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An der Costa Blanca gibt es nicht nur die sagenhafte Höhle des Moraig, sondern im Video des tödlich verunglückten Höhlenforschers Bernhard Pack war auch ein Ausflug in eine weitere Höhle gezeigt. Neugierig machte ich mich auf die Suche nach diesem
spektakulären Tauchplatz und wurde im kleinen Hafen Campomanes, dieser liegt in der Nähe voni Altea, fündig. Im Hafen ist die deutsch geführte Tauchbasis
„Greenwich“ ansässig.
Die Tauchbasis fährt die Elefantenhöhle nur zweimal (!) pro Jahr an. Zwischen Altea und Benidorm an der Rückseite des Berges von Albir
gelegen, beträgt die Fahrt mit einem schnellen Zodiac ca. 30 Minuten.
Ich hatte das Glück ganz allein mit dem Basenleiter Eduard tauchen zu können. So hatte
ich besonders viel Zeit, mich in Ruhe umzusehen. Die Höhle verdankt ihren Namen einer Felsformation, die einem Elefantenkopf ähnelt, der wie ein Wachposten in der Wand
über der Höhle thront. Unter der Wasseroberfläche liegen zwei Höhleneingänge in 3 m und 6 m Tiefe. Der Untere ist weitaus größer, und diesen benutzen wir als Eingang.
Überrascht war ich von der ebenen Sandfläche vor der Höhle, die sich in 9 m befindet, und von zahlreichen Lebewesen bevölkert wird. Genauso verhält es sich mit der
Steilwand rings um die Höhle. Hier gibt es viele bunte Schwammarten, wie Strahlenschwämme, Krustenschwämme, Fleischschwämme und Hornschwämme. Im Sand lag ein
Weitaugenbutt, Meerbarben und sogar eine Lila Fadenschnecke klammerte sich an einen Posidoniahalm. Seegras wuchs hier ebenfalls, jedoch war es recht spärlich.
Direkt vor der Höhle standen einige Zylinderrosen, in Weiß, Schwarz und Lila (!). Nebenan lugte eine kleinere Steckmuschel zwischen gelben Gorgonien hervor, und eine
Muräne duckte sich scheu zwischen die Felsen.
Vorne links am Höhleneingang ist ein Leitseil montiert, welches man aber nicht benötigt, weil man in der Höhle
stets den oberen Ausgang im Blickfeld hat. Ein Scherzbold hat im Höhleneingang einen steinernen Gartenzwerg als Wächter postiert. Ist man im Höhlenraum angekommen,
kann man gefahrlos auftauchen und die stalaktitenähnlichen Felsformationen an der Höhlendecke bewundern. Hier im Höhleninneren führt über der Wasseroberfläche ein
Gängesystem weiter in den Berg Jedoch ist der Untergrund zum Laufen sehr glatt und wir verzichteten auf einen Ausflug. Außerdem benötigt man ab hier ein Leitseil, und
aus Sicherheitsgründen wäre ein Schutzhelm ebenso angebracht.
Die Stalaktiten im Inneren des Höhlensystems sollen nämlich noch spektakulärer sein.
Gerne würde ich auch nochmals zu einem Nachttauchgang zurückkommen, um auf dem ausgedehnten Sandboden vor der Höhleneingang die Aktivitäten der nachtaktiven Jäger zu
beobachten. Auf der Rückfahrt zum Hafen schaue ich noch lange auf den markanten Elefantenkopf aus gewachsenem Fels zurück - ich werde dich bald wieder besuchen.
Leserbrief
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit Interesse habe ich den Artikel
von Roland Glorius über die Elefantenhöhle bei Benidorm gelesen. Da ich als ehemaliger Tauchpartner von Berhard Pack mehrmals mit ihm in dieser Höhle war, möchte
ich dazu bemerken, dass man kein Leitseil benötigt um die Gänge an Land zu erkunden, da die Ausdehnung der Höhle über Wasser nicht besonders groß ist. Die von uns
inspizierten Gänge endeten auch alle blind, sahen aber zum Teil so aus, als wären sie nur versandet und könnten eventuell aufgegraben werden.
Bemerkenswert war
jedoch die ganzjährig erhöhte Temperatur von 28 Grad, vermutlich aufgrund der Wärmekapazität des Gesteins und die Bildung von Nebelschwaden durch Luftdruckschwankungen
wegen der Brandung im Höhlensee!
Mit freundlichen Grüßen
Jörg Weber
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