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by Michael Goldschmidt 12.06

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Fakten

Typ: INTOVA IC 600
Vertrieb: TUSA / TABATA Deutschland
Auflösung: 6 Millionen Pixel
Speicherkarte: SD
Objektiv: 5,5 mm – 16,5 mm (analog Foto 34 mm – 102 mm)
Blitzreichweite (bei 200 ISO / ASA): bis 3 m bei Weitwinkeleinstellung Blende 2,8
Monitor: 2,4“ Zoll TFT 112.00 Pixel Auflösung
Belichtung: Automatisch, verschiedene Vorwahlprogramme
Belichtungskorrektur: + / - 2 Blenden
Empfindlichkeit: ISO / ASA automatisch, 64, 100, 200, 400
Stromversorgung: 2x Batterien oder NiMH-Akkus Größe AA
Größe: 90x72x27 mm
Gewicht: 130 g ohne Batterien
Gehäuse Tauchtiefe: 52 Meter
Durchführungen: Für alle Kamerafunktionen
Preis: ca. € 299,-
Vertrieb: Tauchsportfachhandel
Info: www.tusa.de

 

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Der Test des Digitalkamera INTOVA im UW-Gehäuse wurde zur Chefsache erklärt, weil UnterWasserWelt im Laufe der letzten 24 Monate verschiedene UW-Fotosets für Praxiserprobungen vorlagen, die TUSA / TABATA ins Sortiment zu übernehmen plante. Ziel des Vertriebs war es ein digitales UW-Kameraset anbieten zu können, das im Preis – Leistungsverhältnis deutlich punktet und für den Tauchsporthandel eine ideale Ergänzung des Angebots darstellt. Zugegeben, wir waren vielleicht etwas unfair die INTOVA im Süßwasser zu testen, doch die Zeit drängte und Pooltests allein sind nicht unsere Sache. Was beim Test herauskam, überraschte uns denn doch.

Was man in einem höheren Preissegment im Fotohandel nur einzeln erstehen kann, bietet das INTOVA – Set komplett, erstmals auf der renommierten Messe Photokina 2006 in Köln vorgestellt, , bestehend aus einer digitalen Fotokamera mit 6 Millionen Pixel Auflösung und einem alle Funktionen übertragenden UW-Gehäuse aus transparentem Polycarbonat. Kalkuliert mit einem unverbindlichen VK von € 299,- passt das Set nicht nur gut in die Angebotspalette des Tauchsporthandels, Kamera- und Gehäusewunsch können so gleich auf einmal erfüllt werden.
Die unvermeidliche Frage steht natürlich sofort im Raum – taugt denn ein so günstiges Set wirklich etwas oder ist es nur ein Eyecatcher im Regal zwischen Atemreglern und Computern?
Nun, man muss sich natürlich im klaren sein, dass solche Kamerasets deutlich höherpreisigen Angeboten nicht den Rang ablaufen können, dafür werden sie nicht konzipiert.
Zielgruppe sind Taucherinnen und Taucher, die ihre Erlebnisse über und unter Wasser mit einem digitalen Kamerasystem festhalten wollen, das nur eine minimale Auseinandersetzung mit der Aufnahmetechnik abverlangt und in den üblichen Einsatzgebieten der Tropen des Mittelmeers spontan zu sehr befriedigenden Bildergebnissen führt.      
Dass wir die INTOVA in einen See mit Sichtweiten von etwa 4 Metern mitnahmen, dort größere und kleinere Motive aufnahmen, dabei auch in Kauf nehmend, dass diese Bildergebnisse mit denen aus tropischen Tauchgründen niemals konkurrieren werden, könnte man als unfair bezeichnen. Doch zu unserem Erstaunen schlug sich derart herausgefordert der fotografische Newcomer unter diesen extremen Bedingungen wacker.

Die Kamera

Der volle Name lautet INTOVA IC 600. Klein und handlich, jedoch mit trotz der kompakten Maße gut zu bedienenden Tasten, macht sie auf Anhieb einen guten Eindruck. Das Programmwahlrad an der Oberseite bedient sich mittlerweile eingeführter Symbole, die man intuitiv zu deuten versteht. Der Auslöser arbeitet zweistufig, auf sanften Druck werden Schärfe und Belichtungsdaten des aktuellen Motivs gespeichert, so kann man die Kamera etwa auch auf das eigentlich beabsichtigte Motiv auszurichten, sollten die richtigen Werte für Helligkeit und Schärfe nicht in der standardmäßig angemessen Bildmitte liegen. Die Auslösung erfolgt, wenn man den Auslöser ganz drückt. Ein grün eingerahmtes Messfeldsymbol im Monitor zeigt an, dass der Schärfepunkt gefunden wurde, rot signalisiert, dass der Autofokus zu keinem Ergebnis kam.
Für die UW-Fotografie interessiert uns nur die am Programmwahlrad einstellbare Belichtungsfunktion „P“ - Programmautomatik, alle anderen können bei entsprechenden Motivvorgaben über Wasser eingesetzt werden, inkl. der einfachen Videofunktion, die qualitativ für eMail – Botschaften ausreicht.
Die Programmautomatik steuert die Belichtungszeit, Blende und greift zusätzlich in die Einstellung der Grundempfindlichkeit der Kamera ein. Manuelle Einstellungen von Blende und Belichtungszeit sind nicht vorgesehen, Belichtungskorrekturen können schnell über + / - Tasten in 1/3 Schritten bis maximal 2 Blenden durchgeführt werden.
Das Layout der Funktionstasten auf der Rückseite, neben dem großformatigen 2,4“ TFT Monitor mit 112.000 Pixel Auflösung, entspricht den sich herausgebildeten Standards digitaler Kompaktkameras. Die Blitzfunktionen und die Umstellung des Autofokus auf Motive im Nahbereich werden direkt geboten.
Auf einen optischen Sucher hat man zugunsten des großen Monitors verzichtet, unter Wasser hätte er ohnehin keine Bedeutung. Über die Kamera- und Blitzbereitschaft informiert noch eine mehrfarbige Leuchtdiode auf der Rückseite. Die Brennweite des optischen dreifach – Zoom reicht von 5,5 bis 16,5 mm, übersetzt auf das analoge Kleinbildformat entspricht die kürzeste Brennweite einem leichten Weitwinkel von 34 mm, die längste Brennweite einem Portraitobjektiv mit 102 mm. Je nach Brennweite variiert die größte Blendenöffnung von 2,8 beim Weitwinkel und 4,8 bei Teleeinstellung. Die zusätzlich angebotene digitale Zoomfunktion nutzen wir grundsätzlich nie, da hier lediglich ein Ausschnitt des vom Chip erfassten Bildes wiedergegeben wird, mit entsprechender Qualitätsminderung. Bei abgeschalter Kamera fährt das Objektiv teleskopartig zurück, die Frontlinse schützt ein Lamellevorhang

Die Stromversorgung übernehmen 2 Mignonzellen, Größe AA mit je 1,5 V oder entsprechende NiMH – Akkus. Unter normalen Umgebungstemperaturen reicht ein Batteriesatz für bis zu 100 Aufnahmen. Ein interner Speicher mit etwa 16 MB kann Bilder und Videos aufzeichnen, besser man steckt eine zusätzlich zu beschaffende SD-Speicherkarte mit wenigstens 256 MB in das Kartenfach, dann können in bester Auflösung schon mal bis zu 82 Aufnahmen gespeichert werden.
Der eingebaute Blitz kann ab 50 cm Motivanstand eingesetzt werden, beim Weitwinkel reicht er dann bis etwa 3 Meter, bei Teleeinstellung bis 1,5 Meter, bei der Standardempfindlichkeitseinstellung der Kamera von 200 ISO / ASA. Manuell kann man die Empfindlichkeit von 64, 100, 200 und 400 ISO / ASA auswählen.

Das Gehäuse

Vieles deutete darauf hin, dass es aus dem Werk des wohl größten Herstellers transparenter Polycarbonatgehäuse FANTASEA stammt würde. Dieser beliefert auch alle führenden Digitalkameralabels mit Gehäusen und verfügt über eine umfangreiche Produktpalette, die in großen Stückzahlen weltweit Tauchgänge begleitet, was mengenbedingt erklärt, warum so erfreulich günstige Kalkulationen möglich sind. Doch weit gefehlt, das Gehäuse zur INTOVA wurde vom Kameraanbieter selbst entwickelt und FANTASEA fragte aktuell bei INTOVA an, ob das Gehäuse nicht auch für sie aufgelegt werden könnte.
Alle gefedert gelagerten Durchführungen machen einen soliden Eindruck, der großformatige Verschlussmechanismus mit Sicherungsschieber gegen ungewolltes Öffnen des Gehäuses gefällt. Die Gehäusehälften sind mit einem Scharnier verbunden, das einen Stift aus rostfreiem Edelstahl enthält. Im Rückdeckel dichtet ein schwarzer O-Ring, im vorderen Gehäuseteil ist ein transparenter O-Ring mit größerem Durchmesser zur zusätzlichen Sicherung eingelegt.
Die Kamera wird einfach in das Gehäuse eingelegt, man muss dazu nur die Durchführung des Mode – Einstellrads an der Oberseite etwas anziehen. Sie liegt nun auf weichen Kunststoffnoppen auf. Mehr ist nicht zu tun. Ein schwarzer Gummitubus vor dem Objektiv dient zusätzlich als weiche Fixierungsauflage und reduziert Reflexionen vor dem Objektiv, ein den Monitoreinblick umgebender Gummirahmen im Gehäusedeckel erfüllt dort entsprechende Aufgaben.
Das Kameraauge schaut durch ein Planglas, was die Brennweite unter Wasser um 1/3 verlängert, das bedeutet, unter Wasser hat die kürzeste Brennweite der Kamera keine Weitwinkelwirkung mehr sondern entspricht einem „Normalobjektiv“ in Bezug auf analoge Kleinbildkameras.  

Praxis

Vor dem Einbau der Kamera stellt man das Modusrad am besten gleich auf die Funktion „Programmautomatik“ (P), denn man kann zwar die Programme auch am Modusrad des Gehäuses verändern, doch man sieht erst an der entsprechenden Anzeige im Monitor, was man gewählt hat, der direkte Einblick ist an dieser Stelle durch den Mitnehmer des Modusrads versperrt.
Das Einsetzen der Kamera ist ein Kinderspiel. Für das Einlegen eines kleinen Trockenmittelbeutels (Silikagel), der das Beschlagen der Gehäuseinnenwandung beim Einsatz bei geringen Wassertemperaturen oder im feuchtwarmen Tropenklima verhindern soll, bleibt etwas Platz links oberhalb des Monitors, doch aufgepasst, dass hier nichts in die Dichtsitze der O-Ringe eingeklemmt wird, denn dann fällt der Fotospaß buchstäblich ins Wasser.
Die optischen und technischen Möglichkeiten des Kamerasets können am besten in gutsichtigen Gewässern punkten, denn die Brennweitenverlängerung hinter dem Planglas das Gehäuses lässt im klassischen Süßwasser mit beschränkten Sichtweiten kaum die Aufnahme eines Tauchers von der Kopfhaube bis zur Flossenspitze zu. Außerdem würde das alles vom integrierten Blitz auch nicht zufriedenstellend ausgeleuchtet werden.
Doch ob Tropen oder Baggersee, für Fotosysteme wie das der INTOVA liegen die Motive (bei entsprechender Sichtweite!) entweder einige Meter vor der Kamera, also dort, wo auch die Blitzgeräte weit teurerer Systeme auch keine Wirkung mehr erzielen würden oder im relativen Nahbereich, den das integrierte Blitzlicht zu beleuchten und die Farben im Motiv zu entfesseln in der Lage ist.
Die Bedingungen in unserem Härtetest ließen durch die Eintrübung des Wassers maximal 1,5 Meter Entfernung zum Motiv zu, in Kauf nehmend, dass die Platzierung des Blitzreflektors nahe dem Objektiv die Schwebeteile anstrahlt, was den Kontrast im Bild deutlich vermindert. Doch wir wollten wissen, wie der Autofokus (automatische Schärfe) und die Belichtungssteuerung (Wirkung des umgebenden Lichts) reagieren. Und es erstaunte uns denn doch, dass die bekanntlich allgemein sensible Autofokussteuerung sicher ihr optimales Ziel fand. Wissend darum, dass die Belichtungssensoren gerade bei Süßwassermotiven die Blende bzw. die Belichtungszeit zu großzügig bemessen, hatten wir die Belichtungskorrektor manuell auf – 0,7 gesetzt und lagen genau richtig. 
Natürlich ließ der Testlauf in 8°C kaltem Wasser nicht zu ein farbenfreudig bekleidetes Schnorchelmotiv zu belichten, doch dafür bot der schwarze Trockentauchanzug des Models weitere bildtechnische Hürden genug um erkennen zu können, dass die Elektronik der Kamera auch hier erstaunliche Fähigkeiten bereit hält.
Viele UW-Fotos mit Kameras der Kompaktklasse werden im Nahbereich produziert. Dem kommt natürlich die Möglichkeit der INTOVA entgegen, dass der Autofocus entsprechend eingestellt werden kann. Allerdings muss man sich auch immer klar sein, dass Motive näher als 50 cm vom integrierten Blitz zu stark beleuchtet werden, was zur Überbelichtung führt. Und – je mehr man sich einem Motiv nähert, um so mehr weicht der Ausleuchtwinkel des Blitz vom Motiv ab. So kann man mit der Weitwinkeleinstellung kein auch nur teilweise ordentliches Bild mit Blitz im Nahbereich produzieren, verlängert man die Brennweite jedoch auf die längste optische Einstellung, kann man ¾ des Motivs mit dem eingebauten Blitz erfassen. Lediglich ¼ im linken unteren Bildviertel wird abgeschattet, weil hier das Objektiv der Kamera in den Lichtfluss hineinragt. Das sind aber Probleme, die alle Kompaktkameras teilen.
Wir empfehlen Nahaufnahmen unter Lichtverhältnissen, die die Zuschaltung des internen Blitz erfordern, mit längster optischer Brennweite zu machen, dann wird das Motiv nicht aufgrund der Blitzintensität überbelichtet und die Abschattung des Blitzlichts hält sich in Grenzen.
Nach den praktischen Aufnahmetipps bleiben nur noch Fragen zum allgemeinen Handling des Systems unter Wasser offen. Im Süßwasser strebt die INTOVA gemäßigt in Richtung Oberfläche, im Meer kann es ein deutlicher Wesenszug sein. Die am Gehäuse zu befestigende Handschlaufe bietet hier einen guten Schutz vor Verlust.

Fazit

Der Einstieg in oder das unbefangene Interesse an der UW-Fotografie kann mit dem INTOVA UW-Kameraset deutlich vereinfacht werden, mit einem bemerkenswerten Preis / Leistungsverhältnis.

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