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Drei Wochen habe ich mir Zeit genommen, einige Tauchgebiete der Fiji - Inseln näher kennen zu lernen. Als beste Reisezeit für die
südpazifische Inselgruppe mit über 300 Inseln wird deren Winter - also von März bis Dezember - genannt. Gebucht habe ich bereits in Deutschland drei verschiedene
Unterkünfte mit Standardkomfort und die dazu erforderlichen Transfers inkl. Frühstück und Tauchen. Über Seoul, Korea flog ich Mitte Juli nach Nadi, das
auf der Hauptinsel Viti Levu liegt. Die Autofahrt führt durch Zuckerrohrfelder zum Pacific Harbour im Süden der Insel. Dort liegt mein erstes Tauchgebiet in der Beqa
Lagoon. Die erste Unterkunft (ca. 30 km von Suva entfernt) ist ein sehr gepflegtes Apartement mit Frühstück in einem nahegelegenen Restaurant -eine gute Gelegenheit,
um die Fijianer kennen zu lernen und einen Plausch mit ihnen zu halten. Die Fijianer haben ihrem Ruf, die freundlichsten und aufgeschlossensten Menschen zu sein, alle
Ehre erwiesen. Jeder grüßt, ist hilfsbereit und immer guter Laune.
Die PADI-Tauchschule“Aqua -Trek“ liegt auf dem Gelände eines Ressorts. Diese
Tauchbasis hat 4 weitere Zweigstellen über Fiji verteilt und verfügt in Nadi über eine 5-Star Tauchschule. So war das Tauchen erwartungsgemäß sicher und die Tauchbasis
professionell geführt.
Nur wenige Kilometer von der Hauptinsel liegen die ca. 20 Tauchplätze mit sehr farbenreichen Korallen, unterschiedlichen
Gesteinsformationen und vielen verschiedenen Rifffischarten, einigen Geistermuränen und niederen Tierarten. Durch einen Wirbelsturm im März 2000 sind leider einige
Hartkorallen zerstört worden, und die Unterwasserströmung hat dabei ein ca. 50 m langes Fischerbootwrack von 18 m auf 35 m Tiefe verschoben. Schön bewachsen, ist
dieses Wrack auf jeden Fall einen Tauchgang wert.
Nach 5 Tauchtagen geht es über Suva per Flugzeug weiter nach Kadavu, einem kleinen, im Süden der Fiji - Inseln
gelegenen Eiland. An eine kurze Pickup - Fahrt quer über die Insel schließt sich eine knapp zweistündige Bootsfahrt an, die mich nach „Matava“ ans Astrolabe -
Riff bringt. Dieses kleine Resort liegt direkt am Hang und wird von Australiern geführt. Es verfügt über eine kleine Anzahl von „Bures“, die sehr einfach
eingerichtet sind. Statt in Zimmern wohnt jeder Gast in einem eigenen aus Palmzweigen gebauten Haus (Bure). Leider gibt es keinen Strand und infolge der
Südhanglage auch keinen Sonnenauf- oder Sonnenuntergang.
Auch hier ist die Freundlichkeit der angestellten Fijianer unübertrefflich. Neben gutem Essen gibt es
eine kleine Tauchbasis, die üblicherweise zwei Tauchgänge am Tag kurz hintereinander durchführt. Meist taucht ein einheimischer Divemaster mit den Gästen. Da die Basis
sehr klein ist, empfiehlt es sich, eigene Tauchausrüstung mitzubringen.
Erlebnisreiche Tauchgänge gibt es am Außenriff. Die „Purple - Wall“ ist mit so
vielen Hart- und Weichkorallen bewachsen, dass das Gestein nicht mehr sichtbar ist. Doch der schönste Tauchtag begann am Manta - Point. Drei Mantas kreisen ganz
gemütlich über das ca. lange Riff auf 12 m Tauchtiefe während unseres gesamten Tauchgang. Auch das Riff selbst bietet zahlreiche Passagen zum durchtauchen,
kleine Grotten oder eine Seeschlange, falls mal kein Manta da sein sollte.
In der Oberflächenpause bleiben wir auf dem Boot und sehen auf der Fahrt in eine
große Bucht eine Wasserfontäne hervorschießen: Ein Wal! So vertreiben wir uns die Wartezeit auf den nächsten Tauchgang, indem wir langsam dem Wal folgen. In
regelmäßigen Abständen zeigt er uns seine wunderschöne Schwanzflosse und fühlt sich durch unsere Motorbootgeräusche in keiner Weise belästigt.
Der zweite
Tauchgang „Chimneys“ liegt am Außenriff. Gleich nach dem Abtauchen treffen wir auf 5 im Sand schlafende Weißspitzenhaie. Danach verliere ich mich in
den vielen riesigen Hartkorallenüberhängen, die eine große Anzahl von wunderschönen Weichkorallen, Schwärmen von Soldatenfischen, Schnappern und einzelne
Rotfeuerfische beherbergen. In den eigentlichen „Chimneys“ (dt.:Schornstein) bricht sich das hereinfallende Sonnenlicht und lässt die Wände in den schönsten
Farbtönen erstrahlen. Die Sichtweiten unter Wasser betragen über die gesamte Zeit ca. 30 - 40 Meter.
Nach sechs Tauchtagen werde ich vom Waisalima -
Ressort mit dem Boot abgeholt, um dort die letzte Woche zu verbringen. In einer Bucht mit viel Sandstrand liegt dieses kleine Ressort. Auch hier gibt es die Bures und
fast alle Gäste benutzen die gemeinsamen Toiletten und Duschen. Die Bucht zeigt in nordöstliche Richtung mit dem Blick auf die Insel „Ono“.
Leider beginnt
nach 2 Tagen Aufenthalt ein starker, böiger Wind, der 3 - 5 m hohe Wellen und starke Unterwasserbrandung produziert. So können wir einige Tauchgänge ans Astrolaberiff
nicht durchführen. Allerdings betauchen wir die Leeseite von Ono. Der „Splitted Rock“ mit seinen Passagen und Grotten, vielen Gobis und Riffischen war ein
besonderer Augenschmaus. Auch hier bleibt trotz Wind und Wellengang die Sichtweite ähnlich gut.
Insgesamt sind die Fii - Inseln mit Sicherheit eine Reise wert.
Allerdings würde ich das nächste Mal während des Fiji - Sommers fahren (allen Tipps der Reiseveranstalter zum trotz). Dann ist es dort zwar sehr heiß, aber es regnet
normalerweise meist kurz am Nachmittag, sonst scheint die Sonne.
Grundsätzliches zum Tauchen
Eigene Tauchausrüstung ist auf jeden Fall sinnvoll.
Häufig wird Second – Hand - Ware von den kleinen Basen gekauft, die keine eigene Revision durchführen können. Außerdem verfügt keine Tauchbasis über DIN
-Anschlüsse oder INT - Adapter!! Wer nur seine Erste Stufe mit DIN – Anschluss mitbringt, muss häufig Leihgebühr bezahlen. Je nach Standart der Tauchschule haben
die Guides keine Divemaster - Ausbildung. Jeder Taucher ist daher wirklich für sich selbst verantwortlich. Dies beginnt schon bei der Frage nach einem Sicherheitsstop.
Computer oder zumindest ein Tiefenmesser sind auch nicht immer verfügbar.
Die Fijianer sind sich der Wichtigkeit ihrer Unterwasserwelt bewusst und versuchen,
diese wunderbaren Gebiete durch Marineparks zu schützen. Dem Dornenkronenbefall, der sich in den vergangenen zwei Jahren verstärkte, wird durch regelmäßige
Sammeltauchgänge Einhalt geboten. Auch die Speerfischer werden über die besonderen Gefahren dieses Seesterns aufgeklärt und zum Mithelfen animiert.
Politische Situation
Wie häufig sind Staatengebilde aus vielen einzelnen Inseln politisch anfällig und entsprechend instabil. Auch Fiji das etwa 320 Inseln
zu seinem Staatsgebiet zählt, macht hier keine Ausnahme. Unruhen beschränkten sich aber meist auf die Hauptstadt Suva. Wegen Rassenproblemen verlassen immer mehr Inder
den Inselstaat. Zum Zeitpunkt dieser Veröffentlich gab es keine Hinweise auf aktuelle Risiken doch lohnt sich vor Reiseantritt immer ein Blick in die Webseite des
Auswärtigen Amts. Langfristige Vorhersagen sind nicht möglich, da sich mentalitätsbedingt Änderungen in der allgemeinen Sicherheitslage stets nur kurzfristig ergeben.
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