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Gerade beim Taucherantrieb gab es in den letzten Jahren eine Vielzahl von Neuentwicklungen und daraus resultierende Patente, so dass der
Eindruck entstehen konnte, es sei unmöglich mit neuen Konzepten innovative Flossen auf den Markt zu bringen. So überrascht uns die Aquatec Duo-Vortex mit einer ganz
eigenen Interpretation der Splitfin –Technologie, angewinkeltem Flossenblatt und Vortriebskomponenten, die der Walfluke abgeschaut wurden. UnterWasserWelt nahm
sie mit in den Bergsee.
Das Fliegen und Tauchen haben durchaus Gemeinsamkeiten, die man an der Aquatec Duo-Vortex bei etwas näherem Hinsehen durchaus
erkennen kann. Je besser man sich an den Vorbildern der Natur orientiert, die schließlich für menschliches Verständnis unmessbar lange Entwicklungszeiträume zur
Verfügung hatte, um so effizienter und energiesparender sind die Ergebnisse. Flugzeuge mit einer der Haihaut ähnlich rauen Außenhaut verbrauchen deutlich weniger
Kerosin, hochgezogene Kanten an den Flügelspitzen verhindern Verwirbelungen. Noch haben neueste Flossentechnologien nicht die raue Oberfläche der Haihaut, doch die
Teilung des Flossenblatts war ein enormer Schritt der Natur ein Stück näher zu kommen, nachdem der Bewegungsablauf beim Flosseneinsatz von Fischen genauestens
untersucht und analysiert worden war. Und schauen wir auf die Aquatec Duo-Vortex, entdecken wir an den Flossenspitzen ebenso hochgezogene Kanten, die dort
energieverzehrende Verwirbelungen verhindern. Doch mit der Beobachtung der Fischflossen allein beließ man es nicht bei Aquatec, die ergänzende Fragestellung nach
weiteren kraft- und energiesparender Vorlagen der Natur lag eigentlich auf der Hand. So entstand erstmals die Verbindung von natürlichen Antriebstechnologien, die in
den natürlichen Lebensräumen nur getrennt vorkommen – die Verbindung aus den optimierten Bewegungsabläufen in Fischflossen und dem hocheffizienten Antrieb eines
Säugetiers, der Walfluke. Gäbe es nicht schon eine Vielzahl von Patenten, die Splitfin – Technologien schützen, wäre es sicher einfacher gewesen, diese
Antriebskombination aus Fisch- und Säugetierflossen Gestalt annehmen zu lassen. So musste man bei Aquatec neue Wege begehen und statt frei schwingender
Flossenhälften sind nun Klappen im Flossenblatt eingelassen, die sich dem Druck auf die Flosse folgend zur Mitte und Spitze hin öffnen, nach unten wie auch nach oben.
Zusätzlichen Druck übt dabei der der Walfluke nachempfundene Abschluss des Flossenblatts aus. Das ist wirklich neu und ein Stück weit auch genial. Zur
Anpassung der Kraftlinie am Fuß ist das Flossenblatt zusätzlich um 25° angewinkelt um damit eine anatomische Verlängerung des Fußrückens zu erreichen. Andere
Hersteller, die dies bereits ähnlich umsetzten - und patentieren ließen – haben ihre Flossenblätter um 21° abgeknickt. Zwei Kunststoffe werden in der
Duo-Vortex eingesetzt, ein flexibler, schwarzer, gummiähnlicher Werkstoff sowie ein silbern eingefärbtes Material, das den stabilen Rahmen und die Versteifung der
Klappen bildet. Auf der Ober- und Unterseite der Duo-Vortex lösen je kurze 16 Strömungskanten mögliche Wasserverwirbelungen auf den Flossenblättern auf. Das alles
ist technologisch Taucherantrieb vom Feinsten. Doch man beließ es nicht selbst verliebt in neue Technologien bei diesen Features, auch der Blick auf die Unterseite
des Fußteils überzeug, Profilprägungen im halbflexiblen Material versprechen Halt auf schwierigen Untergrund am Tauchplatz. Eine großformatige Entwässerungsöffnung am
Fußende, die kaum durch Steinchen oder Sediment zugesetzt werden kann, erleichtert das Ausziehen der Flosse, die sich kaum ansaugen kann. Das Fersenband lässt sich
in seinen Gelenkhalterungen um mehr als 45° drehen und entsprechend komfortabel anpassen.
Praxis
Wer Splitfin – Flossen kennt und taucht ist
darauf vorbereitet, dass man zunächst einen sehr weichen Eindruck vom Antrieb am Fuß hat. Newcomer, die nur harte Flossenblätter kennen, tun sich hier schwer, glauben
sie zunächst, es sei nur ein nasser Lappen am Fuß angeschnallt. Die Aquatec Duo-Vortex hat aber das Zeug sofort zu überzeugen, obwohl sie im Grunde eine Splitfin
– Flosse ist und dem entsprechend auch weniger Druck am Fuß erzeugt. Der insgesamt feste Rahmen, in den die zwei Klappen eingebunden sind, stabilisiert -
auch emotional, die miniaturisierte Walfluke an ihrem Ende beantwortet den Druck auf die Flosse sanft. Der Vortrieb ist subjektiv im Verhältnis zum
Kraftaufwand ausgezeichnet, Testtaucher mit Trockentauchequipment und reichlich zusätzlicher Ausrüstung sind angetan von der Antriebskraft. Was Fotografen und Filmer
sehr schätzen, auch das Manövrieren auf kleinstem Raum bereitet der Duo-Vortex keine Probleme.
Fazit
Wer mit üblichen Splitfin – Flossen,
aufgrund der notwendigen emotionalen Umgewöhnungsphase nach Testtauchgängen noch kein für sich zufriedenstellendes Ergebnis generieren konnte, wird mit der Aquatec
Duo-Vortex vermutlich spontaner Freundschaft schließen. Wie auch immer, es ist eine Splitfin – Technologie mit all ihren großen Vorteilen, die man vielleicht
erst in Grenzfällen wie Strömungen oder mit ordentlich Equipment bepackt, zu schätzen weiß. Luft und Kraft spart sie allemal und das macht den etwas höheren Preis
gegenüber einfachen Geräteflossen schnell wett.
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