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Der Faszination des Weißen Hais sind alle drei Autoren erlegen, die in diesem Band ihre beeindruckenden Erlebnisse schildern. Abenteuerliche Geschichten werden hier
auf 190 reich bebilderten Seiten erzählt und das aus berufenem Munde. Erich Ritter, ein weltweit bekannter Verhaltensforscher für Haie, Gerhard Wegner, Präsident
des SHARKPROJECT, einer der weltweit größten Organisationen zum Schutz der Haie und André Hartmann ein Weißhai-Experte der ersten Stunde beschreiben jeweils ihre
Begegnungen mit dem Weißen Hai.
Sie beteuern, dass sie aufhören wollen mit den Schauergeschichten, die sich um den Weißen Hai ranken und doch ist es so,
dass es genau dieser Schauer ist, der sich in den einzelnen Geschichten ausdrückt und den Leser fesselt. Es ist genau dieses Prickeln einer Gefahr, die inzwischen
jährlich 20.000 abenteuerlustige Touristen in die südafrikanische Gansbaai lockt, um dort die wahrscheinlich größte Weißhai-Ansammlung der Welt kennenzulernen.
Nirgendwo sonst könne man mit solcher Sicherheit Weißen Haien begegnen wie hier auf diesem Fleck mitten im Meer, heißt es im Eingangskapitel.
Die
Entstehungsgeschichte dieses Buches, die in einer Art Vorwort erläutert wird, erscheint mir aufschlussreich. In unzähligen Wartepausen auf dem Boot, als sich die
Autoren gegenseitig ihre sehr persönlichen Hai-Geschichten erzählten, beschlossen sie ein Buch daraus zu machen. Viele Geschichten seien außerdem zum ersten Mal am
Abend im Pub, dem Treffpunkt der Fischer, Walbootkapitäne und Hai-Leute von Gansbaai erzählt und kräftig getauft worden.
Für meinen ganz persönlichen Geschmack
ist die ein oder andere Erzählung ein wenig zu dick aufgetragen, aber bedenkt man die Entstehungsgeschichte des Buches ist das schon verständlich. Beklemmend empfand
ich allerdings die Schilderung André Hartmanns, wie er seine beiden Kinder im Kelpwald zum Speerfischen zurückließ, um sie viele Stunden später zitternd und frierend
auf einer Felsnadel wieder aufzulesen, die sie nach der Begegnung mit einem Weißen Hai aus Angst erklommen hatten. Dass der Vater die beiden Jungen zwei Wochen später
wieder zum Speerfischen mitnimmt und im Kelp allein lässt, hat ihm Schweißperlen auf die Stirn getrieben, gesteht er uns, abgehalten hat ihn davon nichts.
Der
Weiße Hai wird dem Menschen in nur ganz seltenen Fällen gefährlich. Daran muss man schon fest glauben, wenn man, wie die Autoren, zu den wenigen gehören will, die es
wagen, mit dem bis zu sechs Meter langen Tier ohne Haikäfig zu tauchen. Wie viele Nachahmer sich da wohl finden lassen? Die Erfahrungen aus mehreren hundert
unfallfreien Tauchgängen sollen uns davon überzeugen, dass es sich bei diesem eher scheuen Raubtier nicht um das blutrünstige Monster handelt, wie es uns die
Filmindustrie weismachen will.
Der Weiße Hai ist ein faszinierendes Lebewesen, um dessen Schutz wir uns inzwischen bemühen müssen, denn er soll stark bedroht
sein. Das von Gerhard Wegner initiierte SHARKPROJECT ist ein solches Schutzprogramm, wie man auf der Internetseite www.sharkproject.com nachlesen
kann. Darüber hinaus bemüht sich das Projekt auch um eine wissenschaftliche Aufklärung über die Lebensweise dieser großen Fische. Wie immer, ist Wissen das beste
Mittel zu einem besseren Verständnis und letztlich auch zur Rettung bedrohter Tierarten. Der am Ende des Buches auf blauem Grund gedruckte Teil mit den Fakten zur
Biologie der Tiere hat mir darum auch am besten gefallen.
Der Weiße Hai Februar 2006 192 Seiten, gebunden 150 Farbfotos ISBN 3-440-09561-4 EURO 19,95 Kosmos-Verlag www.kosmos.de
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