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UnterWasserWelt erwartet schon länger, dass luftintegrierte Tauchcomputer den normalen Instrumentenstandard markieren. Finimeter –
auch wegen ihrer zulässigen großen Anzeigetoleranz - sind out, Tauchcomputer, die in ihren Datenanzeigen den zur Verfügung stehenden Luftvorrat mit einbeziehen sind
in. Mares bringt als erste komplette Eigenentwicklung eines luftintegrierten Computers sein > airlab < ins Spiel und gibt diesem einige einmalige Features mit
auf den Tauchgang.
Etwa 1500 g wiegt ein menschliches Gehirn, das > airlab < bringt es mit allem was dazu gehört auf 400 g. Würde man nur das
Gewicht bei der Betrachtung der Fähigkeiten berücksichtigen, käme man zum Schluss, dass dieser Tauchgangrechner unter die Kategorie „künstliche Intelligenz“
fiele. Tatsache ist aber, dass das > airlab < durchaus von diesem Planeten stammt und seinem Herrn gehorcht, so lange die individuell zu programmierenden
Parameter auch eingestellt wurden. Um das > airlab < zu verstehen und zum individuell reagierenden Instrument werden zu lassen muss man natürlich die
Bedienungsanleitung verinnerlichen. Das unterscheidet das > airlab < nicht von anderen marktüblichen Computern. Nicht ganz entspannt verläuft die
Auseinandersetzung mit der Bedienungsanleitung, da die Schriftgröße der des Kleingedruckten auf Verträgen entspricht, obwohl die Qualität des Produkts dies keinesfalls
nötig hätte. Warum also dieses unangebrachte Understatement?
Luftintegriert bedeutet bei Tauchcomputern immer, dass der Flaschendruck mit den aktuellen
Tauchgangdaten in einen rechnerischen Zusammenhang gebracht wird. Somit kann unter der Berücksichtigung des vorhandenen Atemgasvorrat der Verlauf eines Tauchgangs
deutlich gemacht werden, indem die verbleibende Tauchzeit unter Einbeziehung eventueller Dekostops angezeigt wird – ohne die als Reserve vorgegebene Atemgasmenge
anzutasten. Das beherrscht das > airlab < zweifelsohne in hoher Präzision. Neu und zurzeit einmalig bei luftintegrierten Computern ist die Vorgabe der
Flaschengröße durch den Taucher, die manuell eingegeben werden muss. Es werden dabei Volumina bis maximal 39,9 Liter akzeptiert was wohl völlig ausreichend ist für die
Gestaltung auch anspruchsvollerer Tauchgangprofile. Mitdenken muss in erster Linie der Anwender, der häufig mit Geräten unterschiedlicher Größen taucht und vor dem
Tauchgang den entsprechenden Wert einzugeben hat. Auf den ersten Blick erscheint das als Rückschritt in Sachen Komfort, tatsächlich kann nur so eine von Anfang an
genaue Interpretation der Daten des tatsächlichen Luftvorrats und des Atemminutenvolumen erfolgen. Das > airlab < berechnet dem zufolge die Verbrauchswerte und
die zur Verfügung stehenden Atemgasmengen während des gesamten Tauchgangs präziser als die aktuell im Wettbewerb stehenden Modelle. Die dabei entstehenden Abweichungen
sind sicherlich nicht dramatisch, doch gehört die Entscheidung von Mares für die manuelle Eingabe der Flaschengröße in ein ganzheitliches Sicherheitskonzept, das
zukünftig noch mehr individuelle Parameter des Computernutzers einbinden wird. So darf man erwarten, dass bei zukünftigen Tauchgangrechnern die Frage nach dem
Geschlecht und dem Gewicht eine Rolle spielen dürfte, da vermehrt bei modernen Sporttauchern, die stets nur mit Computern ausgestattet waren, immer wieder
Dekompressionsunfälle auftreten, weil an die absoluten Grenzen dessen gegangen wird, was die Anzeigen als noch machbar signalisieren. In Wahrheit ist man gerade bei
Wiederholungstauchgängen dann in einer Situation, die die rechnerischen Sicherheitszuschläge rasch abschmelzen lässt. Gnadenloses Non Limit Tauchen, gerade mit
Pressluft oder kräftezehrende Aktivitäten in kaltem Wasser sind Faktoren, die allein durch ein bewährtes Dekompressionsmodell nicht beherrscht werden können. An
die Tugenden geplanter Tauchgänge, die mit Tiefenmesser, Dekotabelle und Finimeter absolviert wurden, erinnert auch der bei Mares exklusive RGBM – Mares-Wienke
Algorithmus, der 10 Gewebe berücksichtigt. Sichtbarer Kern dieses Rechenmodells ist ein Tiefenstop vor dem Verlassen größerer Tauchtiefen, wenn der Tauchgang
dekompressionspflichtig geworden ist oder man an den Grenzen der Nullzeit tauchte. Der Algorithmus errechnet aus dem durchschnittlichen Druck, dem der Taucher
ausgesetzt war die Tiefe, in der ein einminütiger Tiefenstop eingelegt werden soll. Erstmals mit dem modifizierten M1 Computer realisiert wird dieses
Dekompressionsmodell auch zukünftig bei Mares die nachweisliche Verringerung von Mikrobläschen bewirken. Auch bei der Aufstiegsgeschwindigkeit schaltete man bei Mares
einen Gang zurück, maximal 10 Meter pro Minute sind nicht nur genug, auch damit wird der Mikrobläschenbildung entgegengewirkt. Selbstverständlich signalisiert das >
airlab < vor dem Ende eines Nullzeittauchgangs einen Sicherheitsstop von dreiminütiger Dauer in Tiefen zwischen 2,5 und 5 Metern zu absolvieren. Die Zweiteilung
des Displays macht das Anzeigenfeld übersichtlich. Unten sind die Luftverbrauchsdaten wie Flaschendruck, verbleibende Tauchzeit oder Luftverbrauch pro Minute (bei
Nitrox CNS in %) angeordnet, oben die aktuelle und größte Tauchtiefe, Restnullzeit, Dekompressionszeit und Tiefe, Nitroxgemisch, Aufstiegsgeschwindigkeit und
Temperatur (letztere nur außerhalb von Dekotauchgängen). Zusätzliche kleine Symbole informieren über das Bergseehöhenniveau (manuell einzustellen), ob im Meer- oder
Süßwasser getaucht wird (manuelle Wahl). Insgesamt ist die Anzeigenqualität gut, die Schwerpunktinformationen beim Tauchgangs sind im Display kräftig dargestellt
und bedarfsweise zu beleuchten. Ein wahres Feuerwerk entfachen gelbe und rote Leuchtdioden seitlich am > airlab < positioniert. Neben den Signaltönen, die
unterschiedliche Warnungen aussprechen, unterstreichen die deutlichen Lichtsignale die Hinweise unübersehbar. Weiteres Sicherheitsplus, auch Tauchpartner sehen diese
optische Warnung und können nötigenfalls frühzeitig eingreifen. Durch die mechanische Verbindung mit der ersten Stufe, die Luftdruckdaten werden über einen
Hochdruckschlauch zum > airlab < geliefert, gibt es auch keine Beeinträchtigungen dieser Anzeigen, wie sie bei drahtlosen luftintegrierten Computern möglich sind.
Erfreulich ist die Verwendung handelsüblicher Microzellen als Stromversorgung, die vom User selbst getauscht werden können. Durchschnittlich 50 Tauchgänge bei
mäßiger Nutzung der Beleuchtungsfunktion sind mit einem Batteriesatz absolvierbar. Kein kostenpflichtiges Extra sondern Bestandteil des Lieferumfangs ist die
Schnellkupplung, die die Trennung des Computers vom Hochdruckschlauch zulässt, so ist das > airlab < immer in der Obhut des Anwenders. Bis zu 25 Stunden
Tauchgangdaten speichert das Logbuch, dessen Daten natürlich auch auf einen PC übertragen und dort verwaltet werden können (optionales Zubehör). Tauchgangplanung und
Simulation, Uhr- und Kalenderfunktion sind weitere Betriebsmodi. Was man auch nicht unterschätzen darf, klug geworden aus den rasch zerkratzten Displaygläsern
anderer Tauchcomputer sind die Anzeigen des > airlab < mit richtigem Glas (tempered Qualität) abgedeckt. Somit kann man auf
zusätzlich Kratzschutzabdeckungen verzichten und man hat lange seine Freude an diesem Instrument, das in handlicher Dimension in ein stoßabsorbierendes
Kunststoffgehäuse integriert ist.
Praxis
Man gewöhnt sich rasch an das neue Instrument dessen Anzeigen nach kurzer Zeit ohne langes Studium des
Displays aufgenommen werden. Auch Tauchpartner interpretieren die Daten in der Regel intuitiv. Der heute übliche Dialog mit dem Computer mittels zweier Drucktasten
entspricht den auch von anderen Produkten bekannten Vorgehensweisen. Die zeitweise Sperrung des Computers für weitere Tauchgänge nach einem schweren Verstoß wie
Unterschreitung der Dekozeit oder zu schnellem Auftauchen kann im Menü deaktiviert werden. Das sollte aber nur dann erfolgen, wenn man sich über die Tragweite seines
Tuns auch wirklich im klaren ist. Von der Vollautomatik in allen Lebenslagen muss man sich beim > airlab < ein wenig verabschieden, sind doch mit der manuellen
Einstellung der Tauchflaschenvolumina oder der Bergseehöhen aktive Programmierungen seitens des Anwenders nötig. Doch das soll nicht als Nachteil angesehen werden. Was
für mit Nitrox tauchende Sportler ohnehin schon zur Regel wurde – die aktive Vorbereitungsphase jeden Tauchgangs – das soll auch mit normaler Pressluft
versorgte Taucher wieder mehr an Bedeutung bekommen.
Fazit
Das > airlab < von Mares ist in einer Reihe von Details und aufgrund des
Dekompressionsalgorithmus richtungsweisend. Man darf erwarten, dass zukünftige Entwicklungen des Wettbewerbs sich hieran orientieren werden. Kaum teurer als ein guter
Armbandcomputer mit zusätzlichem Finimeter sollte die Ausstattung mit einem luftintegrierten Tauchcomputer wie diesem heute die Regel sein. Mit dem > airlab <
erwirbt man ein Stück mehr an Sicherheit rund um das persönliche Tauchequipment.
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