Bis zu drei Stunden Notlicht stehen nach Ansprechen des Tiefentladeschutz zur Verfügung. Möglich macht dies
ein Akkupaket mit 9,6 Ah, das über Wasser nur 1,64 kg auf die Waage bringt, unter Wasser 700 Gramm. Eine Halterung aus schwarz eloxiertem Alu ist am
Tank vorbereitet.
Praxis
Die Schalttechnik ist ein primäres doch auch nostalgisches Novum, das funktioniert und Verlustängste ob dieser Lösung
scheinen unbegründet. Aus der Praxis vieler Jahre einer ähnlichen Technik ableitend kann ich hier kein Problem erkennen. Wer sich zu 150% absichern möchte, kann eine
Reserveschaltklammer in die Jackettasche stecken. Auch die Idee das Goodman – Handle mit einer Schaltklammer zu verschmelzen findet gefallen und erfüllt die
Ansprüche voll und ganz. Die Lichtcharakteristika der PHOTON (medium) und Cave (spot) sind gut gewählt, die avisierte Zielgruppe wird damit ideal bedient.
Baugrößen und Abtriebsverhalten sind in diesen Leistungsklassen bemerkenswert gering.
Fazit
In der Technik des UW – Lampenbaus mit
geradliniger Zielvorgabe hochwertigstes Licht zu produzieren bei geringster Baugröße und langer Brenndauer, nebenbei ein Produkt für mehr als ein Taucherleben in den
Wettbewerb zu schicken, hat mb sub sicherlich den Innovationspreis 2008 verdient.
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