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Zunächst ein wenig Sprachunterricht: das italienische Wort Lontra bedeutet übersetzt Otter und bezeichnet zudem eine Otterart, die in
Nordamerkia beheimatet ist. Damit wäre das Rätsel um den Produktnamen Lontra für einen halbtrocken Tauchanzug aus dem Hause Cressi gelöst. Demnach müsste diese
Neoprenhaut wärmen, wie ein Otterfell. UnterWasserWelt machte eine extreme probe aufs Exempel und schickte Technikredakteurin ilka Weber ins bis zu 6°C kalte Wasser.
Die Freude bei der Kollegin war vor dem Testevent deutlich zurückhaltend, sollte doch statt des auf den Leib geschneiderten eigenen Trockentauchanzugs der
halbtrockene Lontra HF in der Damenversion den Abstieg begleiten. Als Unterzieher fungierte dazu der schicke Schwimmbody „Fire“ in Glatthautoptik aus 1,5 mm
C-THERM-Material. Der aktuelle Lontra Anzug der Kollektion 2009 trägt die Namensrweiterung „HF“, was auf die Verwendung des neuen Innenfutters aus
„Helioflex“ hinweist, das besondere thermische Eigenschaften haben soll, sprich noch wirkungsvoller die Abkühlung verzögert. In seiner Grundversion wird der
Anzug als Overall geliefert, Materialstärke 7 mm, beidseitig kaschiert und aus hochflexiblem Ultraspan – Neopren gefertigt. Farblich unterscheidet sich das
Herrenmodel durch blaue Farbakzente an Schulter, seitlichem Brustbereich und an der Wade, das Damenmodell ist rot gestaltet. Der Komfort wird unterstützt durch
anatomisch vorgeformten Schnitt der Arme und Beine. Reißverschlüsse an den Arm- und Beinmanschetten erleichtern das Anziehen. Die Abschlüsse unter den Manschetten sind
aus 2 mm Glatthaur – Metallite. Der von Cressi gerne verwendete, wasserdichte T – Zip Rückenreißverschluss verläuft senkrecht und ist mit einer Lasche
doppelt hinterlegt. Die Bereiche um Schulter und Knie sind mit einem Abriebschutz verstärkt. Ergänzend zum Overall gibt es eine Weste mit 5 mm Materialstärke und
angesetzter Kopfhaube und eine Kopfhaube allein mit Dichtmanschette an Gesicht und Kragen sowie einem Luftablassventil. In Vollausstattung mit der Weste empfiehlt
Cressi den Lontra HF auch für Tauchgänge in kälteren Gewässern.
Praxis
Wir wollten es wissen und schenkten dem Lontra HF bei unseren
Testtauchgängen nichts. An der Wasseroberfläche ermittelten wir 12°C, unterhalb von 5 Metern pendelte sich die Wassertemperatur auf 6°C ein, harte Kots für eine
leidenschaftliche Trockentaucherin. Nach gut 50 Minuten Aufenthalt unter Wasser stand aber fest, dass der Lontra HF, bestehend aus Overall und weste mit angesetzter
Kopfhaube, seine Bewährungsprobe bestanden hatte. Der Grad der Auskühlung am Körper war erstaunlich zurückhaltend, die üblichen Schwachstellen abseits von
Trockentauchanzügen - Hände und Füße - setzten gefühlt den Zeitpunkt zur Beendigung des Tauchgangs. Und die Bewegungsfreiheit gegenüber einem Trockenen hinterließ bei
der leidenschaftlichen Fotografin ein weiteres positives Gefühl, was die Entscheidung für weitere Tauchgänge mit dem Lontra HF auf den Weg brachte. Die Abdichtung
an Hand- und Beinmanschetten verhinderte wirkungsvoll nennenswerten Wassereintritt, ebenso der abgedichtete Reißverschluss auf dem Rücken. Das An-und
Ausziehen erleichtert das besonders dehnbare Anzugmaterial.
Fazit
Nicht ganz so edel im Erscheinungsbild wie das Fell eines Otters, aber durchaus
ebenbürtig in seiner Wärmeisolierung und Bewegungsfreiheit, ist der Lontra HF ein ausgezeichneter Anzug, der in angenehmer temperierten Gewässern, wie dem Mittelmeer
im Sommerhalbjahr, durchaus aber auch im Roten Meer, zum gerne empfohlenen Begleiter werden kann. Zusammen mit der Weste eignet sich der Anzug, wie bewiesen, selbst
für richtig kalte Gewässer.
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