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Gurte schließen, die linke Hand an den Steuerknüppel und ab geht’s – in die Tiefe. Cressi bringt einem das Gefühl durch die
Unterwasserwelt zu fliegen ein Stück näher mit seinem patentierten Flight Control System. Im Innovationswettrennen der beiden großen italienischen Hersteller um die
fortschrittlichste Tarierungssteuerung hat beim Bedienungskonzept das J 119 die Nase ein Stückchen weiter vorn.
Das J 119 von Cressi ist unbestritten ein
edles Ausrüstungsteil, das rundum die langjährige Erfahrungen der Entwicklungsingenieure wiederspiegelt. Erstaunlich ist aber, dass nach über 35 Jahren
Tariermitteleinsatz beim Sporttauchen der Faltenschlauchinflator immer noch zum üblichen Standard gehört und erst zwei führende Hersteller – Mares und Cressi
– auf die Idee kamen dieses prähistorische Anhängsel durch ein modernes Belüftungssystem zu ersetzen. Sicher kostet die Ventilsteuerung im Inneren der Blase
etwas mehr, als die klassische Technik, doch wer braucht den Faltenschlauch, der noch aus der Idee geboren war, dass man aus dem Tarierkragen oder Jacket zur Not auch
atmen könnte, heute wirklich noch? Aus ernsten gesundheitlichen Gründen (Hygiene, möglicher Pilzbefall der Lunge) ist das Atmen aus den Jackets ohnehin schon seit
längerer Zeit kein Thema mehr und mit dem Mund befüllt man ein Jacket auch nur noch im Verlauf der Ausbildung und der einzelnen Prüfungsabnahmen. Dann eigentlich nie
wieder...
Ein gutes Gefühl vermittelt das J 119 bereits beim ersten Kontakt. Doppelnähte mit weißem Faden verbinden die einzelnen Segmente der äußeren schwarzen
Hülle aus 1000er Cordura. Mit 7 D-Ringen, teils gekröpft, wird signalisiert, dass dieses ADV – Jacket auch größeren Aufgaben gewachsen ist und auch den gemäßigt
agierenden Tec – Taucher interessieren kann. Die Blase kann sich, wie bei Tec – Jackets, seitlich ausbreiten, ohne den Taucher einzuengen. Und, wie bei Tec
– Jackets, unterstützt beiderseits ein elastisches Band die Entlüftung und zieht die Blase zusammen. Wie stark der Zug des Elastikbandes sein soll, kann von
versierteren Tauchern individuell eingestellt werden. Ebenfalls elastisch ist der sichernde Bauchgurt, der mit einer Kunststoffschnalle zusammengefügt wird. Der
eigentliche Bauchgurt wird mit einer breiten Klettfläche geschlossen, außen ist eine kleine Tasche mit RV eingearbeitet, groß genug um etwa einen Schlüssel aufzunehmen.
Zwei weitere große Taschen mit RV sind an den Seiten angesetzt, wobei die rechte Tasche einen Schlauch mit Rückschlagventil enthält, über den im Notfall das Jacket
mit dem Mund aufgeblasen werden kann. Um den Zugang zu diesem Schlauch nicht zu behindern, verzichtet man vielleicht darauf in der rechten Tasche Zubehör zu verstauen.
Der Querschnitt des Schlauchs ist groß genug, dass man ihn auch mit Handschuhen greifen kann. Thema Handschuhe, damit die Reißverschlüsse auch von verpackten Fingern
angefasst werden können, sind die Zipper durch ein Kunststoffband verlängert worden. Einen eigenen Weg beschreitet Cressi auch beim Verstauen des integrierten Bleis
(C-Trim System). Die Bleitaschen sind außen mit einem großen seitlichen Druckknopf und einem Klettband fixiert, der die Lasche der Bleibehälter sichert. Im
Jacketeinschub sichert eine weiterer Klettverbindung die Tasche. Wer das J 119 nicht mit integriertem Blei tauchen möchte, kann dies ohne Kompromisse tun, in diesem
Fall wird der Bleitascheneinschub durch Klettverbindungen verschlossen. Um die Bleitaschen zu entfernen zieht man an den Kunststoffgriffen, die an den Enden der
Laschen angebracht sind, kräftig nach oben (nicht nach vorne oder nach unten wie beim Wettbewerb üblich!). Je nach Befüllungszustand des Jackets geht das mit mehr oder
weniger Kraftaufwand. Versehentliches Verlieren ist bei diesem Konstruktionsprinzip nahezu ausgeschlossen. Über wie unter Wasser lassen sich die Bleitaschen ohne
Probleme in ihre Einschübe einstecken. An der Rückseite des J 119 sind noch zwei Ausgleichsbleitaschen eingearbeitet, deren Verschlusslaschen durch Klett und
Druckknöpfe doppelt gesichert sind. Taucht man ohne integriertes Blei, so kann man auf die Nutzung der Ausgleichsbleitaschen verzichten, andernfalls sollte man sie
entsprechend bestücken, damit vor allem an der Oberfläche eine nach oben bzw. leicht nach hinten gerichtete Körperachse erlangt wird. Der Rückenbereich wird durch
ein hartes Backpack stabilisiert, das von einer auftriebsneutralen Polsterung überdeckt ist. Als Extra noch nebenbei, man findet an der linken Seite eine
Befestigungslasche mit zwei Ösen für eines der aktuell angebotenen kleinen Jacketmesser.
Flight Control System
Das
innovativste Element des J 119 ist zweifelsohne die Steuerung der Be- und Entlüftung des Jackets mit einem drehbar an der linken Seite angebrachten Bedienungselement.
So kann der Taucher den Druckknopf des Lufteinlass seinen bevorzugten Gewohnheiten folgend platzieren. Unverwechselbar geschieht das Entlüften durch das nach vorne
Drücken der großvolumigen Auslasstaste. Hier hat man sich wirklich etwas dabei gedacht und die Funktionen so ähnlich wie möglich an das Handling klassischer Inflator
angelehnt. Bei Verwendung von Handschuhen gibt es keine Einschränkungen. Da das vom Flight Control angesteuerte Auslassventil unter der linken Schulter liegt, kann
je nach Lage des Tauchers die manuelle Entlüftung über den Schnellablass im rechten unteren Bereich oder unter der rechten Schulter des J 119 nötig sein. Diese Ventile
bieten zusätzliche Sicherheit und man erreicht sie klassisch mittels einer kurzen Kordel mit griffiger Kunststoffkugel.
Praxis
Mit wenigen
Handgriffen ist die Feineinstellung der Jacketgurte erledigt. Das J 119 sitzt angenehm am Körper. Nach kurzer Zeit bereits hat man sich auf das inflatorlose
Belüftungssystem eingewöhnt und man fühlt sich absolut sicher in seinem neuen Tarierjacket. Der Lufteinlass lässt sich per Drucktaste fein dosieren, der Luftauslass
über das Flight Control System funktioniert einwandfrei – fein dosiert öffnet anfangs das Schubventil, darüber hinaus wird völlig entleert. Die Schnellablässe
sind gezielt erreichbar und korrigieren in Einzelfällen die Tauchlage. Ohne Beanstandungen ist auch die Auftriebsleistung, die am J 119 sogar Doppelflaschen (max.
doppel - 10er) zulässt Schmale reflektierende Streifen auf dem schwarzen Jacket erleichtern die Lokalisierung von Tauchern bei Nachttauchgängen.
Fazit
Innovativ, gut ausgestattet, bestens verarbeitet, das Cressi Sub Jacket J 119 gehört nicht nur am Preis gemessen zu den Spitzenangeboten. Als Zielgruppe
sind anspruchsvolle Endkunden im Visier, die moderne Technik, durchdachte Konzepte und langlebige Produkte schätzen. Wer seine Tauchgänge zudem sehr anspruchsvoll
gestaltet aber deshalb noch nicht zum reinen Tec – Equipment wechseln möchte, sollte sich auch das J 119 näher ansehen.
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