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Engagierte und kreativ arbeitende UW - Fotografen ziehen als Alternative zur Dia-Fotografie nur die Anschaffung einer digitalen
Spiegelreflexkamera in Betracht. Welche SLR es dann letztendlich sein wird, ist nicht nur eine pekuniäre Angelegenheit, sondern auch eine Frage des UW - Gehäuses.
Herbert Frei über ein Traumpaar mit 6,5 Megapixel.
Digitalen Spiegelreflexkameras haftet immer noch das Image von teuer, kompliziert, aufwändig und fast
unbezahlbar an. Vielfach trifft es auch zu, doch muss man da einiges relativieren. Der hohe Einstandspreis amortisiert sich bei einem Vielfotografen sehr schnell, weil
keine Filme gekauft werden müssen. Einige Hundert Euro kommen da pro Jahr sicherlich zusammen. Unter diesem Aspekt muss der Listenpreis von 1400 Euro für die EOS 10 D
in einem anderen Licht betrachtet werden, auch wenn er auf den ersten Blick ziemlich happig erscheint. Wer einmal mit einer Spiegelreflex, diversen Objektiven
und großem Sucher unter Wasser fotografiert hat, kann sich schlecht an etwas anderes gewöhnen. Wechselobjektive sind deshalb der Hauptgrund, in das Premiumsegment der
UW - Fotografie einzusteigen. Bildaufbau und bewusstes Gestalten von Aufnahmen werden zusehends wichtiger, wenn man das Niveau der digitalen Knipskisten verlassen hat
und als wirklicher UW - Fotograf reüssieren möchte. Hinzu kommt, dass die technische und optische Ausstattung von digitalen Spiegelreflexkameras der von digitalen
Kompaktkameras deutlich überlegen ist. So ist die Auslöseverzögerung ohne AF-Zeit (unter 0,3 s) fast immer kürzer als bei den preiswerten Kompakten. Also Auslöser
gedrückt und das Bild ist quasi im Kasten.
Canon EOS 10 D
In allen Tests konnte sich die Canon EOS 10 D immer im Vorderfeld
platzieren, meistens sogar als Punktbeste in der Klasse bis 6 Megapixel. Der aus einer Magnesiumlegierung gefertigte Kamerabody versprüht professionelle Gefühle,
obwohl die 10 D keinesfalls als echte Profikamera eingestuft werden darf. Dazu fehlen ihr noch einige Attribute wie ein schnellerer Bildwechsel bei der Wiedergabe.
Hier bauen sich die Bilder eher langsam auf, gehen erst nach einer kleinen Verzögerung in die Schärfe. Auch die Auslöseverzögerung (AF + Auslöszeit) könnte mit 0,35 s
etwas kürzer sein. Ansonsten kann man der EOS 10 D aber wenig Schwachpunkte nachweisen, so dass sie in der Liga der digitalen Mittelklasse SLR`s unangefochten an der
Spitze liegt. Also auch eindeutig vor der direkten Konkurrentin Nikon D 100. Canon fährt mit seinen digitalen Spiegelreflexkameras dreigleisig, was die Größe der
Bildsensoren anbelangt. Die EOS 10 D gehört zur CMOS – Sensor Gruppe mit einem Bildwinkelfaktor von 1,6. Kleinbildobjektive erfahren deshalb eine
Bildwinkelverkleinerung, die einem Objektiv entspricht, das eine um den Faktor 1,6 längere Brennweite besitzt. Ein 50 mm Makroobjektiv mit einem Bildwinkel von 47°
diagonal hat an der EOS 10 D nur noch den Bildwinkel eines 75 mm Objektives. Also gerade mal noch 35°. Diese durch den kleinen Bildsensor (22,7 x 15,1 mm) verursachte
Bildwinkelverkleinerung macht sich insbesondere bei Superweitwinkelobjektiven bemerkbar. Aus den 114° eines 14 mm Superweitwinkels werden spärlich 92°, die einem 22 mm
Weitwinkel entsprechen. Nicht anders verhält es sich bei einem Telemakroobjektiv. Aus den 24° eines 100 mm Makroobjektives werden infolge des Bildwinkelfaktors
kümmerliche 18°, die einem 150 mm Objektiv entsprechen. Das muss man sich vergegenwärtigen, denn es beeinflusst die Bildgestaltung und die Auswahl der Motive. Mit
einem schmälerem Bildwinkel bekommt man aus gleicher Motiventfernung weniger aufs Bild, muss ergo weiter weg vom Objekt, um dasselbe Bildresultat zu bekommen.
Weiter weg heißt aber immer auch mehr Trübstoffe in der vom Objektiv erfassten Wassersäule und folglich auch geringerer Kontrast im Bild. Nach unseren Erfahrungen ist
das 50 mm Makroobjektiv (Original oder Fremdhersteller) das universellste Makro an der EOS 10 D. Mit dem 100 mm Makro tut man sich hingegen etwas schwerer, wenn die
Wassertransparenz fehlt. Unabhängig davon ist die Abbildungsqualität der EOS 10 D mit allen Makroobjektiven — egal, wer sie produziert (Canon, Sigma, Tamron,
Tokina) — sehr hoch und diese Optiken deshalb uneingeschränkt zu empfehlen. Grund ist die weitgehend telezentrische Konstruktion von Makroobjektiven, die sich
vor einem Bildsensor besonders gut macht und keine sichtbaren Qualitätseinbußen verursacht. Nicht ganz so perfekt, aber gut brauchbar sind sowohl Superweitwinkel-
als auch Fisheyeobjektive. Die exorbitanten Bildwinkel schrumpfen infolge des Bildwinkelfaktors und an den Bildrändern lassen Schärfe, Kontrast und Farbintensität
etwas nach. Man wird das aber auf Unterwasseraufnahmen kaum bemerken, weil es hier keine eindeutigen Farbzuordnungen gibt und der kleine Bildsensor ohnehin nur das
Zentrum der Weitwinkelobjektive erfasst. Und hier liegt eindeutig das optische Filetstück. Alle Weitwinkelaufnahmen, sowohl mit dem 14er als auch mit dem Original
20-35 mm Zoom, waren deshalb in der praktischen Beurteilung nicht zu kritisieren. Wie alle digitalen Spiegelreflexkameras ist auch die EOS 10 D mit Menüs und
Individualfunktionen überfrachtet. Man muss leider als Anwender entscheiden, was sinnvoll und wichtig ist, vor allem aber, auf welche Grunddaten man die D 10
einstellen sollte? Der Weißabgleich kann automatisch erfolgen. Zwar besteht die Möglichkeit zur individuellen Einstellung auf Blitzlicht, aber dann gibt es
Farbprobleme, wenn man zwischendurch schnell ein Bild ohne Blitzlicht belichten möchte. Umständliches Hantieren im Menü kostet dann eventuell zu viel Zeit für
anstehende Schnappschüsse. Im Modus Zeitautomatik stellt die Kamera beim Aktivieren des Blitzgerätes eine Langzeitsynchronisation ein. Gut für Mischlicht mit
Weitwinkel- und Fisheyeobjektiven, aber nicht oder nur selten zu gebrauchen bei Nah- und Makrooaufnahmen. Über die Individualfunktion C.Fn-03 kann eine feste
Synchronzeit von 1/200 s einprogrammiert werden. Noch einfacher, zumindest unter Wasser, geht das Umschalten auf den manuellen Modus. Da kann man dann nach Herzenslust
mit allen Zeiten und Blenden spielen. Die Empfindlichkeitseinstellung sollte man auf ISO 100/21° belassen. Nur in Ausnahmefällen sind höhere Empfindlichkeiten
sinnvoll. Beispielsweise bei der Wrackfotografie mit natürlichem Umgebungslicht in größeren Tiefen oder im Süßwasser bei wolkenverhangenem Himmel. Obwohl mit
zunehmender Empfindlichkeitseinstellung das Bildrauschen (ähnlich der Körnung eines Filmes) zunimmt, kann man guten Gewissens auch mit ISO 400/27° fotografieren. Im
hohen ISO-Bereich ist die EOS 10 D abbildungsmäßig (mit Ausnahme der Sigma SD 10) allen direkten Konkurrentinnen überlegen. Bei ISO 100/21° wird die Abbildungsqualität
der Canon-Kamera derzeit von keinem 6 Megapixel - SLR-Gerät erreicht. Gespeichert werden kann wahlweise im JPEG oder RAW - Format, wobei RAW nur Sinn macht, wenn
die Bilder am Computer nachbearbeitet werden. Um die RAW - Datei zu öffnen, ist eine eigene Canon - Software nötig. Machen Sie RAW - Bilder nur, wenn Sie nach dem
Urlaub viel Zeit haben. Tausend Aufnahmen nachzubearbeiten ist nicht Jedermanns Sache. Die mögliche Bildserie bei maximaler Auflösung beträgt 9. Das erreicht man aber
wohl kaum und wenn, dann nur bei schnellen Schüssen im Weitwinkelbereich ohne Blitzlicht während einer typischen Action-Situation. Ein wichtiges Kapitel ist die
Reinhaltung des Bildsensors. Wechseln Sie niemals das Objektiv in staubiger Umgebung. Jedes Staubkorn auf dem Bildsensor wird als dunkler Punkt angezeigt und dieser
lässt sich nachträglich nur mühsam mittels Bildbearbeitung entfernen. Eine Sensorreinigung kann zwar vom Anwender selbst durchgeführt werden, ist aber mit einem
immensen Risiko verbunden. Lesen Sie in der Bedienungsanleitung auf Seite 156 sorgfältig nach, wie das Procedere funktioniert. Wenn sich der Verschluss während des
Reinigungsvorganges (Blasebalg) schließt oder Sie versehentlich mit dem Reinigungsbalg über den Bildsensor rutschen, kann ein Schaden entstehen, der sich auf
mehrere Hundert Euro beläuft. Die Bildsensorreinigung beim Canon-Service ist der bessere und sichere Weg.
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