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Manchmal sind es die Zufälle, die topp – interessante Neuprodukte der Redaktion in die Hände spielen. So aktuell geschehen mit der
neuesten „Videomask“ von Liquid Image. In eine Tauchmaske integrierte Kameratechnik lässt Sie Videos mit Ton aufnehmen oder Bilddateien im JPG –
Format abspeichern. Spielzeug denken Sie? Weit gefehlt, wie wir feststellen konnten, aber noch im Vertriebsportfolio eines Spielzeugimporteurs gelistet. Aber in dessen
Sortiment hat die „Videomask“ eigentlich nichts zu suchen, denn ihre Qualitäten bestechen.
Die Idee, in eine Tauchmaske eine Kamera zu integrieren,
ist sicher schon manchem Bastler und Schrauber gekommen, das Finish, wie es Liquid Image in Kalifornien auf den Weg brachte, hat aber Hand und Fuß. Nur, man setzte
aufgrund der eigenen Firmentradition als Spielzeugentwickler scheinbar nur auf eine Zielgruppe, der man wenig ernsthafte Anwendungsabsichten unterstellt, so dass der
Verteilung im Spiel- und Funbereich der Vorzug gegeben wurde, das generiert große Stückzahlen in einem wenig anspruchsvollen Markt. Mit der „Liquid Image 310“
hat man sich – wohl unbewusst - so weit aus dem Fenster gelehnt, dass nun endgültig auch Zielgruppen abseits der Spielzeugszene Interesse bekunden.
Mit den Produkten der in Kalifornien ansässigen Firma „Liquid Image“ kamen wir bereits im November 2008 in Berührung, nachdem die ersten Tauchmasken mit
integrierter Fotokamera endlich auch den europäischen Markt erreicht hatten. Ein Testmodell war damals aufgrund von Pflegeversäumnissen des Users, der die Maske vor
unserer Redaktion im Wasser hatte, undicht, weshalb die weitere Auseinandersetzung mit dem von einem Spielzeugimporteur vertriebenen Artikel in den Hintergrund trat.
Das Interesse an der Fotomaske blieb aber bestehen. Der berühmte Zufall spielte uns nun bei ganz anderer Gelegenheit ein Testmodell der neuesten Maske UDCM310 auf
die Nase. Integriert nun eine Kamera, die Fotos im jpg – Format in einer Auflösung von 5 Millionen Pixel speichert und Videosequenzen in der Größe ansehnlicher
720 x 480 Pixel. Der interne Speicher der Liquid Image „Videomask“ ist nicht wirklich üppig, 16 MB lassen wenig Raum für die Aufzeichnung von Fotos oder
Videos, deshalb ist ein Micro – SD-Speicherchip das erste sinnvolle Zubehör, das man sich zu dieser Maske anschafft. Eine Karte mit 2 GB – Speichervolumen
wird von der Kamerasoftware nach unserer Testerfahrung einwandfrei verwaltet. Hinter der Kameratechnik steht natürlich ein chinesischer Hersteller, der uns bei
Noname – Produkten wie auch bei bekannteren Labels, die kompakte Digicams inklusive UW-Gehäuse anbieten (etwa INTOVA), immer wieder begegnet, das Unternehmen
„Shenge“.
Von den einfacheren Vorgängermodellen unterscheidet sich die „Videomask“ durch einen roten Rahmen um die Fenster der Zweiglasmaske, die
ersten Masken hatten eine gelbe Einfassung. Der Maskenkörper aus transparentem Silikon mit breitem Dichtrand und griffigen Nasenerker ist angenehm weich. Die Passform
deckte in unserem Test ein schmales Damengesicht wie auch eine normale Herrengröße tadellos ab. Das Maskenband ist in seiner Länge großzügig bemessen, die
Längenanpassung über die gefederten Raste am Rahmen bereitet keine Probleme. Die Kameratechnik verteilt sich oberhalb und seitlich des Rahmens.
Mittig, über
der Nasenwurzel ist das Objektiv platziert, mit einer Brennweite von 8,5 mm, hinter dem Planglas unter Wasser um 1/3 auf 11,3 mm verlängert. Unserer Messung nach
entspricht dies einer Kleinbildbrennweite von etwa 47mm, also kein Weitwinkelriese. Den Bildwinkel verdeutlichen auch zwei unübersehbare Kreuzmarkierungen in den
Gläsern, innerhalb dieser muss sich das Motiv befinden, um unbeschnitten aufgenommen zu werden. Rechnerisch wird die größte (und einzige) Blendenöffnung mit 2,8
angegeben, die EXIF –Daten beweisen aber, dass eine reale Lichtstärke von 3,6 vorliegt. Die Belichtungssteuerung geschieht ausschließlich über die
Belichtungszeit, die Empfindlichkeit liegt bei 100 ASA / ISO.
Unter einer griffigen Verschraubung ist der Zugang zum Speicherkartenslot und dem Mini – USB
– Stecker zu finden. Hier muss man auf die Sauberkeit der Flachdichtung achten, es kommen keine O - Ringe zum Einsatz. Eventuell beim Öffnen vom Deckel
abtropfendes Wasser fängt ein Gummieinsatz ab, erst wenn man diesen entfernt, hat man Zugriff auf Speicherkarte und USB –Stecker. Im oberen Rahmenaufbau ist
noch eine kleine LCD – Anzeige integriert, die über die Speicherbelegung und den Funktionsmodus Foto / Video informiert. Die Kamera wird über zwei Tasten
gesteuert, den Hauptschalter (roter Drücker), der die „Videomask“ aktiviert, abschaltet und den Betriebsmodus Foto oder Video auszuwählen ermöglicht und den
Auslöser für die Foto- oder Videoaufnahme. Über den Betriebsmodus informiert eine wechselfarbige Leuchtdiode, optisch übertragen in den rechten Maskenraum.
Schaltet man die „Videomask“ ein, leuchtet die Diode rot, jetzt könnte man Fotos machen. Ein weiterer Druck auf den Hauptschalter aktiviert den Videomodus, die
Diode leuchtet blau. Drückt man auf den Auslöser, wird beim Foto durch ein kurzes Blinken, bei der Videoaufnahme ein Blinken parallel zur Dauer der Aufnahme, der
Betriebszustand signalisiert. Dieses optische Signal ist wirklich hilfreich und durchdacht, kann aber bei strahlendem Sonnenschein auch übersehen werden. Dann muss
man bewusst in der Maske deutlich nach oben schauen, um sich über den Funktionsstatus in Kenntnis zu setzen.
Die Stromversorgung übernehmen zwei Mignonzellen im
Format AAA, das Batteriefach befindet sich rechts am seitlichen Maskenrand. Gegenüber ist ein leeres, wasserdichtes Fach an der Maske, in das man etwa zwei
Ersatzbatterien einlegen könnte.
Praxis
Mangels kurzfristiger Erreichbarkeit karibischer Traumriffe, wurde der Outdoortest im Kachelparadies eines
renommierten Freizeitbades durchgeführt, denn das aktuell kurzsichtige Ambiente unseres Haussees wäre ungeeignet gewesen. Was nicht heißen soll, dass sich die
„Videomask“ dort nicht auch hätte den Verhältnissen entsprechend gut schlagen können. Ganz ehrlich, es ist spannend, dass man mit der Liquid Image Maske ein
Instrument bekommen hat, das abzubilden, was man sieht. Die Augen sind der Sucher, Kopf und Hals dienen als Stativ. In der Filmkunst wäre dies ein willkommenes
Ausdrucksmittel zur Darstellung wirklich subjektiver Bildeindrücke... Nun, die Maske sitzt tadellos und sobald man die Gläser innen vom Silikonniederschlag der
Produktion mechanisch gereinigt hat, kann man dauerhaft klare Sicht erwarten. Die Bedienung der beiden Tasten am rechten oberen Maskenrand ist problemlos zu
bewerkstelligen, die Signale der Leuchtdiode abseits heller Sonneneinstrahlung gut zu sehen. Der erste Output an Videodateien und Fotos verblüfft, denn recht
schnell hat man sich an das Anpeilen der Motive über die Markierungen im Maskenglas gewöhnt. Die Auflösung der Foto- und Videodateien ist ordentlich und bestechend
dabei, man hat die Hände frei und keine digitale Kompaktkamera im Gehäuse hängt am Arm. Natürlich hat das System seine Grenzen, es gibt keinen Blitz, aber
eine kleine Videobeleuchtung zur Montage an Maskenrahmen wäre denkbar, fündig könnte man da bei Underwater Kinetics werden. Und – ganz klar, Nah- und
Makroaufnahmen sind nicht im Leistungsportfolio der „Videomask“ verzeichnet, die Parallaxe zwischen Auge und Objektiv lässt das nicht zu und deshalb endet der
Schärfebbereich in der Nähe sinnvollerweise auch bei 50 cm. Keinen Grund zur Klage boten der Weißabgleich und die Belichtungsautomatik.
Fazit
Die „Videomask“ Liquid Image 310 macht von Anfang an richtig Spaß. Die technische Qualität der Bild- und Videodateien verblüfft. Diese Maske ist nicht nur was
für Kids, die ihre Freude daran haben dürften, auch erwachsene Schnorchler und Taucher (max. Einsatztiefe dieses Modells 10 m) können deutlich mehr als nur ein paar
Eindrücke aus dem Pool, See oder Meer einfangen.
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