UnterWasserWelt - das Onlinemagazin seit 1999

Suche:  

 

Werbung Mares

Werbung Seacsub

Werbung Sub Aqua Tauchreisen

Werbung Aromic Aquatics

Werbung Werner Lau

Werbung Check up Trockenhandschuhsystem

Werbung Euro Divers

Werbung Cressi Tauchsportausrüstung

Werbung SUBAL UW-Gehäuse

Werbung oceanic

STARTSEITE FOTO Foto Inhalt Interview Herbert Frei: Digitale Blitztechnik
© UWW

by UWW 8.07

Digitale Blitztechnik heute

UWW: Vor einigen Jahren war das Thema „Unterwasser-Leitzahl“ in Kreisen engagierter UW-Fotografen heiß diskutiert. Spielt eine – oder die UW-Leitzahl heute in der Diskussion um den Blitzeinsatz noch eine große Rolle?

Herbert Frei: Leider nicht, es wäre aber wichtig. Denn welche Leistungsabgabe ein Blitzgerät besitzt, hat Auswirkungen auf die Blende und die ISO-Einstellung. Ich vermute, dass die meisten UW-Fotografen den Begriff UW-Leitzahl gar nicht kennen. Die digitale UW-Fotografie… zumindest die mit digitalen Kompaktkameras, verhindert durch ihre allgegenwärtigen Automatikfunktionen, dass Einsteiger noch die Zusammenhänge von Blende und Verschlusszeit und eben auch den Einfluss zwischen ISO-Einstellung und Leitzahl kennen lernen. 

UWW: Trauern Sie ein wenig den Zeiten nach, als man manuell die Blende und Belichtung einstellte und mit ein wenig Know-How und zuverlässig zündenden Blitzgeräten zu ordentlichen Fotos gelangte?

Herbert Frei: Teils, teils. Früher war die Zukunft besser, aber das sagt man vermutlich immer. Zumindest die TTL-Blitzbelichtung war einfacher, übersichtlicher und funktionell nicht schlechter. Ich bin aber nicht so verknöchert, um zu erkennen, dass die Digitalfotografie auch enorme Vorteile bietet und ein gewaltiges Potential an zukunftsträchtigen Möglichkeiten bereithält. Man muß ehrlich sein, mit Film zu fotografieren ist zwar nicht schwieriger… wenn man es kann, aber der Lerneffekt beim Digiknipsen ist für Einsteiger mit der Bildkontrolle am Kameramonitor einfach genial. Und selbst wenn man die Bilder auf dem Kameramonitor wegen ungünstiger Lichtverhältnisse nicht optimal betrachten kann, hat man nach dem Tauchgang die Möglichkeit seine Fotofehler ad hoc am Laptop zu analysieren. Ob ein Anfänger diese allerdings sachkundig beurteilen kann, wage ich zu bezweifeln. 

UWW: Es hält sich immer noch standhaft das Gerücht, dass mit der Digitaltechnik die UW-Fotografie wesentlich einfacher geworden wäre. Wie sehen Sie das?

Herbert Frei: Nur im Bereich der schnellen Bildanalyse. UW-Bilder, die guten jedenfalls, sind heute noch so rar wie früher. Was ich bei UW-Fotowettbewerben zu sehen bekomme, läßt mich manchmal am Verstand und der Kritikfähigkeit der Einsender zweifeln. Unscharf, flau, gnadenlos überbearbeitet, zu hell, zu dunkel, grobkörnig wie ein Kieshaufen und von Bildgestaltung weniger Ahnung als eine Amöbe vom Abitur.
Es ist nämlich nicht damit getan, abzudrücken, halbwegs korrekt zu belichten und anschließend die automatische Tonwertkorrektur einzugeben. Ein gutes Bild fesselt den Betrachter, er denkt über die Situation nach und versetzt sich möglicherweise in die Lage des Bildautors. Wir werden in Zukunft immer perfektere Kameras bekommen, so dass Fehlbelichtungen irgendwann die Ausnahme sein könnten. Eine Garantie für gute Bilder ist das aber nicht, trotz der Möglichkeit beliebige Bildausschnitte machen zu können.
Schuld an der laxen Einstellung zum guten Bild haben auch die Printmedien. Wirklich didaktische Fotoartikel sind selten. Und von den üblichen Prospekt - Tests kann keiner auch nur das Geringste lernen. In vielen Artikeln werden Bilder abgedruckt, dass man meine könnte, blinde Redakteure hätten die Fotos ausgesucht. Und mancher Sieger eines UW-Fotowettbewerbes wäre mit seinen Falschfarben-Aufnahmen vor 20 Jahren schon in der Vorrunde aussortiert worden. Aber vielleicht hätte man ihm auch einen Sonderpreis gegeben, weil er eine neue Art entdeckt hat.

UWW: Wir wissen um immer wieder auftretende Probleme bei Amphibienblitzgeräten von Subtronic, die offenbar den Wechsel von analoger auf digitale Kameratechnik immer noch nicht im Griff haben. Was sind hier Ihre Erfahrungen?

Herbert Frei: Ich bezweifle, dass die Zuverlässigkeit von amphibischen Blitzgeräten ursächlich mit der digitalen TTL-Blitzsteuerung zu tun hat. Ikelite und Sea & Sea haben diese Technik sicher im Griff. Aber auch in Subtronic - Blitzgeräten arbeiten die digitalen Heinzelmännchen sehr zuverlässig. Das habe ich ausprobiert. Die Problematik liegt eher an der Fertigung und bei den Zulieferbetrieben. So ist Subtronic im engeren Sinn auf das Know-How anderer angewiesen. Das soll aber nichts entschuldigen. Meine Minis bekamen im Frühjahr neue Akkus, jetzt ist einer ausgefallen. Mein Alpha aus der analogen Zeit bekam ebenfalls einen neuen Akku, seit kurzem dreht sich die Einschaltwelle ohne Kontakt. Ich will aber nicht verhehlen, dass das auch ein Transportschaden sein könnte. Andererseits habe ich schon mit Subtronic-Blitzgeräten fast 10 Jahre ohne nennenswerte Störung gearbeitet.
Grundsätzlich besteht aber bei Subtronic dringender Nachholbedarf in Sachen „Doppelblitzkabel“. Es ist z. B. nicht möglich zwei Subtronic-Mini an einer D-SLR im Tandembetrieb TTL-blitzgesteuert laufen zu lassen. Ikelite und Sea & Sea haben solche Kabel im Programm, die den linken Blitz mit der Kamera kommunizieren lassen und den rechten vom Ansteuerungssignal abkoppeln. Hätte Subtronic ein solches Kabel, wären viele TTL-Probleme mit einem Schlag gelöst. Seacam löst dieses Dilemma mit einer Konversionselektronik in den hauseigenen UW-Gehäusen.     

UWW: Sind heute amphibische Kleinstserienprodukte noch zeitgemäß oder bieten Sie irgendwelche nachvollziehbaren Vorteile gegenüber Großserien - Blitzgeräten. Wie schneiden da im Vergleich die deutlich kostengünstigeren Geräte von Ikelite oder Sea & Sea ab?

Herbert Frei: Kleinserien, wie sie von Seacam, Subtronic oder auch Hartenberger angeboten werden, machen durchaus Sinn, weil man individuelle TTL-Steuerungen anbieten kann. Wer beispielsweise eine Pentax D-SLR verwendet oder eventuell eine Kamera von Sigma, Leica, Hasselblad oder Sony besitzt, kann nicht sicher sein, bei Ikelite oder Sea & Sea fündig zu werden. Hier hat Subtronic eine Monopolstellung, die nahezu ungefährdet ist. Im Übrigen darf man nicht verhehlen, dass Hartenberger und Subtronic einheimische Firmen sind, die man bei berechtigten Problemen auch persönlich aufsuchen kann. Das geht bei Ikelite und Sea & Sea nicht.  

UWW: Oder ist es eher eine Imagefrage für bestimmte Kunden, die mit einem Produkt „made in germany“ arbeiten wollen, auf einen vergangenen Nimbus vertrauend?

Herbert Frei: An das „made in germany“ glaube ich weniger. Wohl aber an den Nimbus schwäbischer Gründlichkeit und Tüftelei. Die technische Aufrüstung der Subtronic Blitzgeräte ist so ansprechend, dass das der Hauptgrund eines Kaufes sein dürfte. Ganz neutral gesehen, können Subtronic Blitzgeräte deutlich mehr als die Pendants von Ikelite oder Sea & Sea. Das könnte aber auch ein Grund für die erhöhte Anfälligkeit sein. Wo viel drin ist, kann auch viel kaputt gehen. Insbesondere beim Transport und im ruppigen Umgang. Als Alternative könnten sich die Seaflash - Geräte von Seacam erweisen. Sie sind aber nur für wirtschaftlich gut gestellte Fotografen interessant. 

UWW: Bis vor einigen Jahren gab es eine Art Wettrennen - wer baut den stärksten Blitz mit kürzester Blitzfolge um auch Serienaufnahmen machen zu können. Zwei deutsche Hersteller lieferten sich ein paar Jahre einen Schlagabtausch. Irgendwie scheint die Zeit für solche Boliden vorbei zu sein, sie liegen kaum gefragt im Lager der Hersteller. Wie sieht der Markt aktuell tatsächlich aus?

Herbert Frei: Solche Sackgassen wird es im technischen Bereich immer geben. Gegen einen extrem starken und weit ausleuchtenden Blitz kann man vom Leistungsgedanken her gesehen wenig ins Feld führen. Nachteilig ist, dass solche Amphibienblitzgeräte immer größer und schwerer werden. Wer schleppt so was noch mit in den Urlaub bei den heutigen Kontrollen am Flughafen? Hinzu kommt, dass die Bildqualität der Digicams auch bei höheren ISO-Empfindlichkeiten immer besser wird. Zukünftig werden wir mit ISO 400/27° auch Makrobilder machen. Dann sind Monsterblitzgeräte überflüssig. Die Entwicklung könnte sogar in Richtung LED-Blitz gehen. Grundsätzlich ist es sowohl von der Ausleuchtung als auch von der Redundanz her besser, zwei kleine oder mittelgroße Amphibienblitzgeräte im Tandembetrieb zu verwenden, als einen einzigen Großblitz. Denn wenn auch die Technik in den amphibischen Blitzgeräten enorme Fortschritte gemacht hat, beim Ausleuchtwinkel stagniert die Innovation. Mehr als echte 85° sind eher selten, auch wenn die Prospektangaben den Himmel auf Erden versprechen.  

UWW: Die zu den SLR – Kameramodellen der führenden Hersteller speziell entwickelten Systemblitzgeräte bieten absolute Spitzenleistungen und belichten im TTL-Betrieb verblüffend korrekt. Zudem kann man diese Blitzgeräte nicht nur unter Wasser zum Einsatz bringen. Es gibt Kameramodelle und dazu gefertigte UW-Gehäuse, die es erlauben sogar zwei Systemblitzgeräte über TTL anzusteuern. Ist dann genau genommen die Investition in hochwertige Amphibienblitze der Schritt in die falsche Richtung?

Herbert Frei: Nicht unbedingt, denn die Ausleuchtwinkel der Systemblitzgeräte sind spürbar kleiner. Außerdem besitzen Systemblitzgeräte niemals die Kapazität von Amphibienblitzgeräten, von der kälteren Farbtemperatur mal abgesehen. Auch digital gesehen ist ein warmes Licht besser als ein kaltes. Die Vorteile sind aber genauso durchschlagend. Systemblitzgeräte sind die zuverlässigsten Blitzlichtspender. Ganz selten, dass mal eines versagt. Und sie kommunizieren mit der Digicam besser als jeder Amphibienblitz. Das sind Tatsachen, an denen kommt man nicht vorbei. Von Pentax gibt es mittlerweile Digital-Adapter, mit denen man zwei Systemblitzgeräte am Synchronkabel im TTL-Modus arbeiten lassen kann. Eine formidable Lösung, die leider von keinem UW-Gehäusehersteller bis jetzt erkannt worden ist. Im Prinzip wäre es eine Alternative für den Nah-und Makrobereich. Denn hier sind Systemblitzgeräte unschlagbar gut. 

UWW: Manche Amphibienblitze haben ein Pilotlicht integriert, manche einen Sklavensensor. Pilotlampen kann man vielfach an Systemblitzgehäusen von außen befestigen und hat auf diese Weise eine kleine Reserveleuchte zur Verfügung. Gibt es auch externe Sklavensensoren, die etwa am Synchronstecker angeschlossen werden können? Dann wäre wohl auch die letzte Bastion von Amphibienblitzen eingenommen.

Herbert Frei: Die gibt es. sinnigerweise sogar von Subtronic. Man verbindet den Sklavensensor mit einem Synchronkabel (Nik 5-Stecker) und dieses mit der Blitzbuchse, die zum Systemblitz führt. Wenn man den Systemblitz nun auf eine manuelle Stufe stellt… vielleicht ¼ Last, dann zündet er beim Auslösen des Fremdblitzes.
Mittlerweile gibt es aber sogar Profi-Systemblitzgeräte mit Sklavenblitzsteuerung. Der Modus heißt hier Servoblitz. Um das nutzen zu können, darf das UW-Gehäuse des Systemblitzgeräts den Servosensor nicht abdecken, ein Sichtfenster oder eine Diffusorkallotte muss den Lichtimpuls des Hauptblitz für die Blitzelektronik wahrnehmbar machen. 

UWW: Schauen wir auf Ihre langjährigen Erfahrungen, welche Blitzgeräte, welchen Hersteller würden Sie unter Berücksichtigung von Zuverlässigkeit, Funktion, Leistung, Service und Preis einem guten Freund empfehlen?

Herbert Frei: Grundsätzlich kann ich sagen, dass die wenigsten Störungen bei der Arbeit mit Systemblitzgeräten auftraten. Eigentlich kann ich mich nicht erinnern, dass es hier mal Probleme gab. Und wenn, dann lag es am Synchronkabel. Wer sorgenfrei um die Welt reisen will, kommt am Systemblitz mit Systemblitzrohr oder Systemblitzgehäuse nicht vorbei. Insgesamt auch nicht billig, aber extrem standfest und funktionell. Und – die Blitzgeräte können auch über Wasser für Reportagebilder verwendet werden. Das Blitzgehäuse von SUBAL zum SB 800 DX etwa erlaubt sämtliche Blitzfunktionen zu steuern und hat ein Domeglas vor dem Reflektor, das den Leuchtwinkel unter Wasser positiv beeinflusst. 
Wenn man so viel fotografiert und testet wie ich, erlebt man natürlich auch hin und wieder sein Waterloo. Ein Sea & Sea-Blitz bekam infolge eines Transportschadens einen Haarriss. Als ich es merkte, war er bereits voll gelaufen. Bei einem anderen gab es eine Verpuffung, weil sich der Rückdeckelverschluss gelockert hatte und Salzwasser auf die Batterien floss. Vielleicht war es meine Schuld. Zu retten gab es leider nichts mehr.
Nach eigenen Erfahrungen denke ich aber, dass bei Amphibienblitzen die Sea & Sea Geräte mit die zuverlässigsten sind. Es sind aber nicht die besten. Hier würde ich mich an Seacam orientieren. Ich hatte mal einen im Test. Er war einer der besten Amphibienblitze, die ich je hatte und absolut robust. Auch Ikelite baut sehr zuverlässige Blitzgeräte, sie funktionieren aber besten in Verbindung mit dem hauseigenen TTL-Konverter. Und den gibt es leider nur, wenn man auch ein Ikelite-Gehäuse kauft. Auch hier hatte ich einschlägige Erfahrungen gemacht. Ein Ikelite-Blitz stellte seinen Dienst Gott sei Dank erst nach dem Urlaub ein. Ein anderer sprang erst gar nicht an.
Subtronic hat eine recht große Leistungsauswahl, die man nicht unterschätzen darf. Insbesondere die Minis sind in ihrer Konzeption einmalig, wenn gleich auch kritisch, weil es im Innenraum sehr eng zugeht. Aber so ist das nun mal mit kompakten Amphibienblitzgeräten, die auch noch Power abgeben sollen. Klein, leistungsstark und extrem handlich, irgendwas beißt sich bei dieser Kombination. Trotzdem, etwas zuverlässiger und mit einem TTL-Doppelblitzkabel versehen…sie wären die Meister des Lichts. Obwohl der mit High-Tech voll gestopfte Mega von Subtronic schon zu analogen Zeiten als Problemblitz galt, hatte ich eigenartiger weise noch nie Probleme damit. Wohl aber mit den Minis. Zurzeit geht einer gar nicht. In den ersten Minis waren indiskutable Akkus verbaut und bei den Blitzarmakkus soffen mir gleich zwei ab. Die, die ich jetzt habe, sind aber ohne Fehl und Tadel. Ich kann wirklich nicht klagen. 
Ein lang diskutiertes Thema sind die Anschaffungskosten. Leider hat der Euro unser Geld numerisch halbiert. Wie sonst wäre es möglich, Blitzgeräte zu Preisen von € 1600,- und mehr mittlerweile als völlig normal anbieten zu wollen. Einst waren das mal fast DM 3200,- . Das ist das monatliche Nettogehalt eines Durchschnittsverdieners. Sicherlich spielen hier auch die geringen Stückzahlen eine Rolle, Gewinnoptimierungen durch den Euro verschleiert hatten aber in vielen Branchen Methode. Nicht wenige sind ja bereit so viel Geld auszugeben. Dann sollte aber auch ein verlässlicher Gebrauch erwartet werden können. Und da schließt sich der Kreis, mit Blick auf die Zuverlässigkeit haben die Systemblitzgeräte wohl eine führende Stellung.
 

UnterWasserWelt zu Favoriten hinzufügen

RSS 2.0

RSS-Feed abonnieren

Leserbriefe

Spielzeit

mweltschutz Rotes MeerU

Online - Archiv

Neu im Magazin

 

Bild des Monats

Werbung: Aqua Active Agency

Anzeige SUBEX

Taucheruhren und Schmuck

Werbung Stefan Wiessmeyer Taucherschmuck

Werbung taucheruhren.de

Indoor - Tauchen

Anzeige Diver`s Indoortauchzentrum

Lichtsysteme

Werbung SEATEC

Anzüge

Werbung Aquata Tauchanzüge

BARE Werbung

Werbung BELUGA Tauchanzüge

Foto / Video

Werbung EWA MARINE

Werbung sub zero Unterwassersystem für GoPro Kameras

Aktion: Taucher in Not

Aktion Taucher in Not

Werbung: Bauer PureAir

Werbung Atlantis Berlin

 

VOTING

 

Alle Ergebnisse unserer Leserumfragen VOTING