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In den letzten 20 Jahren erlebte der Tauchsport den stärksten Wandel, hin zu technisch kaum überbietbaren Lösungen, vom Jacket bis zum
Computer, vom Atemregler bis zu den Flossen. Nur beim Fenster zur Unterwasserwelt blieb alles beim Planglas und diversen Versuchen zumindest das Sehfeld dem
anzunähern, das sich dem Auge über Wasser bietet. Dabei läge die Lösung so nahe, Fotografen und Filmer nutzen sie seit Jahren um die Brennweiten der Objektive unter
Wasser nicht um 1/3 zu verlängern – es sind die gewölbten Domegläser. Was für Objektive gut ist, kann den Augen nur billig sein, dachte sich Kameramann Jon
Kranhouse und brachte damit mehr als einen Stein ins Rollen.
Der Mensch neigt, eigener Bequemlichkeit erliegend, Dinge zu akzeptieren, die ohne großen
Aufwand ein Mindestmaß an Zweckmäßigkeit erfüllen. So unterscheiden sich die Tauchmasken von heute hinsichtlich der optisch verfälschten Abbildung, die sich durch die
Brennweitenverlängerung hinter dem klassischen Planglas zwangsläufig ergibt nicht von den ovalen Monstern, die die Anfangszeit des Tauchsports charakterisieren wie die
Doppelschlauchatemregler der 50er Jahre. Was hat man nicht alles versucht zumindest das Sehfeld zu vergrößern, das bis zu 75% reduziert ist – zusätzliche
seitliche Fenster, vergrößertes Maskenglas mit geringst möglichem Augenabstand, seitlich gebogene Gläser. All das ist aber hinter einem Planglas nur ein Kurieren am
Symptom, eine beachtliche Vergrößerung des Sehfelds kann man damit nicht erreichen, zudem bleibt der verfälschte Eindruck, dass Objekte unter Wasser betrachtet 1/3
größer und ¼ näher wirken. Diese Technologie ist ausgereizt und es kann kein Weg beschritten werden, der Planglasmasken optische Eigenschaften verleiht, die dem Sehen
über Wasser nahe kämen. Eine wahre Revolution in der Tauchmaskentechnologie ist die HydroOptix ® MEGA. Erstaunlich, dass es so lange dauerte Domeports
(gewölbte Gläser, deren Radius im Verhältnis zur Brennweite der damit verwendeten Optik – hier des menschlichen Auges – steht) vor die Augen zu setzen um
den Nachteilen der Plangläser wirksam entgegen zu steuern. Erstaunlich ist auch, dass man sich im Umfeld anspruchsvoller Sporttauchgänge oder Tec –
Aktivitäten mit einem optischen Hilfsmittel zufrieden gibt, das der Urzeit des Tauchens schlechthin entstammt und man sich allgemein damit abzufinden scheint, welche
optischen Einbußen durch ein Planglas vor Augen unter Wasser hingenommen werden, nur will die Tauchsport – Lehrbücher die veränderte Abbildungssituation als
unumgänglich und gegeben vermitteln. Hand aufs Herz – viele der jüngeren Leser werden hier nur verständnislos reagieren, doch die schon ein paar Jahre als
Sporttaucher aktiven Leser werden das verstehen – würden Sie heute noch mit einem Zweischlauchatemregler tauchen, auf ein Finimeter verzichten und dafür auf das
Ansprechen der mechanischen Reserve bei 40 bar Restdruck warten, die Ihnen erst einmal die Luftzufuhr blockiert, würden Sie mit einem Schleppzeigertiefenmesser
tauchen, auf eine Uhr verzichten, mangels Auftriebshilfe bei 20 Meter Tauchtiefe den Bleigurt ablegen und beim Aufstieg Luft aus dem Atemregler in eine mitgeführte
Plastiktüte geben? Wohl kaum. Dafür wird nach wie vor das wichtigste Sinnesorgan unter Wasser, das Auge, mit Planglasmasken prähistorischen Stellenwerts zur
Wahrnehmung der Umgebung ausgerüstet. Die HydroOptix ® MEGA hat das Zeug dazu das Sehen unter Wasser völlig neu zu definieren, allerdings muss man sich mit dem
System ein wenig vertraut machen und gegebenenfalls mit Kontaktlinsen die technisch bedingten optischen Vorgaben für sich adaptieren. Zugegeben, für viele Anwender der
HydroOptix ® MEGA ergäben sich vorbereitende Maßnahmen, die bei den klassischen Masken nicht notwendig sind, ist man erst einmal mit ihr getaucht, relativiert
sich das jedoch schnell.
HydroOptix ® MEGA – das System
Die MEGA ist ein Ausrüstungsteil, das zwei fundamentale optische Ansprüche wahr
werden lässt: Abbildung der Szenerie unter Wasser im richtigen Größen – und Entfernungsverhältnis sowie Darstellung eines Sehfeldes, das dem beim Sehen über
Wasser entspricht. Das wird erreicht, indem gewölbte Gläser vor den Augen mit einem Brechungsindex von – 4,5 Dioptrie – zusammen mit der Brechkraft des
Wasser selbst - ein Bild entwerfen, das in einer scheinbaren Entfernung von 30 cm vor dem Auge scharf dargestellt wird. Dies setzt voraus, dass Taucher, die
die HydroOptix ® MEGA einsetzen fähig sein müssen ihre Augen zur scharfen Abbildung von Objekten in etwa 30 cm Entfernung einstellen zu können. Klar im Vorteil
sind hier kurzsichtige Taucher, deren Korrektur etwa zwischen – 2,5 und – 5,0 liegt. Dieser Anwenderkreis kann die HydroOptix ® MEGA ohne weitere
Korrekturen durch eine Contactlinse einsetzen. Jüngere Taucher, die normalsichtig sind und keine Lesebrille für den Nahbereich benötigen dürften den aAnforderungen
zum Gebrauch der HydroOptix ® MEGA ebenfalls entsprechen. Wer nicht zu diesem weit verbreiteten Kreis von augenkorrekturpflichtigen Tauchern zählt, der kann
sich beim Augenarzt die im Zusammenspiel mit der HydroOptix ® MEGA bestgeeignete Kontaktlinse ermitteln lassen. Bestehen keine weiteren Augenfehler wie
Astigmatismus, so steht dem Einsatz von kostengünstigen Contactlinsen (z.B. Monatslinsen) nichts im Wege. Trägt man diese speziell für die Verwendung mit der MEGA
beschafften Linsen über Wasser, entspricht das Sehempfinden dem kurzsichtiger Menschen. Das gleichen von HydroOptix ® erhältliche einfache Brillen aus, die zur
Benutzung zwischen den Tauchgängen gedacht sind, denn es ist beim Tragen von Contactlinsen nicht üblich diese nach kurzer Verwendungszeit vom Augen zu nehmen ums sie
kurz darauf wieder einzusetzen. Um dem Taucher, der künstlich zum Kurzsichtigen gemacht wurde auch unmittelbar vor seinem Tauchgang ein scharfes Abbild seiner
Umwelt bieten zu können, bietet die HydroOptix ® MEGA eine Vorsatzbrille mit äußeren Korrekturlinsen, die die Korrektur der Contactlinsen aufhebt.
Abgetaucht wird dies Vorsatzbrille von Wasser umflutet, wodurch sich die Wirkung ihrer Gläser aufhebt und der Taucher erstmals den beeindruckenden Rundumblick in die
Unterwasserlandschaft machen kann, als wäre er Teil eines riesigen Aquariums. Sobald nach dem Abtauchen die Systeme überprüft worden sind, nimmt man die Vorsatzbrille
ab und befestigt diese verlustsicher an einem Halter, der am Jacket getragen wird.
Alte Diskussion: Contactlinsen beim Tauchgang
In der
Vergangenheit wurde das Thema „Sehen unter Wasser“ von hier besonders engagierten Optikern zum Teil sehr gegensätzlich diskutiert, es waren sogar harte Fronten
erkennbar bei der Frage, ob man beim Tauchen Contactlinsen tragen dürfe. Die Fraktion, die Sportaucher mit korrigierten Masken ausstattete, versuchte durchaus
kraftvoll die Verwendung von Contactlinsen als völlig falschen Weg ins Abseits zu reden. Dabei sparte man nicht mit Argumenten, die zum einen die Tauchsicherheit
betraf (Stress für Taucher mit Linsen bei Maskenverlust oder Wassereinbruch), zum anderen die Behinderung des Gasaustausches an der mit einer Contactlinse überzogenen
Pupille (evtl. verschwommener oder nebelartig wirkender Seheindruck, mögliche Dekoschäden am Auge). Alle Argumente, die gegen das Tragen von Linsen ins Feld geführt
worden waren, konnten bis heute nicht schlüssig erhärtet werden, so dass man sagen darf, dass je nach Vorliebe des augenkorrekturpflichtigen Tauchers Contactlinsen
oder korrigierte Masken gleichermaßen geeignet sind. Allerdings sind stark weitsichtige Taucher deutlich im Nachteil, weil die zur Korrektur notwendigen Gläser so dick
sind, dass der Maskeninnenraum ein ziemliches Volumen erfordert, die Abbildung ist nur im Zentralbereich der Linse scharf und unverzerrt und das Gewicht der Maske
trägt nicht zur Bequemlichkeit bei. Die Kosten für eine klassisch korrigierte Maske (weitsichtig) vom Optiker bewegen sich in Größenordnungen ab etwa € 300,-,
mit all ihren optischen und technischen Nachteilen. Das HydroOptix ® MEGA System kostet US $ 199,-, die zusätzliche Investition in einfache Contactlinsen zur
Verwendung mit dieser Maske übersteigt kaum die Kosten der heute noch verbreiteten Augenkorrektur.
Linsen verlustfrei im Einsatz
Das ungewöhnliche
Design der HydroOptix ® MEGA macht sofort deutlich, dass es sich hier um ein ganz besonders Ausrüstungsteil handelt, an dem natürlich auch Schnorchler ihre helle
Freude haben. Unterhalb der beiden gewölbten Gläser aus Kunststoff findet man tropfenförmigen Ansätze, die Ausblasventile der Maske. Sollte einmal Wasser eingedrungen
sein, so kann man dies ohne die Maske vom Gesicht abheben zu müssen, mühelos ausblasen. Sollte der unwahrscheinliche Fall eingetreten sein, dass eine Linse durch den
Wassereinbruch aus dem Auge gespült worden wäre, droht hier kein Verlust, man findet diese nach dem Tauchgang in der Maske wieder.
Das wird geliefert
Im stabilen Kunststofflköfferchen begleitet die HydroOptix ® MEGA zum Tauchgang. Zum System gehört die Maske selbst, der minuskorrigierte Vorsatz für
scharfes Sehen an der Wasseroberfläche für die Taucher, die Contactlinsen tragen müssen, dazu der Halter für die Vorsatzlinsen während des Tauchgangs und für
Schnorchler (mit entsprechenden Contactlinsen) eine Minuslinse (nach Art einer Lupe), ein Neoprenüberzug zum Schutz der Maskengläser, ein Fläschchen
Antibeschlagmittel. Alle Rahmenteile sind verschraubt und können im Bedarfsfall selbst ersetzt werde. Die Gläser aus optischem Polycarbonat sind gehärtet und bis zu
einem gewissen Faktor kratzfest. Doch sollte man hier darauf achten, dass die Gläser keine mechanischen Beschädigungen erfahren und bei Nichtgebrauch die Maske in die
Box legen oder den Neoprenschutz überziehen.
Einsatz
Am Tauchplatz steht man schnell im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses, so
ungewöhnlich ist das Aussehen der HydroOptix ® MEGA. Man kommt nicht umhin ein paar Minuten mehr einzuplanen, bis man endlich ins Wasser kommt, die Fragen der
Taucher rundum wollen alle beantwortet werden, nach dem Tauchgang noch einmal das selbe Spiel. Steckt man den Kopf das erste mal unter Wasser, ist der Eindruck
überwältigend und man meint vor einem großen Aquarium zu stehen. Aber man ist selbst mitten drin und staunt nur noch über das, was sich vor den Augen nun abspielt. Man
muss sich an den neuen – realen – Seheindruck erst einmal gewöhnen, auch im Zusammenspiel mit dem Einsatz einer Kamera, da durch den größeren Augenabstand
und das Fehlen der vergrößernden Wirkung sich der Blick in einen Sucher auch anders darstellt. Wer digital fotografiert und dazu auf einen Monitor blickt, gewöhnt sich
dagegen schnell um. Der Blickwinkel ist enorm, den die HydroOptix ® MEGA zulässt, Tauchpartner, die parallel schwimmen sieht man ohne den Kopf wenden zu müssen.
Auch der Blick auf die eigene Ausrüstung, auf Instrumente oder zu den Taschen des Jackets, all das ist wesentlich komfortabler. Die Maske sitzt bequem und das
Ausblasen ist Dank der beiden Ventile ein Kinderspiel. Da der Nasenerker kaum über den Rahmen herausragt wird man den Druckausgleich mit den beiden Zeigefingern
unterstützen müssen, wie bei vielen klassischen Modelmasken auch. Bei der Pflege der Maske sollte man berücksichtigen, dass die Gläser nicht zerkratzt werden. Das
ist an sich alles.
Fazit
Die optische Zukunft des Tauchens und Schnorchelns hat mit der HydroOptix ® MEGA begonnen. Das System ebnet den Weg
für atemberaubende Einblicke in die Welt unter Wasser. Es lohnt sich auch für Schnorchler und Taucher, die erst mit speziellen Contactlinsen in den Genuss des neuen
– realen Sehens kommen können.
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