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Es war einmal, so könnte unser Reisebericht beginnen, in einem zauberhaften Land in den Bergen ein Platz, an dem, zwei blaugrünen Smaragden gleich, die Natur vollkommene
Seen geschaffen hatte, eingerahmt von Wäldern, Wiesen und steilen Felswänden. Auch König Ludwig II. fühlte sich hier wohl und besuchte oft den alten Gasthof am Fernpass, gleich
unterhalb des Schloss Fernsteinsee in Tirol. Seine Durchlaucht hatte bekanntlich für Mystik und grandiose Naturschauspiele seine besonderen Vorlieben, doch auch bürgerlichen
Besuchern der Region stehen die seelenberührenden Panoramen zum Genuss offen. Aber nicht nur Wanderer sind willkommen, besonders Taucher dürfen sich an den faszinierenden
Unterwasser - Landschaften hautnah erfreuen – vorausgesetzt, sie sind für den Fernsteinsee oder Samarangersee Gast im Hotel Schloss Fernsteinsee.
Nur etwa 1 ½
Fahrstunden von München, hinter Garmisch und seinem imposanten Zugspitz-Panorama, zieht sich der Fernpass, eine schon in alter Zeit genutzte Verbindung - vornehmlich für den
Salztransport – durchs Gebirge. Heute sind es an Spitzentagen gut 30.000 Fahrzeuge, die den Pass befahren. "Das eine oder andere könnten wir bei unserer Zählung
übersehen haben," meint ein Insider mit einem Augenzwinkern. Wieder einmal sind wir Gast im Hotel Fernsteinsee und nutzen ein Juliwochenende um zu recherchieren, was sich im
Vergleich zu unserem letzten Aufenthalt im Sommer 2000 verändert hat. Quartier im Hotel Schloss Fernsteinsee zu machen bedeutet im stilvollen Ambiente der Gasträume und Zimmer zu
residieren und in den Suiten im alten Schloss ein Stück Vergangenheit zu genießen. Positiv anzumerken sei, dass bei Anreise über Garmisch keine österreichische
Autobahnvignette gekauft werden muss und die Benzinpreise spürbar unter dem hohen deutschen Niveau liegen.
Als eine Art „Heimspiel“ ist für uns das Tauchen am
Fernpass anzusehen, schon seit vielen Jahren kommen wir immer wieder hierher um in den glasklaren aber auch kühlen Smaragden unterzutauchen. Klamme Finger und Zehen werden von den
Sichtweiten und Panoramen unter Wasser mehr als aufgewogen. Nach dem Jahrhundertsommer 2003 und der relativen Trockenheit 2004, die den Wasserstand im Samarangersee bedrohlich
fallen ließ, ist die Welt nun wieder in Ordnung. Die Treppe am Tauchereinstieg des Samarangersee endet auf halbem Weg im Wasser und bequem startet man zur Exkursion zwischen den
versunkenen Wäldern, bei 12° C Wassertemperatur nahe der Oberfläche, ab 4 Metern sind es dann die üblichen 8° C.
Frühjahr, Sommer und Frühherbst laden zum Besuch ein,
wobei die Monate Juli und August geradezu ideal sind, von den Tauchern aber noch nicht so stark gebucht werden. Gerade in diesen Monaten kann man sich zwischen den Tauchgängen bei
einem Sonnenbad auf den weitläufigen Liegewiesen aufwärmen und den Tag genießen. Etwa ab Ende Oktober bis kurz vor Ostern kann in diesen Seen nicht getaucht werden. Dann gönnt
ihnen ihr Besitzer eine auch für die Natur wichtige Ruhezeit. Zum Teil schließt auch das zugehörigen Hotel in dieser Zeit für einige Wochen und macht Betriebsurlaub. Offen
gesagt: Ungeeignet sind die Seen für die Tauchausbildung. Zum Erhalt ihrer Schönheit des Samaranger – und Fernsteinsee, dürfen nur gut ausgebildete Taucher (ab 50 Tg.), die
mit der Tarierung sicher zurechtkommen, sensible Aktivitäten entwickeln. Tiefenfanatiker wären hier auch am falschen Platz, an dem die Deko nach Bergseetabelle berechnet wird.
Etwa 16 Meter Tiefe bietet der Samarangersee, mit maximal 17 Metern ist der Fernsteinsee ähnlich beschaffen.
Das Hotel Schloss Fernsteinsee, direkt am Fernpass und
zum Ort Nassereith gehörig, bietet verschiedene Möglichkeiten der Übernachtung. Meist wird man eines der Zimmer im Haupthaus buchen, die stilvoll und rustikal eingerichtet sind.
„G`standene Mannsbilder“, oder wie man zu hochdeutsch sagt – richtige Männer (mit ausladendem Vorbau) sollten ein Zimmer buchen, dessen Dusche auch wohlhabend
proportionierten Gästen Zutritt gewährt. Für längere oder exklusivere Aufenthalte empfehlen sich die zwischen 36 m2 und 107 m² großen Appartements im alten Schloss Fernsteinsee, die äußerst gelungene Schlossatmosphäre verbreiten. So kam der Tauchanzug auch nur fürs Foto aufs Himmelbett, ansonsten können alle Tauchausrüstungsteile im neu eingerichteten Kompressorhaus unterhalb des Schlosses gelagert und getrocknet werden. Mit Chipkarten erhält man Zutritt zum Kompressor und dem beheizten Trockenraum (eigene Kompressoren dürfen an einem ausgewiesenen Platz abseits der Seen betrieben werden). Diese Karte öffnet auch nach 22:00 Uhr die Zugangstüre zum Hotel und wird zukünftig auch ein Tor am Weg zu den Seen für KFZ entriegeln. Keine Angst mit Blick auf die 22:00 Uhr - das Hotel fällt da noch lange nicht in einen Dornröschenschlaf, an der Bar kann sich der Betrieb schon deutlich länger hinziehen, was aber nirgends die Nachtruhe der Hotelgäste in Frage stellen würde.
Der Fernsteinsee ist der zum Hotel nächstgelegene See und kann von den meisten Zimmern aus auch gesehen werden. Ein malerischer Wanderweg lädt zu einer Umrundung Sees ein,
aus dem sich verschiedene Inseln erheben. Die größte trägt noch die Ruinen des Schloss Bühel.
Abgetaucht im Fernsteinsee schwebt man in der Weite des klaren Wassers,
verzaubert das Flimmern der gebrochenen Sonnenstrahlen auf dem vielerorts kiesigen Grund. Im nördlichen Bereich finden sich vermehrt Wasserpflanzen, die zur ausführlichen
Beobachtung einladen. Neben dem Bootshaus, unterhalb der hohen Brücke der Passstraße, trifft man immer auf Forellen, die sich vor dem Ablauf des Sees, der sich dort in einem Bach
verliert, sammeln und fast im Wasser zu stehen scheinen.
Das eigentliche Highlight ist natürlich der Samarangersee. Seine Fläche ist wohl nur ¼ der des Fernsteinsees,
seine Klarheit und der versunkene Feenwald an dem der Einstiegsstelle gegenüberliegenden Felsufer ist legendär. Jedoch bieten auch die Ufer links und rechts traumhafte Szenerien
mit von Schleimalgen überzogenen Bäumen und Astwerk. Zwei Marterl erinnern an verstorbene Taucher, deren Freunde ihnen hier anrührende Erinnerungsstätten geschaffen haben.
Immer wieder schön sind die Blicke hin zur Wasseroberfläche, sieht man doch die das Ufer säumenden Tannen jenseits der Wassergrenze. Nur wenige Fische tummeln sich in dem auch
im Sommer recht kühlen Kleinod, in ein paar Metern Tiefe werden es nie mehr als 8° C, Vegetation ist rar. Dafür scheinen die Sichtweiten in der Regel unendlich, man vergisst fast
unter Wasser zu sein. An guten Tagen hat man eher das Gefühl zu schweben und zu fliegen. Die von Algen überzogenen Baumstämme verbreiten dazu einen eigenen Zauber, der hier, für
diesen See, so typisch ist. Man kann vom Schauen und Schweben nicht genug bekommen und so ist nach einer Aufwärmpause unter der strahlenden Sommersonne ein weiterer Tauchgang
angesagt.
Der Abend wird mit einem ausgezeichneten Menue zelebriert, die Küche des Hotels kann sich sehen - und vor allem schmecken lassen. Das neue Team um Harald Steiner
erfüllt die Erwartungen der Gäste rundum. Freundlicher Service betreut die Gäste im schlossartigen Ambiente und so finden sich in einzigartiger Weise sonst weniger Luxus
anstrebende Taucher in einer Umgebung wieder, an die man sich lange Zeit gerne wieder erinnert. Und irgendwie gehört es fast zum guten Ton eines Süßwassertauchers oder eines
Tauchclubs im Hotel Schloss Fernsteinsee Gast gewesen zu sein. Die Nächte können lang werden, dafür sorgt man auch an der wirklich gemütlichen Bar, deren unvergesslicher
Mittelpunkt die Bardame Tanja ist. Ihre Cocktails haben eine besondere Note, helfen auch den Verzagtesten auf die Sprünge und es gibt wohl kaum ein Ereignis, auf das sie keinen
lockeren Spruch anbringen könnte. Nach all den leiblichen Genüssen des Abends bringt dann das Frühstücksbüffet die Taucher wieder in Schwung. Es fehlt an nichts und niemand
muss hungrig aufstehen – außer die Wirkung des letzten Cocktails ist noch nicht ganz abgeklungen... Fazit
Tauchgänge hier sind etwas für die
Seele, für das Erlebnis einmaliger versunkener Welten, die mit nichts anderem verglichen werden können. Um das Erlebnis des Tauchens und der Suite im Schlosshotel abzurunden,
empfiehlt sich das Abendmenue im Restaurant des Hauses mit fünf Gängen und einem erlesenen Tropfen Wein dazu. Ohne das Great Barrier Reef / Australien und den Samaranger See /
Tirol betaucht zu haben, gehört man nicht dazu....
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